Der Zeitgeist ist ein Sklavenhändler, ein Tyrann. Unterwirfst du dich nicht seiner Diktion, so wird dich keiner je lieben. Du wirst nicht dazugehören, du wirst nicht cool sein. Und was am allerschlimmsten ist: Chancen bei den Frauen kannst du komplett vergessen. Zumindest bei jenen Leuten, die du als deinen Freundeskreis bezeichnest. Glaubt Geri. Denn Geri ist ein armes Schwein. Nicht, weil er sich so große Mühe gibt, auf der Höhe der Dinge zu bleiben. Oder weil er weder Kosten noch Mühe scheut, die richtige Uhr zu tragen, den richtigen Haarschnitt, die richtige Urlaubsreise zu buchen oder die richtigen In-Locations zu besuchen. Nein, Geri ist ein armes Schwein, weil immer andere für ihn bestimmen, was „richtig" im Detail bedeutet. Weil er selbst keine Meinung hat. Er ist der Flummi, der sich jedem Trend wachsweich anpasst, um sein Fähnchen im nächsten Moment neu in den Wind zu hängen. Weil er immer ein bisschen zu spät ist. Immer ein bisschen daneben. Jenen Augenschlag zu spät, der den Unterschied ausmacht zwischen wirklich cool und Mitläufer. Geri ist so durchschaubar in seinem Bemühen, alles richtig zu machen, dass es weh tut. Jeder kennt Geri. Es gibt ihn in jeder Clique (nein es muss Freundeskreis heißen, Clique, was für eine uncoole, antiquierte Vokabel!). Und nicht selten ertappt man Geri in sich selbst. Zum Totlachen, aber auch zum Nachdenken. Brillant beobachtet und lustig beschrieben, bitterböse, ironisch, detailreich. Aber, genauso wie Suters Chefetagen-Satire "Business Class", am besten in kleinen Häppchen zu genießen. Sonst wird einem schlecht von so viel Zeitgeist.