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Klar, kann das Buch nicht alles sagen, aber für einen Überblick ist es sehr gut. Es sind auch viele Übungen enthalten, die man direkt oder leicht abgeändert machen kann. Es wird alles mit Photos und Bildern sehr anschaulich erklärt.
Das Buch ist sowohl für junge Spieler als auch junge Trainer interessant.
Dennoch, dieses Buch ist sehr. Die ersten 63 der 128 Seiten behandeln ausschließlich die Technik. Das Schöne ist, dass es immer eine Fehlerkorrektur gibt. Der unerfahrene Trainer kann diese als Stütze nehmen, um Technik in den Übungen korrigieren zu können. Zu jeder Technik gibt es Übungsvorschläge, die dem Anfänger als sehr banal vorkommen dürften. Zum Beispiel sollen sich die Spieler beim Üben des beidhändigen Druckpasses einfach nur erst 3, dann 4, schließlich 5 Meter auseinander hinstellen und sich den Ball zupassen. Vom Volleyball weiß ich aber, dass selbst bei diesen sinnlos erscheinenden Übungen Fehler bzw. uneffektive Bewegungen in großer Masse gemacht werden (Fingerhaltung, Ellbogenhaltung, Handflächen am Ball, kein Ausfallschritt, um weiter werfen zu können, ..).
Leider wird nicht bei jedem Knotenpunkt (Technikpunkt, den man beachten muss) der Grund angegeben, weshalb man unbedingt auf ihn achten soll. So klingt vieles zu banal, als dass man da als Trainer darauf achten würde (eigene Erfahrung), obwohl es immens wichtig ist. Dies ist aber auch der einzige negative Punkt am Buch. Habe ich aber bisher in noch keinem Sportbuch wirklich durchgehend gefunden... :-(
Die Technik des Korb-Standwurfes wird hier so erklärt, dass man die Wurfhand über die Stirn bzw. über die Schläfe führen soll. In einem Basketball Forum wurde darüber diskutiert, ob man nicht doch die Wurfhand nur über die Wurfschulter führen solle. Schließlich dreht man den Arm ein, wenn man ihn zum Kopf führt. Beim Volleyball soll man z.B. den Ball über der Schlagschulter schlagen... . Aber wie im Volleyball (hier zumindest auffällig im Damenbereich) herrscht wohl auch im Basketball Anarchie in der Bundesliga und im internationalen Bereich, was die Technik angeht.
Schön finde ich auch, dass zu den Übungen noch allgemeine Tipps aus der Praxis dazu gibt. Zum Beispiel soll der Korb-Standwurf anfangs nicht direkt am Korb, sondern gegen eine Wand ausgeführt werden. So kann besser auf Technik geachtet werden. Danach auf den Korb, aber nicht von der Freiwurflinie aus, sondern allgemein etwa erst 2 Meter vom Korb entfernt. Hier wird auch der Grund angegeben: "Wählt er zuerst eine größere Entfernung, wird die Ausholbewegung falsch oder übertrieben ausgeführt, um überhaupt bis zum Korb zu kommen."
Ab Seite 65 kommt dann Taktik. Die Unterscheidung zwischen Angriff und Verteidigung und letztere unterschieden in Mann und Raum Deckung. Dazu kommen noch Blocken, Abstreifen, Kreuzen, Block mit Abrollen,... . Es werden nicht nur die Systeme aufgezeigt, sondern vor allem auch der Grund warum man sie wann anwendet!!! <- Toll. Auch hier werden wieder Tipps aus der Praxis gegeben. Zum Beispiel wird darauf hingewiesen, dass man beim Kreuzen erst besser nur auf das Timing achtet, als auf Geschwindigkeit.
Vor allem wird durch das Buch deutlich, dass Basketball kein statisches Spiel ist, so wie es mir bisher vorkam (Olympische Spiele: Deutschland gegen USA, boah, war das langweilig...und starr. Für Zuschauer total uninteressant. Nur Zonendeckung, nur herumstehen und versuchen einen Spieler freizuspielen, der dann doch mal einigermaßen frei stehend werfen konnte. Vielleicht effektiv, aber langweilig).
In der vom anderen Rezensenten angesprochenen Trainingsplanung geht der Autor darauf ein, was welche Spielerart leisten muss: "...legen Aufbauspieler pro Minute effektiver Spielzeit ca. 100 Meter zurück (im ganzen Spiel sind das 4000 Meter...so entfallen etwa 5% auf Sprinten, 70% auf Laufen und 25% auf Gehen. ... Flügelspieler ...führen fast 200 Tempowechsel und über 300 Richtungswechsel durch." Man braucht also keinen Marathonläufer, der ganz andere Belastungen stand hält, sondern einen Basketballspieler.
Entsprechend sollte das Trainnig organisiert werden bzw. man sollte seine eigenen Spieler mal analysieren... .
Es werden verschiedene Arten von Belastungen angesprochen und wann die Spieler in Höchstform sein sollten.
Selbst in der Trainingsplanung werden noch einmal Übungen aufgezeigt.
Gut finde ich noch: "Häufige Pannen sind meist Beweis für eine schlechte Planung." und "Die Übungsform auf die Zahl der Spieler abstimmen. Es ist schlecht, wenn immer einige Spieler zuschauen müssen, wenn andere üben."
Am Ende werden noch zwei vollständige Trainingseinheiten als Beispiel aufgeführt. Die eine für die Wettkampf-Vorbereitungsphase und die andere um den Gegensatz zur Wettkampfphase zu verdeutlichen. In der Vorbereitung wird viel mehr auf Technik eingegangen und später werden fast nur noch Spielzüge mit mehreren Spielern gleichzeitig (spielnah) trainiert.
Ansonsten, die farbigen Fotos passen zu den Techniken. Vor allem das Foto zur Erklärung des Korb-Standwurfes.
Kurzum, wer als Basketballtrainer schon eine Trainerlizenz hat, wird in diesem Buch wohl nichts Neues finden. Wer ins kalte Wasser geworfen wurde und plötzlich eine Mannschaft trainieren soll, für den ist dieses Buch zum Einstieg idealst.
Noch Fragen? Mailt mir!
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