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Der Richter und sein Henker. SZ-Bibliothek Band 42
 
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Der Richter und sein Henker. SZ-Bibliothek Band 42 [Gebundene Ausgabe]

Friedrich Dürrenmatt
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (95 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 109 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (31. Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793410
  • ISBN-13: 978-3937793412
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (95 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Richter und sein Henker
OA 1952 Form Kriminalroman Epoche Moderne
Ausgangspunkt der Kriminalromane von Fried-rich Dürrenmatt ist die Nichtberechenbarkeit der Welt. Damit verletzt er die üblichen Regeln des Genres, das die Berechenbarkeit des menschlichen Handelns und die innere Ordnung der Welt durch ausgleichende Gerechtigkeit voraussetzt. In Dürrenmatts Kriminalromanen spielt wie in seinen Dramen der Zufall die Hauptrolle. In Der Richter und sein Henker werden weitere Genre-Erwartungen enttäuscht: Der Kommissar macht sich schuldig – er ist dem Verbrecher in seinem Verhältnis zur Gerechtigkeit sehr ähnlich – und der Verbrecher wird für ein nicht begangenes Verbrechen bestraft. Diese Erweiterung der Spielart des Krimis trug zur Attraktivität und zum Fortbestand des Genres bei.
Entstehung: Dürrenmatt verfasste Der Richter und sein Henker aus finanziellen Gründen zunächst als Fortsetzungsroman für den Schweizerischen Beobachter. Der Qualität des Kriminalromans schadete dies keineswegs; Dürrenmatt folgte hier ganz seinem Grundsatz: »Kunst da tun, wo sie niemand vermutet.«
Inhalt: Zentrale Figur des Kriminalromans ist der alte, kranke Kommissar Bärlach, der in seiner Jugend eine Wette mit dem Verbrecher Gastmann abschloss. Während Bärlach meinte, dass »die menschliche Unvollkommenheit, die Tatsache, dass wir die Handlungsweise anderer nie mit Sicherheit voraussagen können, und dass ferner der Zufall, der in alles hineinspielt, der Grund sei, der die meisten Verbrechen zwangsläufig zu Tage fördern müsse«, erkannte Gastmann gerade darin die Möglichkeit, ein nicht aufzuklärendes Verbrechen zu begehen. Vor den Augen Bärlachs stieß er einen Unbeteiligten von einer Brücke. Die Polizei ging von Selbstmord aus. Gastmann wurde trotz der Hinweise des Kommissars nicht zur Rechenschaft gezogen und machte eine große Gangster-Karriere.
Am Ende seiner Laufbahn sieht Bärlach nun die Chance, Gastmann nach 40 Jahren der vergeblichen Jagd endlich zu überführen. Ein Kollege Bärlachs wird in der Nähe des Schweizer Dorfes Twann ermordet. Der Kommissar meint den Mörder zu kennen, lenkt den Verdacht aber geschickt auf Gastmann. In einem raffinierten und verwirrenden Spiel benutzt Bärlach den tatsächlichen Täter, seinen Kollegen Tschanz, als Henker. Tschanz erschießt Gastmann in angeblicher Notwehr, um sich selbst zu decken. Der »Sieg« Bärlachs ist kein Sieg der Gerechtigkeit; er kann Gastmann – das Böse – nur mit dessen eigenen Waffen schlagen.
Wirkung: Kommissar Bärlach reiht sich ein in die Riege der einsamen Roman-Polizisten, wie sie Georges R Simenon mit Maigret oder Raymond R Chandler mit Philip Marlowe schuf. Doch ist er nicht der einsame Verfechter der Gerechtigkeit, im Gegenteil, die Gerechtigkeit wird als Mythos entlarvt. Diese beunruhigende Variante des Kriminalromans, die die Regeln dieses Genres erst verletzt, dann ad absurdum führt, fand schnell ein breites Publikum. Die Kriminalromane von Dürrenmatt, alle drei Prosawerke von literarischem Rang, wurden in 20 Sprachen übersetzt und erreichten eine Millionenauflage. Auch als Film und in jüngster Vergangenheit als Remake der Originalverfilmung feierten sie Erfolge. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

"Die Hauptthematik von 'Der Richter und sein Henker' findet man unter anderem bei Dashiell Hammett, Rex Stout, Raymond Chandler und Georges Simenon. Grundthema: der Kampf zweier Parteien, deren eine ein einzelner Detektiv ist. Die gute Partei, Inspektor Bärlach, ist todkrank. und es bleibt ihm nicht viel Zeit, den Verbrecher Gastmann zu überführen. Was für ein Mensch ist dieser Bärlach? In seiner Menschlichkeit erinnert er an Maigret. Wie dieser ist er vom alten Schrot und Korn, ist in ertster Linie ein konservativer Mensch, der nicht nach juristischen Regeln operiert, der von den modernen Techniken der Kriminologie wenig hält und lieber seiner durch Erfahrungen gewitzten Nase und dem gesunden Menschenverstand folgt." Armin Arnold"Daß es sich bei den sogenannten Kriminalromanen um Nebenwerke handle, ist eine Ansicht, hinter der ich die Rache der Germanistik vermute: Dafür, daß Friedrich Dürrenmatt mit vollem Bewußtsein gegen das anschrieb, was (damals) allein als K unstwerk zugelassen war. Die Kriminalromane sind im Hinblick auf Dürrenmatts Ästhetik geradezu Schlüsselwerke." (Die Weltwoche)

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einer der intelligentesten Krimis aller Zeiten, 10. September 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
Oh, wie ich diese Pflichtlektüren im Gymnasium gehasst hatte. "Der Schimmelreiter", "Unterm Birnbaum", "Aus dem Leben eines Taugenichts". Mir wurde jedesmal schlecht, wenn der Deutschlehrer mit einem neuen Reclam-Büchlein daherkam. Es gab in der ganzen Zeit nur zwei Lektüren, die mich begeistern konnten. Die eine war "Wilhelm Tell" und die andere "Der Richter und sein Henker". Allerdings muss ich zu meiner Schande zugeben, dass ich damals nicht richtig kapiert habe, wie genial Kommissar Bärlach den Fall gelöst hatte und konnte mir nur eine gute Note erschleichen, in dem ich das Thema wählte: "Charakterisieren Sie die Figur Bärlachs". Auch die vielen eidgenössischen Redewendungen und Ausdrücke vereinfachten das Lesen nicht gerade.

Letzte Woche bei einer Altpapiersammlung viel mir dann besagtes Bändchen wieder in die Hände, und ich beschloss, noch einen Versuch zu wagen. Fast zwanzig Jahre reifer (?) und den Kopf frei von Gedanken an irgendwelche Jungs dachte ich, es wäre einen Versuch wert, endlich zu begreifen, wie der Richter seinen unfreiwilligen Henker auswählte und dieser schlussendlich auch noch seine gerechte Strafe erfuhr.

Alles beginnt damit, dass ein einfacher Dorfpolizist den Polizeileutnant Ulrich Schmied erschossen in seinem Auto in der Twannbachschlucht auf der Strasse von Lamboing, einem Tessenbergdorf in der Schweiz auffindet. Kommissär Bärlach, ein von Magengeschwüren geplagter, alter, erfahrener Kriminaler übernimmt den Fall. Als er entdeckt, dass der Ermordete unter falschem Namen bei einem gewissen Gastmann an dessen Gesellschaften teilnahm, werden ihm plötzlich von seinem Vorgesetzten Dr. Lucius Lutz Steine in den Weg gelegt. Letzterer wurde nämlich von Gastmanns Anwalt informiert, dass in dessen Haus Politik auf höchster Ebene betrieben werde. Künstler (als Vorwand), Politiker und Industrielle (die einen florierenden Waffenhandel betreiben) geben sich bei Gastmann die Hand und wollen bei ihren Geschäften nicht gestört werden.

Bärlach stellt sehr schnell fest, dass es sich bei Gastmann um einen alten Bekannten handelt, der als junger Mann, nur einer Wette wegen, einen anderen unschuldigen Menschen kaltblütig ermordet hatte. Seither verfolgte Bärlach diesen Mann, der immer wieder andere Namen annahm, konnte ihm aber nie etwas anlasten.

Das Buch hat nur 116 Seiten, und alles, was ich jetzt noch schreiben würde, wäre zuviel verraten. Nur noch soviel sei gesagt: Der perfide Plan, den Bärlach ausheckt, und der schlussendlich nicht nur den Mörder von Ulrich Schmied, sondern auch Gastmann zur Strecke bringt, konnte nur von einem brillianten Verstand, wie ihn Dürrenmatt auch schon in anderen Büchern bewies, ersonnen werden.

Spannung auf höchstem Niveau.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Treffen zweier Meister: Dürrenmatt und Korte!, 11. Mai 2009
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker (Audio CD)
Friedrich Dürrenmatts "Kommissär Bärlach" (siehe auch "Der Verdacht") ist eine Kriminalfigur, die stark autobiographische Elemente offenbart und mit den großen Ermittlern der Kriminal-Literatur wie Marlowe, Poirot oder Maigret locker mithalten kann! Mit diesen mehr als auf einer Stufe stehend, ausgestattet mit schweizerischer Gemütlichkeit, kriminalistischem Scharfsinn und einer unglaublichen Kombinationsgabe meistert er auf seine unkonventionelle und für seinen Vorgesetzten viel zu unwissenschaftlichen und unprofessionellen Art der Verbrechensbekämpfung alle Schwierigkeiten. Für uns Leser bzw. Zuhörer beruhigend, dass der immer etwas griesgrämige Bärlach, außer dem ständig schlechten Wetter alles unter Kontrolle hat!

Diese Geschichte ist offenbart jedoch auch leise Kritik am Kriminalroman und an der Kriminalistik an sich, denn es wird von Anfang an wissentlich falsch ermittelt: der Kommissar kennt bereits alle Hintergründe und auch der Täter ist ihm bald bekannt. Er setzt die Ermittlungen nur fort, um seine eigene Gerechtigkeit (Gastmann) zu erzeugen, die sich weder auf kriminalistisch-juristischen noch auf anderen legalen Wegen finden lässt. Zudem wiederholt sich in diesem Roman Dürrenmatts das Hauptmotiv seiner grandiosen Kriminalromane, die des unentdeckten bzw. ungesühnten Verbrechens.

Nachdem man sich vom genialen Vorleser" Hans Korte in dieses Meisterwerk von Friedrich Dürrenmatt hat hinein ziehen lassen, fesselt einen nicht nur die bis zur letzten Zeile spannende Story mit ihrem völlig unerwarteten Ausgang; das auf höchstem psychologischem Niveau geführten Katz-und-Maus-Spiel des Kommissärs sucht seinesgleichen, die philosophischen Inhalte dieses Werkes regen einen selbst auch immer wieder zum Nachdenken an. Die Täter- bzw. Opferrolle pendelt ständig hin und her und die Sympathien der Zuhörerinnen und Zuhörer wechseln ebenfalls ständig von einem Protagonisten zum anderen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Krimi mit überraschendem Ende, 29. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
"Der Richter und sein Henker" ist ein spannender Kriminalroman von Friedrich Dürrenmatt. Die Handlung des Buches spielt nach dem 2. Weltkrieg in der Schweiz. Nach dem Mord an den Polizisten Robert Schmied werden die Ermittlungen des Falls an Kommissar Bärlach, den ehemaligen Vorgesetzen von Schmied, übergeben. Da Bärlach jedoch schwer krank ist, wird ihm, auf seinen Wunsch, ein Gehilfe, Polizeileutnant Tschanz, zugeteilt. Während Tschanz nach gelerntem kriminalistischem Vorgehen gegen den Hauptverdächtigen, einen gewissen Herr Gastmann, vorgeht, ermittelt Kommissar Bärlach eher im Hintergrund. Der Kommissar scheint jedoch ein grosses Geheimnis zu verbergen, denn er weiss mehr als Tschanz vermutet... "Der Richter und sein Henker" ist Lesespass pur, vor allem auch wegen dem leicht verdaulichen Sprachstil den Dürrenmatt benützt. Trotzdem schafft es der Autor, die Stimmung um das Geschehen in Bern, Twann und Lamboing dem Leser zu vermitteln. Zudem findet der Leser in Kommissar Bärlach den typischen Urschweizer und in Tschanz den zukunftsorientierten Denker vor, was sehr passend zu der grossen Stadt Bern und den kleinen Juraörtchen Twann und Lamboing ist. Der Roman wird zu keiner Zeit langweilig, was ich als sehr positiv empfinde. Vor allem am Anfang wird der Leser mit dem Mord an Schmied sofort "gepackt". Zudem ist die Suche nach dem Mörder sehr spannend, weil Dürrenmatt immer mehr Charaktere vorstellt, die potentielle Mörder sein könnten. So vergrössert sich der Kreis der potentiellen Mörder automatisch. Auch ist es spannend, wie Bärlach am Ende den Mord aufklärt, indem Dürrenmatt die vielen Details miteinander verbindet und sich so schliesslich eine Lösung des Mordfalls ergibt. Am besten an dem ohnehin guten Roman hat mir allerdings der Schluss mit den letzten Kapiteln und der darauffolgenden Pointe gefallen. Durch diesen Schluss hebt sich dieses Buch zweifellos von den anderen Kriminalromanen ab, und endet nicht in einem typischen Klischee-Schluss. Nicht so gut gefallen haben mir die oft langgezogenen Zwischenkapitel. Sie waren meist schwer und kompliziert zu lesen, da die Sätze in diesen Kapiteln nicht sehr viel Spannung aufbauen. Alles in allem kann man aber sagen, dass das Buch aus einem guten Anfang, einem mittelmässigen Mittelteil und einem sensationellen Schluss besteht - absolut empfehlenswert.
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