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Richard von Weizsäcker: Ein deutsches Leben
 
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Richard von Weizsäcker: Ein deutsches Leben [Gebundene Ausgabe]

Gunter Hofmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 295 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck; Auflage: 2. (2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406598099
  • ISBN-13: 978-3406598098
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 208.840 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gunter Hofmann
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

„Der 8. Mai WAR ein Tag der Befreiung“ – Auch wenn nichts bleiben sollte -, diese klaren Worte, gehalten zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, werden auf immer untrennbar verbunden sein mit dem Mann, dessen 90. Geburtstag wir heute feiern dürfen. Richard von Weizsäcker machte spätestens mit dieser Rede im Mai 1985 drastisch deutlich, dass das Amt des Bundespräsidenten bei weitem nicht die „machtlose Spitze war, auf die nichts zuläuft“, wie der Publizist Johannes Gross einst spitz befand. Von Weizsäckers Antwort war sowohl politisch-moralische Lehrstunde als auch Standortbestimmung, die Deutschland für immer und ewig ins Geschichtsbuch geschrieben wurde. Dafür und für sein durch ihn mitgeformtes, verändertes, aufgeklärtes und freundliches Deutschlandbild, wird dem Mann heute gedankt.

Gleich mehrere Publikationen erscheinen zum Jubeljahr des Bundespräsidenten, der – neben den Kanzlern Schmidt und Brandt -, den Deutschen bis zum heutigen Tag als Idealbild des weltoffenen, aufgeklärten Politikers gilt. Die gestandenen Journalisten Gunter Hofmann und Hermann Rudolph Richard von Weizsäcker. Eine Biographie durchmessen fast auf Augenhöhe die dynastisch lange Weizsäckerstrecke, während Friedbert Pflügers Innenansichten Richard von Weizsäcker: Mit der Macht der Moral, aus seiner Zeit als Pressesprecher des Bundespräsidenten von nicht wenigen Rezensenten süffisant der verengten und hingebungsvollen „Kammerdienerperspektive“ geziehen wurden.

Am Beispiel des berühmten „Wilhelmstraßenprozesses“, finden gar biographienübergreifende Gefechte statt. Überhaupt erscheint Vater Ernst von Weizsäcker als heimliche Schlüsselfigur bei Hofmann als auch bei Rudolph. Hitlers Staatssekretär der Jahre 1938 bis 1943, kein Regimefreund, aber auch kein Oppositioneller, wie Sohn Richard vage anmerkte, der als Hilfsverteidiger im Prozess gegen seinen Vater auftrat, erscheint als die große rätselhafte Wunde im sonst heilen Familienverband. Auch das zuweilen schwierige Verhältnis zum ältesten Bruder Carl Friedrich, der an der Seite Heisenbergs als Hitlers williger Atom-Saulus später zum Paulus der deutschen Friedensbewegung mutierte, wird bei beiden Biographen gestreift. Es ist ein langer Marsch durch die jüngere deutsche Geschichte, an der die „schwäbischen Preußen“ von Weizsäcker deutlichen Anteil hatten.und sie entscheidend mitprägten. Ausgerechnet ihr herausragendstes Mitglied tarnt sich heute zuweilen hinter der bescheidenen Berufsbezeichnung „Zeitzeuge“. Kein Chance. Richard von Weizsäcker wurde längst erkannt. Er war einer der besten, die wir hatten. Gratulation! –Ravi Unger

Pressestimmen

"Ein (...) Streifzug durch die deutsche Geschichte im Spiegel der Vita des Jubilars." --Christoph Birnbaum, Das Parlament, 12./19. April 2010

"Weizsäckers Nein zu jedem Versuch, die jüngste Geschichte zu relativieren oder einen Schlussstrich zu ziehen - dies alles beginnt für Hofmann an einem 'Lernort' namens Nürnberg. Er urteilt nicht ex cathedra, in seinem eingängig und betont subjektiv geschriebenen Porträt über 'Ein deutsches Leben' bewegt er sich eher fragend vorwärts, doch weisen seine Fragen in die jeweils richtige Richtung." --Peter Merseburger, Die Welt, 20. März 2010

"(...) eine spannende Lektüre eines ungewöhnlichen Lebenslaufes." --Rainer Burchardt, Deutschlandfunk, 22. Februar 2010

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Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Behutsam schafft es der langjährige ZEIT-Chefkorrespondent in Berlin, Gunter Hofmann die Persönlichkeit Richard von Weizsäcker zu portraitieren. Mit einem gesunden Maß aus distanzvollem Respekt und menschlicher Nähe kann man hier eintauchen in eine Lebensgeschichte, die weit über die Person und ihre Familie hinausreicht, sondern vielmehr noch die politisch-kulturelle Geschichte des Landes erfasst.
Der kirchlich engagierte, spätberufene CDU-Politiker, welcher in einzigartiger Weise das Amt des Bundespräsidenten von 1984 bis 1994 ausfüllte, wird hier in unterschiedlichen familiären, persönlichen und politischen Rollen dargestellt. Allein schon die knappen Kapitelüberschriften verdeutlichen die Brisanz des Staatmannes Richard von Weizsäcker: Alte Schwaben, neue Preußen, Nürnberg (er Prozesse), Ostverträge, 8. Mai 1985 (seine entscheidend nachwirkende Rede), die Einheit und sein Wirken als Alt-Bundespräsident!
Immer wieder werden die Querverbindungen zum (Bildungs-) Bürgertum, zu diversen Persönlichkeiten seiner Zeit und zu den familiären Verknüpfungen in die BEschreibungen eingeflechtet. Gunter Hofmann bleibt in seinen Ausführungen auf einer wohltuenden Distanz udn vermittelt dergestalt ein ansprechendes Bild des Menschen Richard von Weizsäcker, ohne ihn zu verklären; vielmehr ordnet er ihn angemessen in die Reihe derjenigen Persönlichkeiten ein, die den Menschen in Deutschland das bürgerliche und politische Engagement nahebringen und als moralische Instanz mit all ihren Stärken und Schwächen dient.
Überhaupt ist der Ausdruck "Dienen" wohl ein passender; denn Richard von Weizsäcker hat sich immer wieder eingemischt und sein Amt mit Würde und Respekt ausgefüllt. So schreibt Hofmann: "Die geistig-moralische Führung ...war tendenziell abgewandert zum Präsidenten. Darin erkannte die breite Mehrheit der Republik sich wieder" (S. 224 f), nachdem er vorher verdeutlicht hatte, dass der Bundespräsident die Mitte mit Worten besetzte, denn die Mitte war damals vakant.
Die 24 Abbildungen aus unterschiedlichen Phasen mit diveresen Persönlichkeiten seines Lebens hätten zwar manches Mal etwas größer abgedruckt werden können, zeigen aber den Facettenreichtum in besonderer Form. Die Anmerkungen im Anhang ermöglichen nach Bedarf eine etwas intensivere Lektüre; ansonsten wird man auch das Personenregister zu schätzen wissen, welches sehr differenzierte Recherche ermöglicht. Ein würdevolles, persönliches Buch, das den Erinnerungen-Band von Weizsäcker sehr gut ergänzt.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ob es sinnvoll ist, bei einer moralischen Instanz wie Richard von Weizsäcker akribisch nach Fehlern zu suchen, muss jeder Leser für sich entscheiden. Fest steht, dass es der langjährige Chefkorrespondent der ZEIT, Gunter Hofmann nicht als seine dringlichste Aufgabe betrachtete, nach Leichen im Keller zu suchen. Gut möglich, dass er auch keine gefunden hätte. Aber ich würde mir auch nicht wünschen, dass sich Hofmann weniger neutral verhielte und sich zu einem investigativen Journalismus bekennt, dessen Wahrheitsbegriff mir eher fremd ist. Zudem zeigt gerade dieses Buch, dass sich auch Spannung erzeugen lässt, indem man ganz einfach Geschichten und Beobachtungen in eine leserfreundliche Form bringt. Kommt hinzu, dass Richard von Weizsäcker auch in der Schweiz als moralische Gewissen Deutschlands gilt, ohne dass wir viel über seine Person wissen. Für meinen Vater war Weizsäcker einfach der lebendige Beweis, dass man politisieren kann, ohne seine Seele zu verkaufen. Das war für ihn auch deshalb wichtig, weil er selber in der Politik tätig war und Vorbilder brauchte.

Ich wollte vor allem mehr über das Leben eines Menschen zu erfahren, der nicht über die bekannten Wege zu seiner politischen Stellung kam. Was prägte ihn? Wie konnte er in diesem harten Geschäft seine Würde bewahren? Wo halfen ihm Glück und Zufall? Und wo muss er Geschichten umschreiben, damit er mit seinem Gewissen im Reinen bleibt und weiterhin an das Gute im Menschen glaubt. Selbstverständlich reichen 270 Seiten nicht aus, um auf solche Fragen gültige Antworten zu finden. Aber eines lässt sich mit Bestimmtheit herauslesen: Zu einer Persönlichkeit mit Charakter wird man nicht durch Kurse, Ratgeber und gute Tipps, sondern durch Vorbilder. Und von solchen ist in diesem Buch oft die Rede. Von kleinen und großen Helden, unbekannten und bekannten, weiblichen und männlichen. Gunter Hofmann spürt sie in der Biografie des langjährigen Bundespräsidenten auf, gibt ihnen ein Gesicht und versucht, ohne Idealisierungen auszukommen.

Obwohl es ein persönliches Buch ist, führt es den Leser unweigerlich in die Geschichte eines Landes, das nach dem Zweiten Weltkrieg verständlicherweise dem Heldentum abschwor und sein Verhältnis zu Vorbildern neu definieren muss. Wie schwierig das ist, zeigt sich auch, wenn sich Richard von Weizsäcker auf präsidiale Formulierungen zurückzieht, von seinen Einflüssen spricht und die diplomatische Bühne dem Volkstheater vorzieht. Richard von Weizsäcker glaubt nicht daran, dass sich die Kriegserfahrungen an die Nachgeborenen vermitteln lassen. Aber er scheint davon überzeugt zu sein, dass eine Gesellschaft auseinanderbricht, wenn sie der Beliebigkeit zu viel Raum lässt und die Widerstandskräfte der "Guten" nicht stärkt. Und das ist auch möglich, indem sie nicht jeden Helden entzaubert und nicht versucht, alles zu verstehen, was zum Menschsein gehört. Zumindest sollte man nicht glauben, eine Generation könne die vorangegangene oder nachfolgende verstehen, ohne deren speziellen Erfahrungen zu berücksichtigen.

Mein Fazit: Ein Buch, das mich bewegte, obwohl weder Richard von Weizsäcker, noch Gunter Hofmann leidenschaftliche Töne anschlagen. Aber vielleicht ist es gerade diese Unaufgeregtheit, die wir wieder lernen sollten. Richard von Weizsäcker, ein Held wider Willen? Jedenfalls ein Vorbild, über das wir in diesem Buch mehr erfahren.
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