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Richard Wagners 'Das Judentum in der Musik'
 
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Richard Wagners 'Das Judentum in der Musik' [Broschiert]

Jens M. Fischer
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Produktinformation

  • Broschiert: 380 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (22. März 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458343172
  • ISBN-13: 978-3458343172
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 629.121 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jens Malte Fischer
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 03.08.2000
Karl Kraus wetterte gegen Heinrich Heine, Richard Wagner polemisierte gegen die Juden - ist Kraus` Polemik nicht Ausdruck jüdischen Selbsthasses und in der Argumentation der Wagnerschen verwandt, fragt Rezensent Dieter Borchmeyer, der zwei zufällig zur gleichen Zeit erschienene Bücher bespricht, die sich den Pamphleten Wagners bzw. Kraus` quellenanalytisch widmen.
1) Dietmar Goltschnigg: "Der Fackel ins wunde Herz"
Den Vergleich mit Wagner legt laut Borchmeyer der Herausgeber selbst nahe: Goltschnigg ziehe immer wieder Parallelen zu Wagners Schrift über das "Judentum in der Musik". So wie Wagner einem "linguistischen Antisemitismus" gehuldigt habe, hätte Kraus in vielfachen Polemiken in seiner Zeitschrift "Die Fackel" Heine eines "undeutschen Sprachgebrauchs" bezichtigt. Das Absurde daran sei, referiert Borchmeyer weiter, dass Kraus Heine genau das vorwarf, was man als eine Art geistesverwandte Haltung und Schreibweise bezeichnen könnte: den Feuilletonismus. Und er scheute auch nicht davor zurück, sich mit seiner Polemik in die Nähe völkisch-nationalistischer Hetze gegen den Pariser Rivalen zu begeben. Goltschnigg kommt am Schluss auf Wagner zurück, schreibt Borchmeyer weiter, und weise darauf hin, , dass Kraus mit seiner Forderung einer völligen Assimilation ("Durch Auflösung zur Erlösung") einer bis ins Vokabular ähnlichen Argumentation wie Wagner folgt.
2) Jens Malte Fischer: "Richard Wagners `Das Judentum in der Musik`"
Bei Wagner ist von einem "durch Selbstvernichtung wiedergebärenden Erlösungswerks" der Juden die Rede, zitiert der Rezensent die inkriminierte Passage, die sowohl bei Goltschnigg wie in Jens Malte Fischers Buch eine Rolle spielt. Fischers Verdienst sei es unter anderem, schreibt Borchmeyer, die unzugänglich gewordenen Quellen für das Wagnersche Pamphlet wieder zugänglich zu machen und dieses so der Frühphase des Antisemitismus zuordnen zu können. Weder entschuldige der Autor die Heftigkeit des Wagnerschen Verschwörungswahns, noch beschuldige er ihn für etwas, das nicht in seinen Texten stünde. Das Wagnersche Vernichtungsvokabular habe rein metaphorische Bedeutung gehabt. Zweifel meldet Borchmeyer hinsichtlich der These Fischers an, der Antisemitismus Wagners müsse sich auch in seinen Opern niederschlagen, als eine Art "eingewobener Subtext": auch Fischer gelinge es nicht, diesen Subtext in den musikdramatischen Werken Wagners wirklich ausfindig zumachen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Über den Autor

Jens Malte Fischer, 1943 geboren, ist Professor für Theaterwissenschaft an der Universität München. Er schreibt regelmäßig für die Neue Zürcher Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und den Merkur.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Dieses Buch ist eine Pflichtlektüre für alle, die sich ernsthaft mit dem Leben und Werk Richard Wagners beschäftigen wollen. Gerade von sogenannten Wagnerianern wird Wagners Antisemitismus gern ausgeblendet. Jens Malte Fischer verhilft dem Leser mit seinem Buch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Wagners antisemitischer Schrift "Über das Judentum in der Musik". Fischer sucht nach Ursachen, nicht nach Entschuldigungen, für Wagners Antisemitismus und beschreibt eindrücklich welche unmittelbaren Auswirkungen die beiden Publikationsdaten der Schrift,1850 und 1869, auf die deutsche Öffentlichkeit hatten. Fischer scheut sich auch nicht vor der Frage, inwieweit Wagners Antisemitismus dem wieder zunehmendem Antisemitismus in Deutschland am Ende des 19.Jahrhunderts Vorschub geleistet hat. Schließlich enthält das Buch eine umfassende Dokumentation der zeitgenösischen Reaktionen auf Wagners Schrift. Insgesamt ist die Stärke des Buches vor allem eine unbeeinflussbare Objektivität.
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