Wenn große Künstler große Aufnahmen produzieren und dabei dann der Name Peter Hofmann auftaucht, sind versnobbte "Alt-Wagnerianer" schnell mit vorlautem Mundwerk dabei, auf das Niveau von Volkshochschulkursen zurückzufallen, nur um sich von der Schande reinzuwaschen, dass es ein Wagner-Tenor gewagt hat, neben der Klassik (insbesondere der Wagner-Interpretationen) auch noch andere Musikstile als gleichwertig zu erachten. Da wird dann schnell das Werk zu einer "Bankrotterklärung" degradiert und schwelgerisch von anderen K+nstlern geschwärmt, deren Heiligenschein dem jüngeren, an klassischer Musik interessierten Menschen auch nach oftmaligem Genuss nicht zu erschließen ist, denn er gründet meist auf einer Diffamierung dieser Einspielung mit Peter Hofmann. Da Hofmanns Leistung allerdings stimmlich in Ausruck, Facette und Volumen auch hierbei einmalig ist, muss ich enttäuscht konstatieren, dass es Peter Hofmann immer noch nicht verziehen wurde (was ihm ziemlich egal war und hoffentlich immer noch ist), jenen krampfadrigen, verknöcherten "Bayreuthhalbtoten" etwas lebendiges, unterhaltendes und forsches wie seine Rockmusikinterpretationen entgegengesetzt hat. Nein, auf dem absteigenden Ast war Hofmann zu dieser Zeit auf keinen Fall, und so etwas wäre ja in Bayreuth auch kein Ausschlussmerkmal, wenn man bedenkt, wie lange Herr Kollo Bayreuther Bühnen noch beglücken darf, ein großer Tenor, zweifelsohne, doch ihm fehlt(e) mehr als nur die einmalige Bühnenpräsent eines Peter Hofmann.
Es bleibt dabei: Wer unvoreingenommen Wagner genießen will und vorurteilsfrei das Gesamtkubstwerk wirken lässt, hat viel Freude mit dieser Aufnahme!