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Richard Wagner in Deutschland: Rezeption - Verfälschungen
 
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Richard Wagner in Deutschland: Rezeption - Verfälschungen [Gebundene Ausgabe]

Udo Bermbach
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Preis für beide: EUR 74,90

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 508 Seiten
  • Verlag: Metzler (15. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3476018849
  • ISBN-13: 978-3476018847
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 16,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 76.783 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Udo Bermbach
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Udo Bermbach ist nach wie vor einer der wenigen wirklich profunden Kenner der Wagner-Materie, die sachlich und differenziert zu Werke gehen. DLF, Musik aktuell Es gehört zu den Vorzügen von Bermbachs Darstellung, dass sie Differenzierungen Raum gibt und monolithische Urteile aufbricht. opernwelt Bermbachs Buch setzt Maßstäbe für das kommende Wagner-Jubiläumsjahr 2013. Süddeutsche Zeitung In der großen weiten Welt der Wagner-Experten ist Udo Bermbach der Mann fürs Politische. Schon 2003 und 2005 hat er Studien zum politisch-ästhetischen Konzept im Ringen um das "Gesamtkunstwerk" vorgelegt. Jetzt folgt, als Abschluss einer Trilogie annonciert, ein umfangreicher Band mit Arbeiten zur politischen Wagner-Rezeption in Deutschland. Deutschlandradio Kultur Der Hamburger Politologe und Wagner-Forscher Udo Bermbach, der den Bayreuther Betrieb als Mitarbeiter von Jürgen Flimm auch von innen kennt, bringt in seinem gewichtigen Buch "Wagner in Deutschland" Licht in die dumpfdeutsche Komponente der Festspiele. Kölner Stadt-Anzeiger

Kurzbeschreibung

Die Bayreuther Umdeutung Wagners und ihre Folgen
Erstmalige Aufarbeitung der Bayreuther Blätter
Fundierte Studie anhand einer Fülle von DokumentenZur problematischen Wagner-Rezeption in Deutschland. Die Geschichte der politisch-ästhetischen Rezeption Richard Wagners ist noch nicht aufgearbeitet. Der Autor geht den sich wandelnden Deutungen von Wagners Denken und Werk seit dem Kaiserreich bis in die Zeit der frühen Bundesrepublik nach und untersucht die Funktionalisierung der Werke zu politischen Zwecken. Als Grundlage dienen u. a. maßgebliche Wagner-Biografien. Die von 1878 bis 1938 erschienenen Bayreuther Blätter werden erstmals umfassend ausgewertet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hans-Georg Seidel TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Zusammenfassung: Der Politologe Prof. Udo Bermbach bietet in diesem hervorragenden Buch eine nüchtern, präzise, detailliert und dezent wertende Gesamtschau der vielschichtigen Verfälschungen der Werke Richard Wagners. Erläutert wissenschaftlich belegt, wie Wagner in das ideologische Fahrwasser rassistisch, nationalistischer Ideologie geriet. Verschweigt aber keineswegs die sehr ambivalente, ideologische Grundstruktur seiner Werke sondern erläutert sie sachgerecht. Mit dem vermittelten Wissen wird jedem ernsthaft an Wagner Interessierten, der an Fakten und nicht an vorurteilsbehafteten, unterstellenden, Annahmeideologien interessiert ist, deutlich, wie sich die rezeptionsgeschichtlichen Interpretationsauseinandersetzungen bis in die heutige Zeit fortpflanzen.
Da stehen sich die Fraktionen der Wagnerianer konfrontativ gegenüber, die in der Alt-Bayreuther Tradition ihren Meister doktrinär als nordisch-germanisch-mythisch- inhaltsnebulösen, romantisch - völkischen Seelenbeglücker zurechtfrisiert sehen möchten, gegen die Fraktion, die ihn, unter Mißachtung der vollkommen unterschiedlichen Positionen, zum geistigen Vorläufer Hitlers stilisieren will und letztlich die Richtung, die versucht, Wagner seriös, wissenschaftsgerecht, möglichst ideologiefrei, inhaltlich aufzuarbeiten.

Wertung des Rezensierenden:
Wagner ideologiefrei zu diskutieren, ist auch heute ein sehr schwieriges Unterfangen, ist doch auch die Interpretationsgeschichte nach 1945 zuerst von selbstreinwaschenden,ideologischen Wendehälsen bestimmt worden. Und auch heute ist die Gruppe der Alt-Wagnerianer, die ein äußerst bedenkliches,rechtslastig rassistisches, ideologisches Wahrnehmungs- und Bewertungsgrundpotential in sich trägt, das unter anderen politischen Voraussetzungen sofort wieder zum Tragen käme, immer noch-wenn auch relativ bedeckt- vorhanden.
Der Komponist wird auch zukünftig Anlaufstation für jene sein, die ihn zum völkischen Ersatzreligionsstifter umfunktionieren wollen, deren psychische Grundbefindlichkeit nach einem nordischen Erlöser schreit und dabei - wie auch bisher - keine Rücksicht auf die wissenschaftliche Faktenlage nehmen werden, denn, wer aus dieser Befindlichkeit heraus, glauben will und muß, läßt sich diesbezüglich nicht rational hinterfragen.

Deutlich wird, wie eben gerade humanistische Grundideale in ihr Gegenteil verkehrt worden sind und immer wieder in dieser Gefahr stehen, wenn sie von Positionen ausgehen, die den Menschen als verhaltenslimitierenden Faktor negieren.

Empfehlung:
Mit diesem Buch sowie dem Buch "Blühendes Leid" -Politik und Gesellschaft in Richard Wagners Musikdramen- leistet der Autor einen hervorragenden Beitrag zum Wagner Verständnis. Es sei ausdrücklich jedem empfohlen, der eine seriös wissenschaftliche Aufarbeitung und Darstellung schätzt. Leider werden es wohl die Wagner-Ideologen, die es insbesondere angeht, entschieden ablehnen, ist hier Wagner doch nüchtern, rational geerdet.

Es sei aber auch denen empfohlen, die es mit ihrem ausschließlich naiv romantischen Wagner Verständnis, jedem Künstler schwer machen, für die Bühne zu arbeiten ohne sofort mit einer Terminologie, die an die Reichsmusikkammer im Dritten Reich erinnert, als Verfälscher, Verhunzer, Vergewaltiger, abgekanzelt zu werden. Mit einer aus reinen Bauchgefühlen abgeleiteten Emotion, die jegliches Fachwissen vermissen läßt, kann man dem Künstler Wagner nicht gerecht werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Untertitel des Buches gibt deutlich die Richtung dessen vor, was Bermbach im Buch darlegt: Rezeption und Verfälschungen. In gleiche Richtung gestaltet bietet sich auch das Titelbild dem Leser dar, der als antiker Gott fast anmutende Richard Wagner in Stein gemeißelt, eine Darstelljung, die ebenfalls natürlich einer ganz bestimmten, konkret nachweisbaren Sicht auf Wagner geschuldet ist. Einer Sicht, die nicht immer mit dem 'wahren Wagner' in Einklang zu bringen ist, zumindest nicht in den vielfachen Differenzierungen auch in der Person des Komponisten.

In der fast unüberschaubaren Literatur zu Wagner (zu der sich jedes Jahr aufs Neue Band um Band hinzufügt) ist dieser Ansatz zumindest ein stückweit ungewöhnlich und macht neugierig auf Bermbachs Schlussfolgerungen, wieweit in der Rezeption von Person und Werk Wagner durchaus auch bewusste Verfälschungen sich ihren Weg gebahnt haben könnten.

Schon beim ersten Anlesen im Buch wird zum einen deutlich, wie akribisch Bermabch gearbeitet hat. Vielfache Quellen der Rezeption finden sich ausgewertet im Buch wieder (u.a. alle sechzig Jahrgänge der 'Bayreuther Blätter') und zum zweiten wird ebenso deutlich, dass im Blick auf Wagner das Bild von Person und Werk sich durchaus im Lauf der Jahrzehnte immer wieder auch gewandelt hat, Wagner somit durchaus auch 'passend gemacht' wurde für ästhetische Geschmäcker der Zeit, für weltanschauliche Haltungen, gerade im dritten Reich.

So ergibt sich nach der Lektüre des Buches ein stimmiges Bild zumindest im Ansatz Bermbachs, dass eben 'die Landkarte seines Erbes und seiner Wirkungen noch voller weißer Flecken ist, die darauf warten, endlich eingefärbt zu werden'.
Wobei Bermbach zwar durchaus erkennbar seinen Schwerpunkt in der Rezeption der politisch-ästhetischen Weltanschauung Wagners setzt, beileibe aber auf diesem Weg eine auch breitere Darstellung von Person und Werk Wagners nicht versäumt.

Vor allem aber die 'Bayreuther Weltanschauung' als Hauptlinie der Rezeption ist es, um die Bermbach immer wieder kreist und zu der er bei allen Exkursen links und rechts wieder hin zurückkehrt. Eine politsch-ästhetische Sicht der Welt, die gerade nach dem Tode Wagners 'in Fahrt' gekommen ist und über Jahrzehnte hinaus in weite Teile von Politik und Gesellschaft eingewirkt hat. Nicht nur in der unsäglichen Verbindungen zum 'Führer', durchaus auch in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik (mit vielfacher Reibung an der 'neuen Demokratie') ist dieser Einfluss fassbar zu spüren und wird von Bermbach sehr fundiert und verständlich aufgearbeitet und vor Augen geführt. Mit dem Ergebnis, das es durchaus nicht nur eine leichte Verfälschung Wagners ist, die 'ihn und sein Erbe kontinuierlich dem konservativen, völkisch-nationalen, später dem rechten und rechtsradikalen Diskurs eingegliedert hat' und, hier vor allem, diese Eingliederung als 'natürlich Folge seiner (Wagners) Absichten ausgegeben hat'.

Ein gelungener Aspekt (unter vielen anderen) im Buch liegt mit darin, die linke, revolutionäre Vergangenheit Wagners wieder in den Blick zu rücken und deren Impulse im späteren Leben und Werk Wagners wieder aufzuspüren. Spannend und exemplarisch zu lesen, nicht nur unter diesem Aspekt, sondern für den gesamten Verlauf der Rezeptionsgeschichte, sind die Darlegungen Bermbachs zu den 'Stationen der Ring-Deutungen' nach 1876. Das Hauptwerk Wagners und das Werk durchaus intensiver und feststellbarer Umdeutungen im Lauf der Jahrzehnte.

Als Abschluss der dreibändigen, umfassenden Betrachtung Wagners durch Bermbach darf dieser Band als fundiert und gelungen bezeichnet werden und wirft einen breiten Blick auf die Rezeption Wagners in den Jahrzehnten nach seinem Tod, eine immer wieder gefärbte Rezension, die bei weitem nicht immer den inneren Anliegen Wagners nicht immer folgte, durchaus aber den Anliegen von 'Bayreuth', den Erben.
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