Robert-Tarek Fischer studierte Geschichte an der Uni Wien und stellt seine Forschung unter den Schwerpunkt "Beziehung Europas zum Nahen Osten in der Neuzeit" und hier konkret auf die entsprechende Außenpolitik der Habsburger. Zusätzlich befasst er sich seit langem mit dem Hochmittelalter und hier speziell dem 12. Jahrhundert. Da bot es sich natürlich förmlich an, eine Biographie über Richard I. Löwenherz zu verfassen.
<br />Das Buch bemüht sich aus den vielen Sagen und Legenden die Wirklichkeit zu extrahieren und den Inbegriff des ritterlichen Königs so darzustellen wie er wirklich lebte. Fischer gelingt es sehr gut auch das Umfeld des Plantagenet darzustellen und gibt höchst interessante Einblicke in seine Familienstruktur aber auch in das politische Umfeld in Europa. Er bezieht sich dabei auf praktisch alle verfügbaren Quellen und versucht dabei auch die widersprüchlichen Aussagen Richards politischer Freunde und Feinde aufzulösen.
<br />Besonders gefallen hat mir, dass dieses Buch sehr leicht und spannend zu lesen ist. Es gibt keine Passagen die trocken oder weniger unterhaltsam wären. Vielleicht ist spannend das falsche Wort, aber es ist zumindest so fesselnd, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Vor allem aber hat es Fischer geschafft das Buch für den Otto Normalverbraucher zu schreiben. Wenngleich mein Geschichtswissen im Wesentlichen aus den Erinnerungen an die längst vergangene Schulzeit besteht, hatte ich keine Schwierigkeiten dem Buch zu folgen. Alles ist ausreichend gut erklärt. Vielleicht macht es diese Darstellung zu einem Buch das für die Wissenschafter unter uns nahezu unbrauchbar wird, für den Normalbürger ist es dafür umso interessanter.