Mit der "Richard Diamond"-Reihe hat die Lauscherlounge eine tolle Detektiv-Hörspielreihe erschaffen. Erdacht wurde sie von Blake Edwards (dem Regisseur der Pink Panther-Filme) und der hatte das Krimigenre offensichtlich im Blut. "Richard Diamond" spielt im New York der 50er Jahre und hat einen Anti-Helden als Helden. Richard Diamond ist ehemaliger Polizist und hält sich nun als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über Wasser. Er wirkt etwas kaputt, ist stets sarkastisch und trotz allem hat er die Nase vorn, wenn es darum geht, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu übertreffen. Dabei will er sich gar nicht unbedingt engagieren, sondern rutscht immer in die Fälle und den Schlamassel hinein. Gesprochen wird Richard Diamond von Tobias Kluckert, der die prefekte Stimme für diese Rolle hat. Andere Hauptfiguren sind ebenfalls sehr gut besetzt, allen voran Detlef Bierstedt als Richard Diamonds alter Kollege und Freund. In diesen beiden Folgen besteht allerdings das Problem, dass einige Nebenfiguren mit Gastsprechern besetzt sind, die sich diese Ehre erkauft haben (siehe Crowdfunding). Sie tun sicher ihr bestes, aber man hört sie extrem heraus. Das hat mich etwas gestört. Was die beiden Geschichten selbst angeht, so sind sie kurzweilig. "Der Fall Caspary" hat mich mehr überzeugt als "Der Metzgerladen", da der Geschichte mehr Zeit gegeben wird und sie auch origineller ist als der zweite Fall. Wie immer tut die Musik aber das Ihrige, um den Geschichten die passende Atmosphäre zu verleihen und den Hörer ins Geschehen hineinzuziehen. Großartig ist auch die Covergestaltung der Hörspiele.