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Rich Dad, Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen
 
 
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Rich Dad, Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen [Taschenbuch]

Robert T. Kiyosaki , Sharon L. Lechter , Andrea Panster , Andrea Panster
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gut gemeinte Ratschläge bekommen fast alle Kinder von ihren Eltern mit auf den Weg. Das Problem ist: Wer sie befolgt, wird oftmals im Hamsterrad eines mittelmäßigen Jobs landen, sein Leben lang für andere arbeiten und jeden Zugewinn an Steuer und Banken abdrücken müssen. Robert T. Kiyosaki weiß Abhilfe: Statt „Karriere-Tipps“ von gestern feilzubieten, rät er, unseren Kindern schon von klein auf beizubringen, wie unser Geldsystem funktioniert. Und das bedeutet vor allem: nicht mehr für Geld arbeiten, sondern das Geld für sich arbeiten zu lassen. In humorvollem Erzählton berichtet der Autor von seinen beiden Vätern – der eine reich, der andere arm – und zieht messerscharf Konsequenzen aus seinen Beobachtungen.



Über den Autor

Robert T. Kiyosaki ist Amerikaner japanischer Herkunft, geboren in Hawaii. Nach Einsätzen als Offizier im Vietnamkrieg begann seine steile Karriere im Geschäftsleben. Gründer einer weltweit operierenden Akademie für Business und Investment. Mit 47 finanziell so gut gestellt, dass er in den Ruhestand gehen konnte.

Sharon L. Lechter ist Unternehmensberaterin, Ehefrau und Mutter. Sie hat sich spezialisiert auf die Verbesserung der „finanziellen Erziehung“ von Kindern.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Bereitet die Schule die Kinder auf das echte Leben vor? Meine Eltern pflegten zu sagen: »Wenn du fleißig lernst und gute Noten schreibst, bekommst du einen gut bezahlten Job und hervorragende Arbeitgeberleistungen obendrein.« Ihr Lebensziel war es, meiner großen Schwester und mir das Studium zu ermöglichen und uns damit den besten Start in ein erfolgreiches Leben zu geben. Als ich mir 1976 endlich mein Diplom verdient hatte - ich schloss das Studium zur Wirtschaftsprüferin an der Florida State Universität mit Auszeichnung und als eine der Besten meines Jahrgangs ab -, hatten meine Eltern ihr Ziel erreicht. Es war die Krönung ihres Lebens. Ich wurde - genau nach Plan - von einem der acht führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen angestellt und freute mich auf ein langes Berufsleben sowie einen frühen Ruhestand.
Mein Mann Michael ging einen ähnlichen Weg. Wir stammen beide aus tüchtigen Familien mit bescheidenen finanziellen Mitteln, aber hoher Arbeitsmoral. Auch Michael schloss sein Studium mit Auszeichnung ab - nur tat er das gleich zweimal: zuerst als Ingenieur, dann als Jurist. Schnell wurde er von einer angesehenen Kanzlei in Washington, D.C., eingestellt, wo man sich auf Patentrecht spezialisiert hatte. Allem Anschein nach sah seine Zukunft rosig aus, sein Berufsweg war klar vorgezeichnet, der frühe Ruhestand garantiert.
Wir sind beide beruflich erfolgreich, trotzdem haben sich unsere Karrieren anders entwickelt als erwartet. Wir haben beide ein paar Mal - aus den richtigen Gründen - den Arbeitsplatz gewechselt, doch eine betriebliche Altersvorsorge gibt es für uns nicht. Das Geld für unseren Ruhestand vermehrt sich nur dank eigener freiwilliger Beiträge.
Michael und ich führen eine wunderbare Ehe, und wir haben drei großartige Kinder. Während ich diese Zeilen schreibe, besuchen zwei davon die Universität, das dritte kommt gerade auf die Highschool. Wir geben ein Vermögen dafür aus, damit unsere Kinder nur ja die bestmögliche Ausbildung bekommen.
1996 kam eines meiner Kinder eines Tages enttäuscht von der Schule nach Hause. Das Lernen langweilte ihn, und er war es leid. »Warum soll ich für irgendwelche Fächer lernen, die ich im Leben nie mehr brauche?«, protestierte er.
Ohne nachzudenken erwiderte ich: »Weil du gute Noten brauchst, um zum Studium zugelassen zu werden.«
»Ich werde reich«, antwortete er, »ob mit oder ohne Studium.«
»Ohne Studium bekommst du keinen ordentlichen Job«, sagte ich daraufhin mit einer Spur von Panik und mütterlicher Sorge. »Und wie willst du ohne einen ordentlichen Job reich werden?«
Mein Sohn grinste und schüttelte leicht gelangweilt den Kopf. Wir führten dieses Gespräch nicht zum ersten Mal. Er senkte den Kopf und rollte die Augen. Wieder einmal traf meine mütterliche Weisheit auf taube Ohren.
Mein Sohn ist ein kluger und willensstarker, aber auch ein höflicher und respektvoller junger Mann.
»Mama«, setzte er an. Nun durfte ich mir eine Predigt anhören. »Du musst mit der Zeit gehen! Schau dich doch um: Die reichsten Menschen sind nicht wegen ihrer Ausbildung reich. Sieh dir Michael Jordan und Madonna an. Bill Gates hat sein Harvardstudium hingeschmissen und Microsoft gegründet. Jetzt ist er der reichste Mann Amerikas und noch nicht mal vierzig. Es gibt einen Baseballspieler, der über vier Millionen Dollar im Jahr verdient, obwohl er als ›geistig behindert‹ gilt.«
Wir schwiegen lange. Mir dämmerte, dass ich meinem Sohn denselben Rat gab, den meine Eltern mir gegeben hatten. Die Welt um uns herum hatte sich verändert, aber mein Rat war der gleiche geblieben.
Eine gute Ausbildung und gute Noten sind keine Erfolgsgarantie mehr, und offenbar hat das bis auf unsere Kinder niemand bemerkt.
»Mama«, fuhr er fort, »ich will nicht so hart arbeiten wie du und Papa. Ihr verdient viel Geld, und wir leben in einem Riesenhaus und haben ganz tolle Spielsachen. Und wenn ich deinen Rat befolge, stehe ich am Ende so da wie ihr. Ich werde immer mehr arbeiten, um immer mehr Steuern zu zahlen, und am Ende werde ich dann mit Schulden dastehen. Es gibt keine sicheren Arbeitsplätze mehr. Ich weiß alles über Personalabbau. Ich weiß auch, dass Studienabgänger heutzutage weniger verdienen als damals, als ihr angefangen habt zu arbeiten. Sieh dir doch die Ärzte an. Die verdienen lange nicht mehr so gut wie früher. Ich weiß, dass ich mich, was meinen Ruhestand angeht, weder auf die öffentliche Rentenversicherung noch auf eine Betriebsrente verlassen kann. Ich brauche neue Antworten.«
Er hatte Recht. Er brauchte neue Antworten, genau wie ich. Der Rat meiner Eltern mag für die Generation sinnvoll gewesen sein, die vor 1945 geboren wurde, aber für diejenigen, die in diese sich schnell wandelnde Welt hineingeboren werden, kann er katastrophale Auswirkungen haben. Ich kann meinen Kindern nicht mehr einfach sagen: »Lerne fleißig, schreib gute Noten und such dir einen sicheren Job.«
Ich wusste, dass ich nach neuen Ausbildungsmöglichkeiten für meine Kinder Ausschau halten musste.
Als Mutter und als Wirtschaftsprüferin bereitet es mir Sorge, dass unsere Kinder in der Schule keinerlei finanzielle Bildung bekommen. Viele Jugendliche haben heute schon eine Kreditkarte, bevor sie die Highschool verlassen, aber sie lernen nichts über Geld oder wie man es investiert - und wie sich Zins und Zinseszins auf Kreditkartenschulden auswirken, wissen sie schon gar nicht. Kurz gesagt, ohne ein solides finanzielles Grundwissen und ohne zu wissen, wie Geld arbeitet, sind sie auf die Welt, die sie erwartet, nicht vorbereitet. Auf eine Welt, in der das Geldausgeben einen höheren Stellenwert hat als das Sparen.
Als sich mein ältester Sohn in seinem ersten Jahr auf der Universität hoffnungslos in Kreditkartenschulden verstrickte, half ich ihm nicht nur, besagte Kreditkarten zu vernichten, sondern machte mich zudem auf die Suche nach einem Programm, das mir dabei helfen sollte, meine Kinder in finanziellen Dingen zu unterweisen.
Letztes Jahr rief mich mein Mann eines Tages aus dem Büro an. »Da ist jemand, den du kennen lernen solltest«, sagte er. »Er heißt Robert Kiyosaki. Er ist Geschäftsmann und Investor und möchte ein Lernspiel zum Patent anmelden. Ich glaube, das ist genau das, was du suchst.«
Genau das, was ich suche.
CASHFLOW, das neue Lernspiel, das Robert Kiyosaki gerade entwickelte, beeindruckte meinen Mann Mike so sehr, dass er uns beide zu einem Test des Prototyps anmeldete.
Da es sich um ein Lernspiel handelte, fragte ich auch meine 19-jährige Tochter, die gerade ihr Studium an der örtlichen Universität aufgenommen hatte, ob sie teilnehmen wollte. Sie sagte ja.
An dem Test nahmen insgesamt etwa fünfzehn Personen in drei Gruppen teil.
Mike hatte Recht. Das Spiel war genau das, wonach ich suchte. Aber es hatte einen Haken. Es sah aus wie ein buntes Monopolybrett mit einer gut gekleideten Ratte in der Mitte. Im Gegensatz zum Monopoly-Spiel gab es zwei Spielbahnen: eine innere und eine äußere. Ziel des Spiels war es, die innere Bahn - die Robert als »die Tretmühle« bezeichnete - zu verlassen und auf die äußere oder »die Überholspur« zu wechseln. Robert erklärte, die Überholspur zeige genau, wie sich die Reichen im wirklichen Leben verhielten.
Dann gab uns Robert seine Definition der »Tretmühle«.
»Wenn Sie sich das Leben durchschnittlich gebildeter, hart arbeitender Menschen ansehen, werden Sie gewisse Ähnlichkeiten entdecken. Das Kind kommt auf die Welt und geht zur Schule. Die stolzen Eltern sind entzückt, weil es sich ganz gut macht, durchschnittliche bis gute Noten schreibt und einen Studienplatz ergattert. Das Kind schließt sein Studium ab, macht vielleicht sogar noch einen weiteren Abschluss, und tut dann genau das, worauf es programmiert wurde: Es begibt sich auf die Suche nach einem sicheren Arbeitsplatz oder einem sicheren Beruf. Das Kind findet ihn, wird Arzt oder Anwalt, geht zum Militär oder wird Beamter. Im...

Auszug aus Rich Dad, Poor Dad. Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen von Robert T. Kiyosaki, Sharon L. Lechter, Andrea Panster. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Bereitet die Schule die Kinder auf das echte Leben vor? Meine Eltern pflegten zu sagen: »Wenn du fleißig lernst und gute Noten schreibst, bekommst du einen gut bezahlten Job und hervorragende Arbeitgeberleistungen obendrein.« Ihr Lebensziel war es, meiner großen Schwester und mir das Studium zu ermöglichen und uns damit den besten Start in ein erfolgreiches Leben zu geben. Als ich mir 1976 endlich mein Diplom verdient hatte - ich schloss das Studium zur Wirtschaftsprüferin an der Florida State Universität mit Auszeichnung und als eine der Besten meines Jahrgangs ab -, hatten meine Eltern ihr Ziel erreicht. Es war die Krönung ihres Lebens. Ich wurde - genau nach Plan - von einem der acht führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen angestellt und freute mich auf ein langes Berufsleben sowie einen frühen Ruhestand.
Mein Mann Michael ging einen ähnlichen Weg. Wir stammen beide aus tüchtigen Familien mit bescheidenen finanziellen Mitteln, aber hoher Arbeitsmoral. Auch Michael schloss sein Studium mit Auszeichnung ab - nur tat er das gleich zweimal: zuerst als Ingenieur, dann als Jurist. Schnell wurde er von einer angesehenen Kanzlei in Washington, D.C., eingestellt, wo man sich auf Patentrecht spezialisiert hatte. Allem Anschein nach sah seine Zukunft rosig aus, sein Berufsweg war klar vorgezeichnet, der frühe Ruhestand garantiert.
Wir sind beide beruflich erfolgreich, trotzdem haben sich unsere Karrieren anders entwickelt als erwartet. Wir haben beide ein paar Mal - aus den richtigen Gründen - den Arbeitsplatz gewechselt, doch eine betriebliche Altersvorsorge gibt es für uns nicht. Das Geld für unseren Ruhestand vermehrt sich nur dank eigener freiwilliger Beiträge.
Michael und ich führen eine wunderbare Ehe, und wir haben drei großartige Kinder. Während ich diese Zeilen schreibe, besuchen zwei davon die Universität, das dritte kommt gerade auf die Highschool. Wir geben ein Vermögen dafür aus, damit unsere Kinder nur ja die bestmögliche Ausbildung bekommen.
1996 kam eines meiner Kinder eines Tages enttäuscht von der Schule nach Hause. Das Lernen langweilte ihn, und er war es leid. »Warum soll ich für irgendwelche Fächer lernen, die ich im Leben nie mehr brauche?«, protestierte er.
Ohne nachzudenken erwiderte ich: »Weil du gute Noten brauchst, um zum Studium zugelassen zu werden.«
»Ich werde reich«, antwortete er, »ob mit oder ohne Studium.«
»Ohne Studium bekommst du keinen ordentlichen Job«, sagte ich daraufhin mit einer Spur von Panik und mütterlicher Sorge. »Und wie willst du ohne einen ordentlichen Job reich werden?«
Mein Sohn grinste und schüttelte leicht gelangweilt den Kopf. Wir führten dieses Gespräch nicht zum ersten Mal. Er senkte den Kopf und rollte die Augen. Wieder einmal traf meine mütterliche Weisheit auf taube Ohren.
Mein Sohn ist ein kluger und willensstarker, aber auch ein höflicher und respektvoller junger Mann.
»Mama«, setzte er an. Nun durfte ich mir eine Predigt anhören. »Du musst mit der Zeit gehen! Schau dich doch um: Die reichsten Menschen sind nicht wegen ihrer Ausbildung reich. Sieh dir Michael Jordan und Madonna an. Bill Gates hat sein Harvardstudium hingeschmissen und Microsoft gegründet. Jetzt ist er der reichste Mann Amerikas und noch nicht mal vierzig. Es gibt einen Baseballspieler, der über vier Millionen Dollar im Jahr verdient, obwohl er als »geistig behindert« gilt.«
Wir schwiegen lange. Mir dämmerte, dass ich meinem Sohn denselben Rat gab, den meine Eltern mir gegeben hatten. Die Welt um uns herum hatte sich verändert, aber mein Rat war der gleiche geblieben.
Eine gute Ausbildung und gute Noten sind keine Erfolgsgarantie mehr, und offenbar hat das bis auf unsere Kinder niemand bemerkt.
»Mama«, fuhr er fort, »ich will nicht so hart arbeiten wie du und Papa. Ihr verdient viel Geld, und wir leben in einem Riesenhaus und haben ganz tolle Spielsachen. Und wenn ich deinen Rat befolge, stehe ich am Ende so da wie ihr. Ich werde immer mehr arbeiten, um immer mehr Steuern zu zahlen, und am Ende werde ich dann mit Schulden dastehen. Es gibt keine sicheren Arbeitsplätze mehr. Ich weiß alles über Personalabbau. Ich weiß auch, dass Studienabgänger heutzutage weniger verdienen als damals, als ihr angefangen habt zu arbeiten. Sieh dir doch die Ärzte an. Die verdienen lange nicht mehr so gut wie früher. Ich weiß, dass ich mich, was meinen Ruhestand angeht, weder auf die öffentliche Rentenversicherung noch auf eine Betriebsrente verlassen kann. Ich brauche neue Antworten.«
Er hatte Recht. Er brauchte neue Antworten, genau wie ich. Der Rat meiner Eltern mag für die Generation sinnvoll gewesen sein, die vor 1945 geboren wurde, aber für diejenigen, die in diese sich schnell wandelnde Welt hineingeboren werden, kann er katastrophale Auswirkungen haben. Ich kann meinen Kindern nicht mehr einfach sagen: »Lerne fleißig, schreib gute Noten und such dir einen sicheren Job.«
Ich wusste, dass ich nach neuen Ausbildungsmöglichkeiten für meine Kinder Ausschau halten musste.
Als Mutter und als Wirtschaftsprüferin bereitet es mir Sorge, dass unsere Kinder in der Schule keinerlei finanzielle Bildung bekommen. Viele Jugendliche haben heute schon eine Kreditkarte, bevor sie die Highschool verlassen, aber sie lernen nichts über Geld oder wie man es investiert - und wie sich Zins und Zinseszins auf Kreditkartenschulden auswirken, wissen sie schon gar nicht. Kurz gesagt, ohne ein solides finanzielles Grundwissen und ohne zu wissen, wie Geld arbeitet, sind sie auf die Welt, die sie erwartet, nicht vorbereitet. Auf eine Welt, in der das Geldausgeben einen höheren Stellenwert hat als das Sparen.
Als sich mein ältester Sohn in seinem ersten Jahr auf der Universität hoffnungslos in Kreditkartenschulden verstrickte, half ich ihm nicht nur, besagte Kreditkarten zu vernichten, sondern machte mich zudem auf die Suche nach einem Programm, das mir dabei helfen sollte, meine Kinder in finanziellen Dingen zu unterweisen.
Letztes Jahr rief mich mein Mann eines Tages aus dem Büro an. »Da ist jemand, den du kennen lernen solltest«, sagte er. »Er heißt Robert Kiyosaki. Er ist Geschäftsmann und Investor und möchte ein Lernspiel zum Patent anmelden. Ich glaube, das ist genau das, was du suchst.«
Genau das, was ich suche.
CASHFLOW, das neue Lernspiel, das Robert Kiyosaki gerade entwickelte, beeindruckte meinen Mann Mike so sehr, dass er uns beide zu einem Test des Prototyps anmeldete.
Da es sich um ein Lernspiel handelte, fragte ich auch meine 19-jährige Tochter, die gerade ihr Studium an der örtlichen Universität aufgenommen hatte, ob sie teilnehmen wollte. Sie sagte ja.
An dem Test nahmen insgesamt etwa fünfzehn Personen in drei Gruppen teil.
Mike hatte Recht. Das Spiel war genau das, wonach ich suchte. Aber es hatte einen Haken. Es sah aus wie ein buntes Monopolybrett mit einer gut gekleideten Ratte in der Mitte. Im Gegensatz zum Monopoly-Spiel gab es zwei Spielbahnen: eine innere und eine äußere. Ziel des Spiels war es, die innere Bahn - die Robert als »die Tretmühle« bezeichnete - zu verlassen und auf die äußere oder »die Überholspur« zu wechseln. Robert erklärte, die Überholspur zeige genau, wie sich die Reichen im wirklichen Leben verhielten.
Dann gab uns Robert seine Definition der »Tretmühle«.
»Wenn Sie sich das Leben durchschnittlich gebildeter, hart arbeitender Menschen ansehen, werden Sie gewisse Ähnlichkeiten entdecken. Das Kind kommt auf die Welt und geht zur Schule. Die stolzen Eltern sind entzückt, weil es sich ganz gut macht, durchschnittliche bis gute Noten schreibt und einen Studienplatz ergattert. Das Kind schließt sein Studium ab, macht vielleicht sogar noch einen weiteren Abschluss, und tut dann genau das, worauf es programmiert wurde: Es begibt sich auf die Suche nach einem sicheren Arbeitsplatz oder einem sicheren Beruf. Das Kind findet ihn, wird Arzt oder Anwalt, geht zum Militär oder wird Beamter. Im Allgemeinen verdient es nun gutes Geld, es flattern massenweise Kreditkarten ins Haus, und das große Geldausgeben beginnt - sofern es nicht bereits begonnen hat.
Das Kind hat Geld wie Heu und geht dorthin, wo andere junge Menschen herumhängen, die ganz genauso sind wie es selbst. Es lernt jemanden kennen, sie gehen aus, und manchmal heiraten sie sogar. Das Leben ist wunderbar, weil heutzutage Männer und Frauen arbeiten. Ein doppeltes Einkommen ist eine wahre Freude. Die beiden fühlen sich erfolgreich, ihre Zukunft sieht rosig aus, und sie beschließen, ein Haus, ein Auto und einen Fernseher zu kaufen, in Urlaub zu fahren und Kinder zu bekommen. Nun kommen die kleinen Wonneproppen auf die Welt. Die Familie braucht enorme Summen Geld. Das glückliche Paar kommt zu dem Schluss, dass seine berufliche Karriere von grundlegender Bedeutung ist. Die beiden arbeiten härter, bemühen sich um Beförderungen und Gehaltserhöhungen. Sie bekommen die Gehaltserhöhungen und ein weiteres Kind, und brauchen nun auch ein größeres Haus. Sie arbeiten noch härter, werden noch bessere Arbeitnehmer, engagieren sich noch mehr. Sie bilden sich fort und spezialisieren sich weiter, um noch mehr Geld zu verdienen. Vielleicht suchen sie sich sogar einen Nebenjob. Ihr Einkommen steigt - ihre Steuerklasse, die Grundsteuer für ihr neues großes Heim, ihre Sozialversicherungsbeiträge und alle anderen Abgaben erhöhen sich ebenfalls. Sie bekommen fette Gehaltsschecks und fragen sich, wo das ganze Geld bleibt. Sie kaufen ein paar Investmentfonds und Lebensmittel mit der Kreditkarte. Wenn die Kinder fünf oder sechs Jahre alt sind, wächst die Notwendigkeit, für ihr Studium zu sparen, ebenso wie die Notwendigkeit, für den eigenen Ruhestand vorzusorgen.
Das glückliche Paar, das vor 35 Jahren zur Welt kam, ist nun für den Rest seines Arbeitslebens in der Tretmühle gefangen. Die beiden arbeiten für die Eigentümer ihrer Unternehmen, für die Regierung, weil sie Steuern zahlen, und für die Bank, weil sie ihre Hypothek und ihre Kreditkartenschulden tilgen müssen.
Ihren eigenen Kindern raten sie: »Lerne fleißig, schreib gute Noten und such dir einen sicheren Job.« Über Geld lernen sie nichts, bis auf das, was ihnen die Menschen beibringen, die von ihrer Naivität profitieren, und sie arbeiten ihr Leben lang hart. Anschließend wiederholt sich das Ganze mit der nächsten Generation fleißiger Arbeiter. Das ist die »Tretmühle«.«
Der »Tretmühle« können Sie nur entkommen, indem Sie unter Beweis stellen, dass Sie sowohl Buchführung als auch das Investieren beherrschen - die wohl schwierigsten Fächer überhaupt. Ich bin Wirtschaftsprüferin und habe früher für eines der acht führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen der Vereinigten Staaten gearbeitet. Es überraschte mich, dass es Robert gelungen war, das Erlernen dieser beiden Fächer sowohl angenehm als auch spannend zu gestalten. Der Lernprozess war so gut getarnt, dass wir schnell vergaßen, während wir gewissenhaft darauf hinarbeiteten, uns aus der »Tretmühle« zu befreien.
Bald wurde aus dem Spieletest ein vergnüglicher Nachmittag mit meiner Tochter. Wir sprachen über Dinge, über die wir uns noch nie unterhalten hatten. Mir als Wirtschaftsprüferin fiel es leicht, ein Spiel zu spielen, bei dem man eine Gewinn- und Verlustrechnung und eine Bilanz erstellen musste. So hatte ich Zeit, meiner Tochter und den anderen Spielern am Tisch bei den Dingen zu helfen, die sie nicht verstanden. Ich war die Erste - und Einzige der ganzen Testgruppe -, der es an jenem Nachmittag gelang, sich aus der »Tretmühle« zu befreien. In fünfzig Minuten hatte ich es geschafft, obwohl das Spiel fast drei Stunden dauerte.
In meiner Gruppe befanden sich ein Banker, ein Unternehmer und ein Computerprogrammierer. Es erschütterte mich sehr, wie wenig diese Menschen sowohl über die Buchführung als auch über das Investieren wussten - über Dinge, die in ihrem Leben von großer Bedeutung waren. Ich fragte mich, wie sie wohl im echten Leben ihre Finanzen regelten. Ich verstand, wieso sich meine 19-jährige Tochter schwertat, aber diese Leute waren erwachsen und mindestens doppelt so alt wie sie.
Nachdem ich der »Tretmühle« entkommen war, sah ich noch zwei Stunden lang zu, wie meine Tochter und diese gebildeten, wohlhabenden Erwachsenen würfelten und ihre Spielfiguren weiterschoben. Ich war froh, dass alle so viel dabei lernten, aber ich war auch erschüttert, wie wenig diese Erwachsenen die Grundlagen der Buchführung und des Investierens beherrschten. Es fiel ihnen schwer, die Beziehung zwischen ihrer Gewinn- und Verlustrechnung und ihrer Bilanz zu verstehen. Wenn sie Vermögenswerte kauften und verkauften, dachten sie oft nicht daran, dass sich jede einzelne Transaktion auf ihren monatlichen Cashflow auswirkte. Ich fragte mich, wie viele Millionen Menschen sich dort draußen in der wirklichen Welt mit finanziellen Schwierigkeiten herumplagten, weil sie den Umgang mit Geld nie gelernt hatten.
»Zum Glück amüsieren sie sich und werden dadurch abgelenkt, dass sie gewinnen wollen«, dachte ich mir. Nachdem Robert uns gebeten hatte, das Spielen einzustellen, gab er uns fünfzehn Minuten, um CASHFLOW in der Gruppe zu besprechen und zu beurteilen.
Der Unternehmer an meinem Tisch war nicht glücklich. Das Spiel gefiel ihm nicht. »Ich muss das gar nicht wissen«, sagte er laut. »Ich bezahle Steuerberater, Banker und Anwälte, damit sie mich darüber informieren.«
Worauf Robert erwiderte: »Wissen Sie, wie viele Steuerberater alles andere als reich sind? Und wie viele Banker und Anwälte und Börsenmakler und Immobilienmakler? Diese Leute wissen eine Menge und sind in der Regel recht schlau, aber reich sind die meisten von ihnen nicht. Weil man uns an den Schulen nicht beibringt, was die Reichen wissen, hören wir auf diese Leute. Und eines Tages stehen Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit auf dem Highway im Stau. Sie schauen nach rechts und sehen, dass Ihr Steuerberater im gleichen Stau steckt. Sie schauen nach links und entdecken Ihren Banker. Das sollte Ihnen zu denken geben.«
Auch den Computerprogrammierer ließ das Spiel kalt: »Es gibt Programme, die mir das beibringen.«
Der Banker dagegen war betroffen. »Ich habe das mal gelernt - also den Teil mit der Buchführung -, aber im echten Leben wusste ich nichts damit anzufangen. Jetzt weiß ich es. Ich muss raus aus der »Tretmühle«.«
Am meisten aber rührte mich der Kommentar meiner Tochter. »Das Lernen hat Spaß gemacht«, sagte sie. »Ich habe viel darüber gelernt, wie Geld arbeitet und wie man investiert.«
Dann fuhr sie fort: »Jetzt weiß ich, dass ich einen Beruf wählen kann, den ich mag, nicht einen, der einen sicheren Arbeitsplatz, gute Arbeitgeberleistungen oder ein dickes Gehalt verspricht. Wenn ich das lerne, worum es in diesem Spiel geht, kann ich tun und studieren, woran mein Herz hängt... und muss nicht irgendetwas studieren, nur weil Unternehmen Menschen mit bestimmten beruflichen Qualifikationen suchen. Wenn ich das lerne, muss ich mir keine Sorgen mehr um einen sicheren Arbeitsplatz und die öffentliche Rentenversicherung machen, so wie das die meisten meiner Kommilitonen bereits tun.«
Nach dem Spiel hatte ich keine Zeit, mich mit Robert zu unterhalten, aber wir vereinbarten, uns später zu einem Gespräch über das Projekt zu treffen. Ich wusste, dass er mit seinem Spiel anderen Menschen helfen wollte, finanziell gewiefter zu werden, und ich wollte unbedingt mehr über seine Pläne erfahren.
Mein Mann und ich luden Robert und seine Frau in der Woche darauf zum Abendessen ein. Es war unsere erste private Begegnung, aber wir hatten das Gefühl, uns seit Jahren zu kennen.
Wir stellten fest, dass wir viel gemeinsam hatten. Wir deckten das gesamte Spektrum an Gesprächsthemen von Sport und Spiel bis hin zu Restaurants und sozioökonomischen Themen ab. Wir sprachen über die sich wandelnde Welt. Lange diskutierten wir über die geringe oder gar fehlende Altersvorsorge der Amerikaner, über den drohenden Bankrott der öffentlichen Rentenversicherung und der staatlichen Krankenversicherung für Rentner. Würden meine Kinder für den Ruhestand der 75 Millionen Menschen starken Nachkriegsgeneration aufkommen müssen? Wir fragten uns, ob die Menschen wussten, wie riskant es war, sich auf die betriebliche Altersvorsorge zu verlassen.
Roberts Hauptanliegen war, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt immer größer wurde. Robert ist Autodidakt, Selfmademan und Unternehmer. Er hat die ganze Welt bereist, um Einzelinvestitionen sinnvoll miteinander zu verbinden, und konnte sich mit 47 Jahren zur Ruhe setzen. Er kehrte in die Arbeitswelt zurück, weil ihn dieselben Sorgen plagten, die ich mir um meine Kinder machte. Er weiß, dass die Welt sich verändert, das Bildungssystem mit dieser Veränderung aber nicht Schritt hält. Robert zufolge verbringen unsere Kinder viele Jahre in einem überholten Schulsystem und lernen Fächer, die sie nie mehr brauchen, um sich auf eine Welt vorzubereiten, die es nicht mehr gibt.
Er sagt gerne: »Der gefährlichste Rat, den Sie einem Kind heute geben können, lautet: »Lerne fleißig, schreib gute Noten und such dir einen sicheren Job.« Dieser Rat ist überholt, und er ist schlecht. Wenn Sie wüssten, was gerade in Asien, Europa und Südamerika vor sich geht, wären Sie ebenso besorgt wie ich.«
Er findet diesen Rat schlecht, weil er glaubt: »Wenn Ihr Kind eine finanziell abgesicherte Zukunft haben soll, darf es nicht nach den alten Regeln spielen. Das ist einfach zu riskant.«
Ich fragte ihn, was er mit den »alten Regeln« meinte.
»Menschen wie ich spielen nach anderen Regeln als Sie«, sagte er. »Was geschieht, wenn ein Unternehmen ankündigt, dass es Personal abbauen will?«
»Menschen werden arbeitslos«, sagte ich. »Familien werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Arbeitslosenquote steigt.«
»Ja, aber was geschieht mit dem Unternehmen, besonders wenn es eine Aktiengesellschaft ist und die Aktien an der Börse gehandelt werden?«
»Für gewöhnlich steigen die Aktien, wenn ein Unternehmen ankündigt, dass es Personal abbauen will«, sagte ich. »Der Markt reagiert positiv darauf, wenn ein Unternehmen seine Lohnkosten senkt - sei es durch Automatisierung oder einfach dadurch, dass es die Zahl der Beschäftigten verringert.«
»Stimmt«, sagte er. »Und wenn die Aktien steigen, werden Menschen wie ich - die Aktionäre - reicher. Das meine ich mit anderen Regeln. Die Arbeitnehmer verlieren, die Unternehmer und Investoren gewinnen.«
Mit diesem Beispiel machte Robert nicht nur den Unterschied zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern deutlich, sondern auch den Unterschied zwischen einem Menschen, der die Kontrolle über sein Schicksal hatte, und einem Menschen, der diese Kontrolle einem anderen überließ.
»Allerdings verstehen die meisten Menschen nicht, wieso das so ist«, sagte ich. »Sie finden es einfach nur ungerecht.«
»Deshalb ist es töricht, einem Kind einfach zu sagen: »Lern was Gescheites.««, sagte er. »Es ist töricht anzunehmen, unser Schulsystem würde unsere Kinder auf die Welt vorbereiten, mit der sie nach Abschluss ihres Studiums konfrontiert sind. Unsere Kinder brauchen eine bessere Ausbildung. Eine andere Ausbildung. Und sie müssen die Regeln kennen - die anderen Regeln.
Es gibt die finanziellen Regeln, nach denen die Reichen spielen, und die Regeln, nach denen die übrigen 95 Prozent der Bevölkerung spielen«, sagte er. »Und diese 95 Prozent lernen die Regeln zu Hause und in der Schule. Deshalb ist es heute so riskant, einfach zu einem Kind zu sagen: »Lerne fleißig und such dir einen guten Job.« Heutzutage brauchen unsere Kinder eine sehr viel bessere Ausbildung, und die bleibt das Schulsystem schuldig. Mir ist es gleich, wie viele Computer in einem Klassenzimmer stehen oder wie viel Geld die Schulen ausgeben. Wie kann das Bildungssystem ein Fach unterrichten, von dem es keine Ahnung hat?«
Wie bringt man also seinen Kindern bei, was die Schule versäumt? Wie unterrichtet man seine Kinder in Buchführung? Wird ihnen das nicht zu langweilig? Und wie lehrt man sie das Investieren, wenn man selbst alles andere als risikofreudig ist? Statt meinen Kindern einfach zu raten, sie sollten auf Nummer Sicher gehen, beschloss ich, ihnen beizubringen, wie man die Sache mit Köpfchen angeht.
»Wie würden Sie also einem Kind etwas über Geld und all die anderen Sachen beibringen, über die wir gerade gesprochen haben?«, fragte ich Robert. »Wie können wir den Eltern diese Aufgabe erleichtern - ganz besonders dann, wenn sie selbst keine Ahnung haben?«
»Ich habe ein Buch darüber geschrieben«, erwiderte er.
»Wo ist es?«
»In meinem Computer. Es befindet sich schon seit Jahren dort, in zusammenhanglosen Fragmenten. Von Zeit zu Zeit füge ich etwas hinzu, aber bis jetzt bin ich nicht dazu gekommen, ein Buch daraus zu machen.
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