Abgesehen davon, was man von der Zusammenstellung von Werken aus verschiedenen Epochen denken mag, die in keinem offensichtlichen Bezug zueinander stehen, ist hier eine sehr interessante orchestrierte Interpretation des Ricercar aus dem Musikalischen Opfer zu hören, der man sich nicht leicht entziehen kann. Webern experimentierte mit einer Fülle von Klangfarben, welche das polyphone Geflecht sehr transparent machen und verglichen mit dem Cembalo viel emotionale Spannung transportieren. Nicht geringen Anteil daran haben die ausführenden Interpreten: Das Münchener Kammerorchester kann mühelos mit den Begriffen Klangsprache, Artikulation, Cantables Spiel arbeiten und Christoph Poppen gestaltet einen herrlichen Spannungsbogen.
Eine mitgelieferte Choralkantate aus Bach`s Frühwerk, gesungen vom Hilliard Ensemble kann dieses Niveau leider nicht halten. Zu unausgewogen disponiert ist das Ensemble, der Countertenor klingt geradezu bizarr. Das Stimmengeflecht von Cantus Firmus im Sopran und den übrigen Stimmen will sich nicht recht entfalten, zu dünn ist der Gesang. Wenn Monika Mauch auch über eine lupenreine, schlanke Stimme verfügt, kann Sie den geforderten Ausdruck nicht erzeugen. Wieviel ergreifender ist demgegenüber die Einspielung des Bach Collegium Japan unter Suzuki!