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Die nächste "innere Schicht" bilden Weberns einsätziges, erst posthum aufgeführtes Streichquartett von 1905 und seine "Fünf Sätze für Streichquartett op. 5" von 1909, beide gekonnt orchestriert von Christoph Poppen. Sie umschließen das Zentrum des Programms, Bachs Choral-Kantate "Christ lag in Todebanden BWV 4". Letztere wird in solistischer Sängerbesetzung vom Hilliard Ensemble vorgetragen, den Sopran übernimmt Monika Mauch. Ihre Interpretation erreicht jene tiefgründige Verbundenheit von Musik und Textgehalt, deren Aufscheinen die existenzielle Dimension eines solchen Meisterwerks erleben lässt und es damit allen zeittypisch barocken Komponenten zum Trotz der Vergänglichkeit enthebt.
Nach Art der historischen Aufführungspraxis begleiten Instrumentalisten des Münchener Kammerorchesters die vier Sänger ebenfalls solistisch, wobei sie hinsichtlich Artikulation und Dynamik nicht immer ganz den heute als authentisch vertrauten Tonfall treffen. Für solche kleinen Einschränkungen entschädigt allerdings die höchst inspirierte, unmittelbar ansprechende Darbietung der Musik Weberns: Faszinierend, was Christoph Poppen aus dem Münchener Kammerorchester gemacht hat! --Michael Wersin
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