"Tochter der Schuld" ist ein hochtrabender Titel für ein liebenswertes Buch, das vom Anfang bis zum Ende spannend ist. Tragisch wird hier eine kriminelle Geschichte erzählt, für die man so viel Verständnis aufbringt, dass man mit den "Verbrechern" mit empfindet und sogar mitleidet. In 3 Tagen habe ich das Buch gelesen, da ich es nicht weglegen konnte.
Für Alayne fällt auf einmal ihr Leben wie ein Kartenhaus zusammen: Ihre Tochter geht mit ihrem Freund überraschend nach USA zum Studieren, und sie findet heraus, dass ihr Ehemann sie mit ihrer besten Freundin, ihrer Chefin, betrügt. Somit verliert sie auch gleichzeitig ihren Arbeitsplatz. In diesem Gefühlschaos, in das sie dabei fällt, erhält sie die Nachricht, dass sich ihre geliebte Großmutter Edith, die sie aufzog, in lebensbedrohlichem Zustand im Krankenhaus befindet. Hinzu kommt, dass sie Besuch von einem Kriminalbeamten erhält, der ihr mitteilt, dass man beim Abbruch des ehemaligen Pubs ihrer Großmutter ein Skelett fand. Sie besucht Edith im Krankenhaus, die seit ihrem Schlaganfall auf der Intensivstation liegt.
Als diese aus dem Koma aufwacht und Alayne ihr von dem grausigen Fund berichtet, kollabiert sie erneut. Die Ärzte machen ihr keine Hoffnung, dass die alte Dame wieder aufwacht. So fährt sie ins Cottage von Edith und stöbert auf deren Dachboden. Dabei findet sie eine Tüte mit uralten Babysachen aus feinster Seide, die mit einem handgestickten edlen Wappen verziert sind. Sie recherchiert und erfährt dabei, dass dieses Wappen zum alten Adelsgeschlecht der Pencarrons gehört. Auf deren Familienschloss in Cornwall geschah 1940 ein großen Unglück, in dessen Verlauf deren Baby entführt wurde, Lord Henry beim Brand des Schlosses ums Leben kam und Lady Sarah sich danach das Leben nahm.
Als Edith wider Erwarten aus dem Koma erwacht, ist nicht nur Alayne bei ihr, sondern auch ihre Tochter Blanche, die in Frankreich lebt. Edith bittet die beiden um Gehör, denn sie müsse ihnen vor ihrem Tode etwas Wichtiges sagen. So legt sie ihre Lebensbeichte ab...
An dieser Stelle wird die Geschichte in die Jugend der alten Dame zurückgedreht und sehr realistisch deren bewegte Lebensgeschichte erzählt, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde. Die Vorkriegszeit, der tragische und entbehrungsreiche Krieg sowie auch der Aufbau danach wird so plastisch und drastisch geschildert, dass einem manchmal die Luft weg bleibt. Dass trotzdem auch die Liebe hier nicht zu kurz kommt, berührt das Herz!
Ich werde sicher noch mehr Bücher dieser Autorin lesen!
Fazit für dieses Buch: Sehr empfehlens- und lesenswert!