Ein Sprachvirtuose war der gelernte Anstreicher, autodidaktische Zeichner und Dramatiker Engelke, der an nahezu allen Fronten des ersten Weltkriegs kämpfte und wie so viele Dichter seiner Generation dem Krieg zum Opfer fiel, sicher nicht.
Die Versmaße seiner Gedichte hinken oft deutlich und die Bilder wirken bisweilen arg schräg, und man fragt sich, ob Engelke ohne die Protektion des damals berühmten Richard Dehmel sein "Rhythmus eines neuen Europa" überhaupt hätte vermarkten können.
Der Titel resultiert wohl aus der damals zeitgemäßen Technikbegeisterung: Titel wie "Lokomotive" und "Die Fabrik" sprechen für sich. Andererseits wird der Dichter auch zum Industriekritiker, wenn er die schweren Arbeitsbedingungen in der Fabrik zum Gegenstand seiner Lyrik macht: "Tag und Nacht: Lärm und Dampf, / Immer Arbeit, immer Kampf: / Unerbittlich schröpft das Moloch-Haus / Stahl und Mensch um Menschen aus."
Engelke sind ohne Zweifel einige Meilensteine der "Industrielyrik" wie das "Lied der Kohlenhäuer" zu verdanken.
Kennzeichnend für die Lyrik des Gerrit Engelke ist die Dominanz des Inhalts über die Sprache: wichtige Gedanken und die Unfähigkeit oder der Unwille, sie in ein sprachliches Korsett zu zwängen.
Engelke ist ein glänzender Porträtist des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Manche seiner Gedichte erfassen den Geist und das Lebensgefühl der Zeit präzise. Sein Tod nach einer schweren Verletzung in den letzten Kriegstagen 1918 war für die deutsche Lyrik ein Verlust, sein Gedicht "An die Soldaten des großen Krieges" bleibt als kenntnisreiches Mahnmal der Zeit erhalten. Wohl kaum ein anderer hat den Krieg so aus eigener Anschauung in lyrische Form pressen können.