Rezension
Schnell, schneller, The Capones. Nur wenige Ska-Kapellen fallen mir ein, die noch flotter in die Saiten greifen. Zeit für jazzige Exkursionen bleibt da kaum, obwohl sich die Münchner Band Anfang 2003 ursprünglich genau dafür getroffen hat. Zu bedauern ist das nicht, denn die Speed-Ska-Songs erfüllen ihren Zweck: Sie lassen den ganzen Körper zucken. Damit niemand vom Hocker fällt, gibt es zur Album-Halbzeit mit "Paradise Island" doch noch einen jazzig angehauchten Track zum Luftholen. Die nächsten fünf Songs sind Live-Aufnahmen, bei denen wieder der Tacho ausschlägt. Bei so viel Tempo ist es kein Wunder, dass die CD nach knapp 35 Minuten zu Ende ist. Puh! Hinsetzen, einen Schluck Wasser trinken und wieder auf "Play" drücken. (Bloom (Robert Kneschke, 28.05.04))
Unverschämt charmanter Ska aus Deutschland. Ein Trend, der sich bestätigt. Jenseits von Ska nach Schema F liefern die Vorstadt-Mafiosi THE CAPONES aus dem Dunstkreis von München mit "Rhythm Elixir" ein beeindruckendes Debüt. Denn abseits der allseits beliebten Standardlösung wird hier eine energiegeladene Mischung aus Reggae, Funk, Jazz und Dixie-Elementen kredenzt, die bei jedem halbwegs normal entwickelten Menschen unkontrollierte Tanzwut auslöst. "Ready To Rock" darf hier getrost als rhetorische Frage aufgefasst werden - was bleibt einem denn bei dem Gebräu anderes übrig? Ordentlich rocken kann auch nicht jeder und wenn dann auch noch musikalische Vielfältigkeit wie im relaxten "Paradise Island" oder dem Ohrwurm "Presente" bewiesen wird, dann muss man schon den Hut ziehen. Das Debüt "Rhythm Elixir" wartet dabei mit sechs Studio- und fünf Live-Tracks auf, bei denen die acht Bajuwaren ebenso eindrucksvoll ihre Live-Qualitäten unter Beweis stellen. Das Können ist nach einem Durchgang "Rhythm Elixir" keine Frage. (Sellfish (Skapunk, Mai 2004))
Durch eine kuriose Connection, die zu erklären unnötig ist, kam diese CD der 8-köpfigen Ska-Reggae-Funkrock-Truppe aus München ins Haus geflattert. Und die selbstgewählte Beschreibung "Sensationally Refreshing" ist gar nicht mal so falsch, denn dies ist Instant-Gute Laune-Musik, bei der man nicht ruhig bleiben kann. Am ehesten vergleichbar mit MADNESS heißt bei dem Oktett "Nicht kleckern, sondern klotzen" wohl das Motto - eine ganze Latte von Live-Gigs alleine im 1. Halbjahr ist aufgeführt, das geht schon in eine semi-professionelle Richtung. 3 Sänger, sie spielen nebenher noch Bass, Gitarre und Percussion, sowie gleich 2 Saxophonisten, ein Trompeter und ein Drummer, die alle Backing Vocals beisteuern, sorgen für einen dichten Klangteppich. Der einzige, der nicht singen will (oder darf?), ist der Keyboarder. Ursprünglich als Jazz-Combo geplant, schwenkte man auf diese extrem partytaugliche Richtung ein, und das funktioniert sowohl im Studio als auch live (ab "Friendship Song" handelt es sich um einen Konzertmitschnitt). Die spielerischen Fähigkeiten der Musiker sind sehr hoch einzuschätzen, teilweise wird so schnell in das Blech gepustet, dass man kaum mitkommt. (Unserem Projektleiter rls, der Posaunist ist, werde ich mal "Standing Up In Vain" zum Nachspielen vorlegen!) (Nee, laß mal ... - Anm. rls) Da dies aber auch im zweiten Teil im Konzert bei einer ähnlichen Passage vorkommt, spielen die Jungs die Songs tatsächlich so versiert ein. Abweichungen vom traditionellen Ska-Schema wie Funk- und Jazz-Rhythmik oder verzerrte Gitarren erzeugen eine Individualität, die keine Langeweile aufkommen lässt. Die Berichte, dass die Leute bei den Gigs der Band unweigerlich ins Tanzen geraten, glaube ich sofort. (CrossOver (Georg Lögler 2004))
Kurzbeschreibung
Ska-Reggae-Funkrock - Diese ohnehin schon recht weitläufige Stilbezeichnung schafft es dennoch nicht ganz den Musikstil der "Capones" wahrheitsgetreu wiederzugeben. Die acht Jungs von den Capones lassen sich so leicht in keine Schublade pressen. Unweigerlich führt alles wieder zum gleichen Ursprung: Dem Groove und der Freude an tanzbarer Musik. Und das merkt man den Jungs auch an. Mit Gitarre, Bass, Keyboards, Brass-Section, Drums und Percussions spielt sich die Band heute hauptsächlich durch die Welt der karibischen und lateinamerikanischen Musik. Auf ihrem Debut "Rhythm Elixir" haben sie sich allerdings noch voll und ganz dem Ska verschrieben. Der dreistimmige Gesang in Englisch, Spanisch oder Französisch kommt fett und schon nach wenigen Takten ist klar: Hier kommt Partysound, Ladies and Gentleman! ... unverschämt charmanter Ska aus Deutschland ... ... eine energiegeladene Mischung aus Reggae, Funk, Jazz ... ... das Können ist nach einem Durchgang "Rhythm Elixir" keine Frage ... Sellfish ... wenige fallen mir ein, die flotter in die Saiten greifen ... ... Puh! Hinsetzen, Schluck Wasser trinken, wieder auf "Play" drücken ... Bloom ... feinste Highspeed Neo-Swing Druckmusik ... ... endlich legt jemand den Finger an den Abzug der Ska-Schrotflinte ... Voice Of A Culture (6/10) ... dies ist Instant-Gute Laune Musik ... ... eine Individualität, die keine Langeweile aufkommen lässt ... CrossOver ... die Bläsersektion ist gekonnt, die Gesangsarrangements gut ... ... die Capones schaffen Laune, und gute noch dazu ... Southspace (7/10) ... packender und elektrisierender Ska deutscher Machart ... ... ein schönes Einstandswerk einer Ska-Band mit Zukunft ... Bumbanet (6/10)