Nach 12 Jahren Wandererfahrung in Griechenland, teilweise ohne Wanderführer (weil es für manche Inseln keine gibt), dürfen wir behaupten, nicht ganz unbedarft zu sein. Dies nur vorweg.
Diesmal also mit Gerd Thiel. Nach der dritten Tour, angegeben für 4,5 Stunden Gesamtgehzeit (die wir nach 5 Stunden ständigen Suchens, Ausprobierens und Zurücklaufens für die Hälfte der Strecke wieder einmal abwandelten), beschlossen wir, uns die Wanderungen nach Titel und Beschreibung auszusuchen und mit der Karte loszulaufen. Das Buch hatten wir zwar dabei, um gelegentlich nachzulesen, wo Herr Thiel jetzt ungefähr sein könnte; auf diese Weise fanden wir wunderschöne Wege, die er jedenfalls nicht gegangen sein konnte.
Die wenigen Orientierungspunkte sind alles andere als markant (in der Hochebene laufen Sie auf einen abgestorbenen Baum zu - wir haben 4 abgestorbene Bäume in 3 verschiedenen Himmelsrichtungen gezählt). Wo geht man jetzt an der linken Talseite entlang, wenn man sich an einem Punkt befindet, von dem aus man 2 Täler begehen kann? Was ist "hinter dem Brunnen", wenn man seitlich kommt und "hinter" dem Brunnen nichts ist? Sind 200 m wirklich "unmittelbar (geht ein Weg ab)"? Natürlich verändert sich in kurzer Zeit einiges durch Straßenerweiterungen, Grundstückseinzäunungen und vieles mehr, aber es gibt durchaus nach wie vor unveränderliche Punkte wie Felsen, Höhlen, -zig-meterhohe Zypressen, die einsam in der Landschaft stehen und schon von weitem sichbar sind etc.
Alles in allem also sehr ungenau und selbst für geübte "Wanderbeschreibungsleser" kaum machbar. Positiv waren die schönen Touren, die wir gezwungenermaßen auf eigene Faust gefunden haben und die netten Leute, die wir unterwegs, ebenfalls mit dem roten Büchlein planlos herumirrend, kennengelernt haben.