Die Wahl des Reiseführers ist immer so eine Sache. Marcopolo ist immer so kurz gehalten und man hat eigentlich nur 100 tipps für restaurants und n paar karten. Das ist generell ein Problem bei vielen Reiseführern.
Dieser hier ist sehr detailgetreu und liebevoll gestaltet, Es gibt Abrisse über die örtliche Geschichte und viele Insidertipps. Die Autorin kennt offenbar die gesamte Insel in- und auswendig.
Wir haben viele der Tipps befolgt und waren damit auch sehr zufrieden.
Im Anschluss an ein jedes Kapitel über einen Ort findet man Tipps für Unterkünfte, Restaurants und Strände (hier ist auch angegeben, ob es sich um Sand- oder Kieselstrände handelt).Das Buch ist eingeteilt in folgende Artikel: Vor der Reise, Rhodos-Stadt, Reisetipps A-Z, Nördliche Ostküste, Insel und Bewohner, Mittlere Ostküste, Der Süden, Nördliche Westküste, Mittlere Westküste, Insel Symi, Insel Chalki, Anhang.
Im Anhang findet man auch eine Sprachhilfe, in der auch die Aussprache kurz erläutert ist. Irritierenderweise fehlt hier das kleine Wörtchen "tschüß".
Ich gebe einen Punkt Abzug für folgendes:
In der Altstadt besteht der Bodenbelag aus, wie beschrieben "kieselmosaiken". Dass diese unfreiwillige Massagen für die Füße bieten, und man abends keinen Meter mehr laufen möchte, weil die Füße so weh tun, steht hier nicht drin. Ich kann mir vorstellen, dass es in dieser Hinsicht auch ein bisschen nervtötend ist, in der Altstadt ein Hotel zu haben, denn den Koffer durch die kleinen, nur fußläufig zu erreichenden und mit eben diesen Kieselmosaiken belegten Straßen zu ziehen. Ein Hinweis darauf wäre nett gewesen. Auch ein Hinweis auf die bereits im April bestehende Mückendichte wäre hilfreich gewesen. Generell habe ich den Eindruck, dass der Reiseführer eher auf im Sommer reisende Urlauber zugeschnitten ist.
Noch eine Anmerkung: Wir sind nicht die Touristen, die in jede Kirche reingehen und jedes kleine Dort angucken, in dem es eine Kirche gibt. Daher waren wir am Ende sehr viel schneller mit sämtlichen Rundgängen und Touren fertig, als man hätte sein können, wenn man jeder Beschreibung der Autorin gefolgt wäre. Daher kam es uns auch so vor, als seien Hinweise wie "Die Distanzen auf der Insel sollte man nicht unterschätzen" oder schlicht die Fülle der Informationen etwas "übertrieben". Wir haben uns ein Auto gemietet und waren in ca. einer Stunde von Rhodos Stadt in Lindos. Mehr hatten wir eigentlich nicht geplant, was am Ende dazu führte, dass wir einfach ein bisschen über die Insel gefahren sind, teils etwas ziellos (was aber auch schön war). Tendenziell gewinnt man den Eindruck als sei es mehr als es de facto ist. Das ist aber sehr subjektiv, eben weil wir , wie gesagt, nicht diejenigen sind, die jede der gefühlten 100 Kirchen angucken möchten.
Abgesehen vom Reisefrührer ein Tipp: Aufgepasst für Reisende in diesem Jahr: Wer auf der Stadtmauer einen Rundgang machen möchte, beachte, dass diese dieses Jahr erst im Juni öffnet. (folgendes Erlebnis: Wir wollten vorgestern, also Ende April, Karten dafür kaufen, morgens um 11h: "Hello. We would like to buy tickets for the wall." "It's not open yet." "When does it open?" "In June.")
Trotz alldem ist der Reiseführer sehr zu empfehlen. Man lernt viel über die Geschichte und Kultur, die die Menschen dort prägen, und bekommt einen Einblick, den sicher nicht jeder Reiseführer bietet. Die ca. 15 Euro, die wir bezahlt haben, waren es auf jeden Fall wert.
Wer nicht nur im Hotel am Pool liegen möchte, sondern auch etwas über die Insel lernen möchte, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle!