Kurzbeschreibung
In vorliegender Publikation wird erstmals die Bedeutung der rhetorischen Theorie für die Bildkünste des 15. bis 18. Jahrhunderts umfassend dargestellt und erkenntnistheoretisch begründet. Durch den Nachweis, daß die -rhetorische- Auffassung von Kunst im späten 18. Jahrhundert unmittelbar von der -ästhetischen- abgelöst wurde, wird der zentrale Paradigmenwechsel des 18. Jahrhunderts neu bewertet und das moderne Urteilen und Verurteilen von -Rhetorik- auch von Seiten der Kunstwissenschaft einer Revision unterzogen. Denn bis ins späte 18. Jahrhundert hinein kann die -Rhetorik- als leitende Theorie aller Künste gelten. Und erst durch die idealistische Philosophie der späten Aufklärung gewann die ästhetische Theorie ihre Vormachtstellung als Beurteilungsgrundlage der Kunst. Nun galt als eigentlicher -Zweck- aller Kunst nurmehr die -Lust- oder -Unlust- des Betrachters sowie das Urteil des -Geschmacks- als höchste Instanz.In diesem Wechsel des Theorieanspruchs gründet letztlich also die ästhetische Kunstauffassung, welche in die -moderne- Vorstellung einer völligen Autonomie der Kunst und ihrer Werke mündete.