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Rheinsberg
 
 
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Rheinsberg [Taschenbuch]

Kurt Tucholsky , Ignaz Wrobel , Kurt Szafranski
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 99 Seiten
  • Verlag: Verlag der Nation; Auflage: 3., Aufl. (Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3373003296
  • ISBN-13: 978-3373003298
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 10,2 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 318.900 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kurt Tucholsky
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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Der erotische, selbstbewusste Umgang miteinander, ihr unkonventionelles Auftreten und die vergnüglichen Angriffe auf das kleinbürgerliche Denken und den Nationalismus - das ist der Stoff dieses so erfolgreichen kleinen Büchleins, das seit seinem Erscheinen im Jahr 1912 zu einem Klassiker der Verliebten avancierte. Über allem schwebt die Lebensfreude und herrliche Leichtigkeit der beiden verliebten Großstädter Wolfgang und Claire, die für drei ganze Tage dem Alltag auf Schloss Rheinsberg entfliehen. Wie sie diese Tage genießen, wie sie über die Sehnsucht der Bürger spotten, nicht eine Minute Langeweile aufziehen sehen, faszinierte Generationen von Verliebten. Aber ihr Geplauder ist auch ein vieldeutiges Spiel um Glück, Sehnsucht und Erfüllung. Wohlwissend, dass Liebe nicht ein Leben lang so unbeschwert sein kann, lautet Wolfgangs Credo: "Glücklich sein, aber nie zufrieden."

Ulrike Krumbiegel spricht die Wortverdrehungen, die Haltung eines kleinen Kindes, sie kopiert Tiere als wäre ihr die Rolle der immer vor Einfällen sprudelnden Claire auf den Leib geschrieben. Gunter Schoß als Wölfchen fasziniert mit seinem Wechsel von väterlich-ironischen und frechen Passagen als idealer Dialogpartner. Die Stimme Kurt Böwes schließlich führt ruhig und weise erzählend durch diese erfrischende Inszenierung von Wortwitz, Rollenspiel und verrückten Plaudereien. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: 58 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. Produktion: Rundfunk der DDR 1985.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

„Über Mozart kann ich nicht schreiben; ich kann ihn nur anbeten!“ Richard Strauss

Er ging als musikalisches Wunderkind in die Musikgeschichte ein. „Wunder-bar“ sind auch seine brieflichen Zeugnisse: mal heiter-selbstironisch, mal tiefsinnig-melancholisch, dann wieder sprudelnd-originell und voller augenzwinkernd-unverschämtem Spott geben sie einen unverstellten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer der meistbewunderten Künstlerpersönlichkeiten, die je gelebt haben – und bewegen dabei gerade deshalb, weil hier nicht das unantastbare Genie Wolfgang Amadeus Mozart zu uns spricht, sondern der liebenswert-unvollkommene Mensch dahinter. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Das Abenteuer beginnt erst in dem Moment, als Claire und Wolfgang den D-Zug verlassen und in der Kleinbahn die letzten Kilometer zurücklegen. Den Reiseführer hat Wolfgang im D-Zug "vergessen", und dieser Geniestreich seines Unterbewussten ist bezeichnend für die ganze Geschichte: Es geht nicht um eine ambitionierte Bildungsreise ins geschichts- und bedeutungsschwangere Rheinsberg, sondern um den unbeschwerten Ausflug eines Studentenpärchens mitten hinein in eine unzeitgemäße Idylle. Bezeichnenderweise müssen sie beim Umsteigen in Löwenberg durch einen Tunnel, und die Kleinbahn, die sie erwartet, steht da "wie aus Holz gefügt, steif und verspielt". Anders gesagt: Man pfeift auf die Wirklichkeit und reist ins ironisch blinzelnde Märchenland, wenigstens für drei Tage. Ein souveränes Spiel mit dem doppelten Boden, das auch vor der Sprache nicht Halt macht: Der romantische Mond darf nächtens durch die Bäume gespenstern, und dass das Liebespärchen sich hier seine Wirklichkeit inszeniert, lässt schon der Erzähler durchblicken, wenn er in den laufenden Text richtiggehende Regieanweisungen einfügt in die Dialoge.
Merke: So liebenswürdig kann Preußen anno 1912 sein, wenn man es liebenswürdig haben will!

Wolfgang und Claire sind alles andere als repräsentativ für die studierende Jugend ihrer Zeit, schlitzohrig nehmen sie allzu Sittenstrenges mit unschuldigem Blick auf die Schippe, demonstrativ verliebt sind sie und dem standesgemäßen Anschmachten von ferne abhold wie nur was (1912 tat man "so etwas" nicht!) -- sie genießen die Gegenwart, und nicht umsonst endet ihr Ausflug ausgiebig mit unbeschwertem nächtlichem Walzertanzen auf der Wiese. Dass die Erzählung abrupt, fast schon brutal in zwei lakonisch kurzen Absätzen aufhört -- sie "kehrten zurück und packten ein, fuhren in den rumpligen Hotelwagen zur Bahn, bestiegen in Löwenberg den Zug"... und landen wieder in ihrem Berliner Alltag -- das ändert nichts daran, dass der Ausflug ins Märchenland doch Wirklichkeit war. Genau das ist das Schöne an dieser Erzählung, und genau deswegen liest man sie heute noch genauso gern wie ihre ersten Leser vor knapp 100 Jahren.
"Rheinsberg" ist tatsächlich ein freundlicher Gegenentwurf zum wilhelminischen Zeitgeist, und Wolfgang bringt's auf den Punkt, wenn er feststellt: "Draußen ist es totenstill, der Mond scheint, und hier drinnen spielen sie ein Scheinleben. Und wir kommen hinzu, wissen nichts von den Voraussetzungen des ersten Akts und bleiben ernst." Eigentlich kommentiert er eine wunderbar laienhafte Szene im Provinztheater, die die beiden durchs Fenster amüsiert beobachten, aber gemeint ist die Existenz der beiden im Hier und Jetzt. Es ist ein Spiel, inszeniert exklusiv nur für die beiden Verliebten, und die wissen's und genießen die Vorstellung.

"Rheinsberg" ist eine entschlossen verspielte Absage an alle Verbissenheit des Daseins, und zwar nicht nur an die des preußischen Daseins. Das wird schonmal genüsslich aufs Korn genommen, etwa bei der Begegnung mit einer bierernst reformerisch gesonnenen Studentin Aachner, die in all ihrer Bekehrungswut nicht merkt, wie lächerlich ihr Gehabe eigentlich ist... die beiden Studenten kriegen das zum Glück sofort spitz, und ihnen sei Dank auch der Leser.

Nicht zum ersten Mal ist auch hier die wohlfeilste Ausgabe von "Reclam" wegen der editorischen Sorgfalt zugleich auch die empfehlenswerte: Selbstverständlich folgt sie bis auf wenige begründete (und im Anhang aufgelistete) Ausnahmen der Erstausgabe, aber was viel wichtiger ist: Der Anmerkungsapparat ist vom Feinsten und alles andere als banal. Zwar muss man das alles nicht wissen, was die Herausgeberin Ute Maack hier erläutert, aber es hilft, sich all das Gelesene besser illustriert vorzustellen. Und wer hat schon eine dermaßen enzyklopädische Allgemeinbildung, dass er jede Anspielung sofort verstanden hätte? -- Ich jedenfalls nicht.
Nicht minder aufschlussreich ist auch das Nachwort der Herausgeberin, in dem sie nicht nur auf die biographischen und außerbiographischen Hintergründe der Erzählung eingeht, sondern auch auf die Raffinesse, mit der Tucholsky diese scheinbar einfache Erzählung gestrickt hat. Nicht uninteressant ist auch die Passage über die Wirkungsgeschichte von "Rheinsberg".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Sommer, Sonne, Lebenslust. Zwei junge Verliebte nehmen sich ein Zimmer am See, sie turteln, scherzen, necken sich. Heute alltägliche Realität. Skandal hieß es damals, 1912, in der Hoch-Zeit der wilhelminischen Prüderie, als der 22-jährige Kurt Tucholsky seine persönlichen Erlebnisse mit seiner Freundin Else Weil in der Komödie "Rheinsberg" veröffentlichte. Vorangegangen waren zahlreichen Absagen des angeblich zu frivolen Manuskripts, so dass Tucholsky die Rechte an den Verleger Axel Juncker für 125 Mark verkaufte. So konnte er leider am dennoch unerwarteten Erfolg des schmalen Bändchens nicht partizipieren.

Liest man heute die undramatischen, luftig lockeren Zeilen des Autors, die bereits den Duktus von "Schloß Gripsholm" erahnen lassen, kann man sich das damalige Entsetzen kaum vorstellen. Sie erzählen völlig harmlos von der Liebe eines jungen Paares. Die Medizinstudentin Claire entrinnt mit ihrem Freund Wolfgang für eine "Reihe leuchtender Tage" der Monotonie des Berliner Alltags. Unter Vortäuschung falscher Sachverhalte - angeblich verbringt sie das Wochenende bei einer Freundin - reisen sie als "Ehepaar Gambetta" mit der Eisenbahn ins Märkische Rheinsberg.

Völlig unbeschwert besichtigen sie den malerischen Ort mit der Jugendresidenz Friedrich des Großen, machen eine Bootsfahrt, übernachten in einer Gastwirtschaft. Man neckt, zankt und amüsiert sich. Vor allem Claire sprüht geradezu vor witzigen Ideen und umgurrt ihren zuweilen gnädig bevormundenden Beschützer mit eigenwilligen und verspielten Sprachschöpfungen, ein inhaltlich meist belangloses umgangssprachliches Kauderwelsch, das weit über die in Berlin übliche freie Verwendung von Artikeln und Personalpronomina hinausgeht. "Sehssu, mein Affgen, das is nu deine Heimat. Sag mal: würdest du für dieselbe in den Tod gehen?"

Noch ist die Unbeschwertheit der Vorkriegszeit zu spüren, angesiedelt in einer sorglosen Atmosphäre aus kess-kecker Erotik mit beschwingt-schwerelosem Esprit: "Glücklich sein, aber nie zufrieden. Das Feuer nicht auslöschen lassen, nie, nie! (...) Dies alles umarmen können, nicht, weil es gut oder schön ist, sondern weil es da ist, weil sich die Wolkenbänke weiß und wattig lagern, weil wir leben! Kraft! Kraft der Jugend! (...) eine Reihe leuchtender Tage - das kommt nie wieder! Heiter Glück verbreiten! - Wir wollen uns Erinnerung machen, die Funken sprühen! Wir haben alles voraus - heute!", sinniert Wolfgang beinahe euphorisch.
Und ebenso unbeschwert wie sie begann, klingt die Geschichte auch aus. Obwohl sich bei "Wölfchen" doch der ein oder andere melancholische Gedanke einschleicht. "Sehnsucht - Sehnsucht nach der Erfüllung! Hier war alles (...) und doch zog es weiter, der Fuß strebte vorwärts, irgendwo lag ein Ziel, nie zu erreichen!"
Die beiden Verliebten kehren nach diesen luftigen drei Tagen ins nahe Berlin zurück.

Kurt Tucholsky, der sich später als unbestechlicher politischer Journalist mit satirischem Talent auszeichnete, gelingt mit "Rheinsberg" eine wunderbar leichtfüßige und beschwingte Erzählung voller Humor. Dass dieser Humor, der auch Bestandteil seiner nachfolgenden Werke sein wird, nicht unbedingt seine seelische Befindlichkeit beschrieb, zeigt sein Freitod im schwedischen Exil.
In der Vorrede zum fünfzigsten Tausend (1920) konnte der Autor jedoch rückblickend feststellen: "Was in dem Buch da ist, das weiß ich schon. Eine bessere Zeit, und meine ganze Jugend." Das Büchlein ist auch heute noch eine Hommage an den Augenblick, gleichzeitig aber auch ein Erinnern an seinen Autor - den heiteren Kämpfer, verzweifelten Liebenden und ironischen Wissenden Kurt Tucholsky.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von h.n.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Nette, leichte, klitzekurze Sommerkomödie, die jedoch durch suboptimale Sprachspiele nervt; da tischt Tucholsky in Schloss Gripsholm. Eine Sommergeschichte weit bessere Sprachkaspereien auf. Die schwül erotischen Anspielungen wirken auf Dauer drückend. Auch hier gewinnt "Gripsholm".

Zur Reclam-Ausgabe:

Die "editorische Notiz" nennt gegenüber der Erstausgabe korrigierte Druckfehler. Man staunt, wie schlampig das Original erschien. Angesichts des sprachverspielten und respektlosen Texts frage ich mich jedoch, ob "Wirtshauspuplikum" tatsächlich einen Tippfehler dokumentiert.

Viereinhalb Seiten "Anmerkungen" erklären Fremdwörter und historische Anspielungen. Freilich hätte ich die Anmerkungen gern direkt unterm Text gehabt. Außerdem gibt es ein munteres Gedicht Tucholskys über sein "Rheinsberg".

Die drei Seiten Nachbemerkungen von Wiglaf Droste könnten auch "Tucholsky und die Frauen" heißen. Es geht aber vor allem um Else Weil, das lebende Vorbild der "Rheinsberg"-Hauptakteurin "Claire". Wer durch die "Rheinsberg"-Geschichte vielleicht in erhitzte Sommerstimmung geriet, wird hier durch die historischen Tatsachen wieder ernüchtert.

Die 1967er-Verfilmung Rheinsberg mit Cornelia Froboess und Christian Wolff lässt einiges weg (Wortspiele, Ruderausflug, schwüle Andeutungen), erfindet andererseits längere Episoden (das Kennenlernen in Berlin) dazu. Im Vergleich zur Tucholsky-Verfilmung Schloss Gripsholm erheitert der "Rheinsberg"-Film aber durchaus, vor allem wegen der weniger dümmlichen Cornelia Froboess.
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Am 23. März 2001 veröffentlicht
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