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Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte
 
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Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte [Broschiert]

Kurt Tucholsky , Tatjana Hauptmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 83 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257237251
  • ISBN-13: 978-3257237252
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 17.220 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kurt Tucholsky
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Buch, nach dem "generationsweise vom Blatt geliebt wurde" (Kurt Tucholsky über Rheinsberg) - jetzt mit neuen, bezaubernden Zeichnungen von Tatjana Hauptmann: fürwahr ein Bilderbuch für Verliebte.

Über den Autor

Kurt Tucholsky, geb. am 9.1.1890 in Berlin, studierte in Berlin und in Genf Jura und promovierte 1915 in Jena. Seit 1913 war er Mitarbeiter der 'Schaubühne' und späteren 'Weltbühne', nach Siegfried Jacobsohns Tod zeitweilig auch ihr Herausgeber. Seit 1929 hielt sich Kurt Tucholsky in Schweden auf, wo er in Hindas am 21.12.1935 aus dem Leben schied.
Tucholsky war einer der bedeutendsten und scharfzüngigsten Gesellschaftskritiker und Satiriker der Weimarer Republik, pessimistischer Aufklärer, dessen hellsichtige und häufig unterhaltsame Kritik das Ziel einer demokratischen und humanen Gesellschaft verfolgte und frühzeitig auf die Gefahren von antidemokratischer Gewalt hinwies. Er gilt als Meister der kleinen Textform, von der Glosse bis zur Reportage und vom Kabarettsong bis zum kleinen Roman.

Ab 1932 veröffentlicht Tucholsky keine einzige Zeile mehr aus Verzweiflung über die politische Situation, seine Briefe unterzeichnet er mit "ein aufgehörter Deutscher" und "ein aufgehörter Schriftsteller".Tatjana Hauptmann, geboren 1950 in Wiesbaden, Besuch der Werkkunstschule Offenbach, nach dreijähriger Grafiklehre an der Werkkunstschule Wiesbaden 1970 zum ZDF, wo sie unter anderem Mainzelmännchen zeichnete. Ab 1977 Veröffentlichungen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Das Abenteuer beginnt erst in dem Moment, als Claire und Wolfgang den D-Zug verlassen und in der Kleinbahn die letzten Kilometer zurücklegen. Den Reiseführer hat Wolfgang im D-Zug "vergessen", und dieser Geniestreich seines bewussten Unterbewussten ist bezeichnend für die ganze Geschichte: Es geht nicht um eine ambitionierte Bildungsreise ins geschichts- und bedeutungsschwangere Rheinsberg, sondern um den unbeschwerten Ausflug eines Studentenpärchens mitten hinein in eine unzeitgemäße Idylle. Bezeichnenderweise müssen sie beim Umsteigen in Löwenberg durch einen Tunnel, und die Kleinbahn, die sie erwartet, steht da "wie aus Holz gefügt, steif und verspielt". Anders gesagt: Man pfeift auf die Wirklichkeit und reist ins ironisch blinzelnde Märchenland, wenigstens für drei Tage. Ein souveränes Spiel mit dem doppelten Boden, das auch vor der Sprache nicht Halt macht: Der romantische Mond darf nächtens durch die Bäume gespenstern, und dass das Liebespärchen sich hier seine Wirklichkeit inszeniert, lässt schon der Erzähler durchblicken, wenn er in den laufenden Text richtiggehende Regieanweisungen einfügt in die Dialoge.
Merke: So liebenswürdig kann Preußen anno 1912 sein, wenn man es liebenswürdig haben will!

Wolfgang und Claire sind alles andere als repräsentativ für die studierende Jugend ihrer Zeit, schlitzohrig nehmen sie allzu Sittenstrenges mit unschuldigem Blick auf die Schippe, demonstrativ verliebt sind sie und dem standesgemäßen Anschmachten von ferne abhold wie nur was (1912 tat man "so etwas" nicht!) -- sie genießen die Gegenwart, und nicht umsonst endet ihr Ausflug ausgiebig mit unbeschwertem nächtlichem Walzertanzen auf der Wiese. Dass die Erzählung abrupt, fast schon brutal in zwei lakonisch kurzen Absätzen aufhört -- sie "kehrten zurück und packten ein, fuhren in den rumpligen Hotelwagen zur Bahn, bestiegen in Löwenberg den Zug"... und landen wieder in ihrem Berliner Alltag -- das ändert nichts daran, dass der Ausflug ins Märchenland doch Wirklichkeit war. Genau das ist das Schöne an dieser Erzählung, und genau deswegen liest man sie heute noch genauso gern wie ihre ersten Leser vor knapp 100 Jahren.
"Rheinsberg" ist tatsächlich ein freundlicher Gegenentwurf zum wilhelminischen Zeitgeist, und der erzählte Wolfgang bringt's auf den Punkt, wenn er feststellt: "Draußen ist es totenstill, der Mond scheint, und hier drinnen spielen sie ein Scheinleben. Und wir kommen hinzu, wissen nichts von den Voraussetzungen des ersten Akts und bleiben ernst." Eigentlich kommentiert er eine wunderbar laienhafte Szene im Provinztheater, die die beiden durchs Fenster amüsiert beobachten, aber gemeint ist die Existenz der beiden im Hier und Jetzt. Es ist ein Spiel, inszeniert exklusiv nur für die beiden Verliebten, und die wissen's und genießen die Vorstellung.
Dazu passen Tatjanas Hauptmanns Illustrationen in dieser Ausgabe vom "Diogenes"-Verlag hervorragend; sie verweigern wilhelminische Sittenstrenge ebenso wie die Erzählung selber, lassen sich ebensowenig irgendeiner Stilschublade oder einem Jahrzehnt zuordnen. Sie sind ganz einfach gewitzt, ohne witzig sein zu sollen. Beziehungsweise gerade deswegen.

"Rheinsberg" ist eine entschlossen verspielte Absage an alle Verbissenheit des Daseins, und zwar nicht nur an die des wilhelminischen Daseins. Jedem steifen Kragen geht's hier nämlich an den Kragen. Verbissenheit jeglicher Coleur wird schonmal genüsslich aufs Korn genommen, nicht nur bei der Begegnung mit einer bierernst reformerisch gesonnenen Studentin Aachner, die in all ihrer Bekehrungswut nicht merkt, wie lächerlich ihr Gehabe eigentlich ist... die beiden Studenten kriegen das zum Glück sofort spitz, und ihnen sei Dank auch der Leser.
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Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Im Jahr 1911 verlebten Kurt Tucholsky und Else Weil in Rheinsberg einige schöne Urlaubstage. Zurück in Berlin schrieb Tucholsky dann etwas, was man eher mit der Antike in Verbindung bringt als mit dem 20. Jahrhundert: eine literarische Idylle. Tucholsky kümmerten Mode und Zeitgeist wenig. Ihn beschäftigte vielmehr ein alltägliches Missgeschick: Zwei junge Menschen verlieben sich und finden keine Freiräume, ihre Gefühle offen und ehrlich auszuleben. Literarisch wurde ihnen geholfen, und dafür musste nicht einmal der Fundus der alten Idyllendichter geplündert werden: Hirten, Putten oder Badenixen sucht man in Rheinsberg vergeblich. Fürs Liebesglück genügt eine kleine Wunderwaffe: der dadaistische Sprachgebrauch. Mit Scherz und Unsinn lassen sich nämlich die Feinde der Verliebten vertreiben: die spießigen Bürger, die spröden Monisten und die engherzigen Ehrgeizlinge. Das Pärchen selbst leistet dabei herzlich wenig, es feiert nur sich selbst, seine Fantasie und sein Erleben. Mit seiner modernen Idylle gelang Tucholsky etwas wahrlich Seltenes: ein Prosatext, der glaubhaft fürs kleine Glück wirbt. Kein Wunder, dass Rheinsberg ein großer Publikumserfolg wurde.
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Entzückend! 11. Februar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Eine ganz entzückende Liebesgeschichte (übrigens hinreißend verfilmt mit Cornelia Froboess und Christian Wolff)!
Daß der große politische Schriftsteller Tucholsky etwas so Hübsches geschrieben hat, ist ein großes Geschenk.
Und kein bißchen altbacken, heute immer noch aktuell!
Unbedingt lesen!
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