Ein russisches Ehepaar in Marbella will seinen Sohn nicht in die Schule schicken und engagiert deshalb einen Hauslehrer - den Kubaner J., der jahrelang in Russland gelebt hat. Was Nelly und Wassili nicht wissen: J. hat nicht vor, dem Nintendo-Junkie Petja irgendwelchen Lehrstoff beizubringen, sondern er liest ihm einfach aus Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" vor. Was J. hingegen nicht weiß: Nelly und Wassili haben mit unechten Diamanten gehandelt und sind jetzt abgetaucht, nachdem sie aufgeflogen sind. In einer Luxusvilla verschanzt, wartet das Paar auf die geprellten Geschäftspartner. Was vordergründig wie ein spannender Thriller klingt, ist in Wirklichkeit ein Spiel mit Literatur. Wer "Rex" wirklich genießen möchte, sollte Proust zumindest mal angelesen haben, und auch Dostojewski-Kenntnisse könnten nicht schaden. Der Kubaner José Manuel Prieto beweist nicht nur mit diesem Ansatz absoluten Mut zur Nische. Auch sein Schreibstil widersetzt sich jeglichem Mainstream - er hat eben doch sehr auf Proust geschaut. (jw)
Pressestimmen
»Dieser Roman inszeniert nicht nur eine wilde Russenmafia-Geschichte, er reflektiert zugleich in kunstvoller Verschränkung die Möglichkeiten eines Schreibens auf der ästhetischen Höhe der Zeit. José Manuel Prieto muss man ohne jegliche Einschränkung einen der literarisch potentesten Autoren der spanischsprachigen Welt nennen.«
(Gregor Ziolkowski
Deutschlandradio )
»Als einer der wenigen Autoren von heute versucht sich ausgerechnet der postmoderne kubanische Autor José Prieto am ehrgeizigsten und ursprünglichsten aller Romanziele, der Darstellung eines ganzen, einheitlichen Kosmos. Und wie!«
(Kai Wiegandt
Süddeutsche Zeitung )
»Aus der geradezu zum eigenen Genre erstarrten kubanischen Literatur mit ihren tropischen Klischees und ihrem schmutzigen Realismus sticht Prieto als Außerirdischer hervor. In seiner Heimat gilt er als Paria, dessen bloße Existenz von den Behörden schlichtweg verleugnet wird. Gerade vor diesem Hintergrund verströmt der falsche Diamant des um »autochthone« und »kubanische« Themen sichtlich unbekümmerten Weltbürgers Prieto um ein vielfach feurigeres Funkeln als die stumpfen Glasperlen seiner um Authentizität bemühten Berufsgenossen auf der Insel.«
(Florian Borchmeyer
Frankfurter Allgemeine Zeitung )