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Revolver
 
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Revolver

The Beatles Audio CD
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (43 Kundenrezensionen)

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Musik

Bild des Albums von The Beatles

Fotos

Abbildung von The Beatles

Biografie

THE BEATLES
"1"

Kürzer, prägnanter und aussagekräftiger hätte man den Albumtitel nicht wählen können: Die groß auf dem Cover prangende "1" steht für alle Nummer-1-Singles, die die Beatles in ihrer megaerfolgreichen Karriere in Großbritannien und den USA verbuchen konnten. Oder um es ganz exakt zu sagen: Von den insgesamt 27 Hitsongs hier erreichten 17 die Spitzenstellung in den… Lesen Sie mehr im The Beatles-Shop

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Produktinformation

  • Audio CD (30. April 1987)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Apple (Bea (EMI)
  • ASIN: B000002UAR
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Hörkassette  |  Vinyl
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (43 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 17.418 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Taxman
2. Eleanor Rigby
3. I'm Only Sleeping
4. Love You To
5. Here, There And Everywhere
6. Yellow Submarine
7. She Said She Said
8. Good Day Sunshine
9. And Your Bird Can Sing
10. For No One
11. Doctor Robert
12. I Want To Tell You
13. Got To Get You Into My Life
14. Tomorrow Never Knows

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Revolver sollte nicht lange die ambitionierteste LP der Beatles bleiben. Für viele Fans aber -- den Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen -- ist sie nach wie vor die beste Platte der Gruppe. Ein Paradebeispiel dafür, wie sich feinstes Songwriting mit experimenteller Freude an neuester Produktionstechnik zusammenbringen läßt, gehen die Einflüsse dieser Platte jedoch weit über ein schlichtes "Sie-waren-die-Größten-Gejubel" hinaus.

Stellt man die eher traditionell-melodischen McCartney-Songs "Here, There and Everywhere" oder "For No One" Seite an Seite mit Lennon-Hämmern wie dem sarkastischen "Dr. Robert" oder dem träumerischen "I´m Only Sleeping", und kommt dazu noch Harrisons ungewohnt witziges "Taxman", dann waren diese Songs wenigstens genauso gut wie alles, was ein Jahr später auf Sgt. Pepper angestrebt wurde. Allerdings kamen diese bei weitem subtiler herüber. Ein absolutes Muß für alle Hörer! --Rickey Wright

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Meisterstück der Fab Four, 12. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Revolver (Audio CD)
Musikalisch gesehen war das Jahr 1966 ein extrem Gutes. Bob Dylan veröffentlichte sein Meisterwerk "Blonde On Blonde", die Beach Boys brachten das legendäre "Pet Sounds" heraus und die Beatles erreichten mit "Revolver" den Gipfel ihrer Kreativität. Die Entwicklung, die bereits auf dem Vorgänger "Rubber Soul" zu hören war, setzte sich bei den Aufnahmen zu "Revolver" fort. Die Beatles verwendeten mehr Zeit auf die Entwicklung des Sounds und ließen sich, allen voran George Harrison, der hier gleich drei hervorragende Beiträge liefert, von fremden Musikstilen beeinflussen. John Lennon bezeichete "Revolver" als das "Acid Album" der Beatles, in der Tat waren bei der Entstehung der Platte eine ganze Menge bewußtseinserweiternder Drogen im Spiel, auch dies ist deutlich hörbar. "Revolver" markiert den Höhepunkt und gleichzeitig das Ende einer Ära, es ist das letzte Album, auf dem alle vier Beatles mit vereinten Kräften beteiligt waren und das erste, auf dem sich die individuellen Songwriter Freiraum schafften. Bereits auf dem nächsten Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" machen sich die ersten Auflösungstendenzen in dieser einzigartigen Band bemerkbar. Auf "Revolver" jedoch bekommt man jedoch noch einmal alles zu hören, was die Beatles so einmalig macht.
George Harrisons "Taxman" macht den Anfang, über einem treibenden Beat singt Harrison einen ätzend satirischen Text über die britische Steuerpolitik (der extreme finanzielle Erfolg britischer Bands hatte den königlichen Fiskus auf den Plan gerufen) und beschimpft die einstigen Premierminister Wilson und Heath als Steuereintreiber. Ein starker Auftakt.
"Eleanor Rigby" ist ein absoluter Meisterstreich von Paul McCartney. Keiner der Beatles spielte bei diesem Song ein Instrument, Produzent George Martin schrieb ein Arrangement für ein Streicheroktett, darüber erzählt Paul die traurige Geschichte der bemitleidenswerten Eleanor, die nach einer Hochzeit den Reis in der Kirche aufliest und findet eindringliche Bilder, die die Ausmaße der menschlichen Einsamkeit schildern. Trotz des tragischen Themas stieg die Single sofort auf Platz 2 der britischen Charts ein und hielt vier Wochen lang die Spitze.
"I'm Only Sleeping" ist ein famoser Alleingang von John Lennon und laut George Harrison der erste Song, bei dem die Beatles ein rückwärts abgespieltes Instrument (in diesem Fall bei einem Gitarrensolo) verwendeten. Der sarkastische Text erinnert ein wenig an "Dandy", bzw. "Dedicated Follower Of Fashion" von den Kinks, Lennon beschreibt darin jedoch sein eigenes gelangweiltes Luxusleben in der Londoner Vorstadt, ein gnadenlos kritisches Selbstportrait.
"Love To You" ist der zweite Harrison - Beitrag. Die Sitar, Harrisons neues Lieblingsinstrument, hat hier zum ersten mal die Ehre, das Leadinstrument eines Beatles - Songs zu sein, ferner holte man noch den Tabla - Spieler Anil Bhagwat ins Studio. Der erste Bealtes - Song mit wirklich orientalischer Atmosphäre, der viele andere Bands beeinflussen sollte.
Es folgt "Here, There And Everywhere", wieder ein klassischer McCartney - Ohrwurm, ganz klar von Brian Wilson, dem genialen Songwriter der Beach Boys, beeinflußt und eines der schönsten Liebeslieder der Beatles.
"Yellow Submarine" ist einer dieser Songs, die jeder schon mal gehört hat. Inzwischen über 40 Jahre alt, ist er noch immer in jedem Fußballstadion verteten. Geschrieben als Gesangsbeitrag für Ringo scheint es vor Drogenanspielungen nur so zu wimmeln, so knallbunt kommt der Text daher. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um ein simples Kinderlied, das immerhin die Inspiration für den genialen gleichnamigen Zeichentrickfilm war.
"She Said She Said" ist wieder ein eindeutiges Lennon - Gewächs, John setzt sich hier mit seinen LSD - Erfahrungen auseinander, inspiriert von einem Gespräch mit dem Schauspieler Peter Fonda, in dem der Satz "... I know how it feels to be dead" fiel. Ziemlich harter Stoff mit grandiosem Sound.
"Good Day Sunshine", wieder von McCartney, ist eine Hommage an die klassische britische Music - Hall, ein Gute - Laune - Lied mit unbeschwertem Text, wie es nur Paul hinbekommt.
"And Your Bird Can Sing" ist zwar einer der mitreißendsten Songs auf dem Album, inhaltlich geht es jedoch wieder um Lennons Erfahrungen mit LSD. Der Song besitzt eine unverkennbare Gitarrenline und gehört zu den besten Lennon - Songs der Beatles - Zeit, auch wenn John sein Werk später als "Schrott" bezeichnete.
Gleich darauf zeigt McCartney mit "For No One", was für ein hervorragender Songwriter in ihm steckt, der Song hat ein sehr kompliziertes Arrangement und es gibt ein kurzes Hornsolo, was noch keiner anderen Band eingefallen war.
"Doctor Robert" ist eine Hommage an einen New Yorker Arzt, der prominente Patienten immer bereitwillig mit den gewünschten Drogen versorgte, gemeint ist Dr. Robert Freyman, ein bekannter Promi - Mediziner.
"I Want To Tell You" von George Harrison besticht durch einen für die Bealtes ungewöhnlich schwermütigen Text und komplizierten Harmoniewechseln.
"Got To Get You Into My Life" ist noch einmal allerfeinster McCartney, musikalische deutlich von Motown inspiriert und mit großer Bläsersektion augenommen. Paul nimmt hier skeptsch Stellung zur neuen Modedroge LSD, die er zu dem Zeitpunkt noch nicht probiert hatte.
Das Album endet mit "Tomorrow Never Knows", einer der härtesten und eindeutigsten Drogensongs der Beatles, Lennon nahm zu dieser Zeit intensiv LSD und beschäftigte sich mit dessen bewußstseinerweiternder Wirkung. Lennons Stimme wird hier technisch verfremdet, um die Toneffekte zu erzielen wurden zufällig abgespielte Bandschlaufen aufgenommen. Das Ergebnis ist eines der ersten psychedelischen Meisterwerke.
Das Album zeigt die Beatles auf dem Höhepunkt ihrer Inspiration, als sie noch als Band mit vereinten Kräften an einem Strang zogen. Schon kurz nach den Aufnahmen hörten sie auf, Konzerte zu geben und der langsame Trennungsprozeß setzte ein. Hier gibt es noch einmal die wohl einflußreichste (und für viele beste) Band aller Zeiten zu ihrer größten Zeit zu hören.
Für jeden Musikliebhaber unverzichtbar.
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43 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Und dieses Album wurde wirklich 1966 aufgenommen?, 5. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Revolver (Audio CD)
In meiner frühen Jungend mitte der Siebziger, waren zwar die Beatles schon Geschichte, aber viele Beatles-Songs waren absolutes Pflichtprogramm in jeder Blues-Runde einer Jugendparty beliebiger Freizeitheime. Wir haben uns in der Bibliothek natürlich das blaue und das rote Album mit Ohrhörern im Duschbrausendesign angehört, weshalb diese Alben auch meine ersten Beatles Alben gewesen sind. Als die ersten Beatles CDs veröffentlicht worden sind, stürzte ich mich sofort auf die bekannten Alben wie 'Abbey Road", 'St. Pepper" oder das 'White Album", denn ernsthafte Musik von den Beatles vor dem als Musikmeilenstein geltenden 'Pepper" Album schien mir nicht möglich, da die Beatles vor 1967 doch nur fröhliche Gassenhauer komponiert haben, die man aus den Filmen 'Help" und 'Yeah, Yeah, Yeah" doch bereits so gut kannte. Irgendwie habe ich mir dann doch die Mühe gemacht und Revolver wirklich vollständig angehört. Natürlich kennt man 'Taxman", hat 'Got to get to into my life" bereits auf seiner 'Best of Earth wind and fire" Platte und auch 'Good day sunshine" hat man schon einmal in der Langnese Honig Werbung gehört.

Ich musste beim Anhören immer ungläubiger auf das Erscheinungsjahr 1966 schauen. Da wechseln mit jedem Lied die Stilrichtungen. Jeder Song ist nur so vollgepackt mit Ideen. Der Abwechslungsreichtum übertrifft alle Erwartungen um Längen. Die Platte war tontechnisch, musikalisch, instrumental einfach perfekt. Wenn ich nur daran denke, was andere Bands zu der Zeit so alles veröffentlicht haben, waren die Beatles allen anderen um Lichtjahre voraus. Dachte ich vorher, durch diverse Oldi-Sendungen beeinflusst, es ginge 1966 einfach aus klangtechnischer und instrumentaltechnischer Sicht nicht besser (dumpfer Sound, simple Gitarrenriffs usw.), so wurde ich eines Besseren belehrt. Die Komplexität und der Variantenreichtum der Songs haben die meisten Bands nie erreicht und auch die technische Ausführung der Songs fast alle Bands erst in den Siebzigern. Tja und selbst auf so einen Klamauksong wie ' Yellow Submarine" als absolutes Mitgrölerlebnis in jedem Pub muss man erst einmal kommen. Ich gebe zu, dass sich diese Genialität bereits auf 'Ruber Soul" abgezeichnet hat, aber der wirkliche Wendepunkt in eine neue Ära der Popmusik war für mich nicht erst das Pepper-Album, sondern bereits das Album Revolver. 1966 war auch das Jahr, in dem die Beatles ihren letzten Live-Auftritt hatten. Wer sich Revolver anhört versteht auch, dass diese Musik zu dieser Zeit einfach Live noch nicht umgesetzt werden konnte. Wenn ich zudem noch an die Fernsehsendung über die Beatles bei ihrer abschließenden US-Tour denke und dabei das grölen und kreischen der Fans in den Ohren habe, wird es für mich noch deutlicher, das die Band sich diese anspruchsvolle Musik durch derartige Live-Auftritte einfach nicht kaputtmachen wollte.

Meine persönlichen Anspieltipps sind:

'Got to get to into my live"
Eigentlich der beste Soul-Song aus diesem Jahr, trotz Steve Wonder, Isley Brothers, Four Tops oder wie sie sonst noch alle heißen. Nicht umsonst wurde dieser Song von den Soul-Heroen der Siebziger ' Earth wind an fire" gecovert und sehr erfolgreich veröffentlicht. So blöd das klingt, aber dieser Beatles Song wurde für die Soul/Funk-Band einer ihrer wichtigsten Hits. Was für mich aber wirklich überraschend war, ist die Tatsache, dass die Beatles Ausgabe moderner und frischer klingt. Sogar der Bläsereinsatz ist fetziger, obwohl gerade die Brasstruppe das Sahnestückchen von Earth Wind and Fire war.

'God day sunshine"
Ein richtiger Ohrwurm mit einem tollen Refrain. Das Lied klingt ebenfalls sehr modern. Nicht umsonst wurde es von der Langnese Honig Werbung im Original verwendet und nicht in einer modernisierten Coverversion.

'Love to you"
Wirklich aufregendes Sitar-Gezupfe von Mr. Harrison. Die indischen Einflüsse sind unüberhörbar.

'She said she said"

Lennon in Hochform. Der Song klingt eigentlich fast so wie der 2 Jahre später moderne 'Psychedelic Sound".

'Yellow Submarine"
Ringo Star kann nicht singen! Aber dieses 'Nichtkönnen" macht er auf diesem Song auf eine sehr sympathische Weise. Dafür ist die Melodie so einfach gestrickt, dass bei diesem Lied auch wirklich jeder mitsingen kann. Außerdem wird der Song noch durch tolle Bläser aufgewertet.

' Here, there and everywhere"

Eine wirklich sehr schöne Ballade.

"Eleanor Rigby"

Vielleicht der perfekteste Song auf der CD. Geniale Streicher. Der Song gefällt übrigens meiner 14 jährigen Tochter auch am besten. Man sieht dadurch sehr deutlich, wie sich auch die nachwachsende Jugend neu für die Beatles begeistern kann, wobei das bestimmt nicht an den beiden Rentnern Paul und Ringo liegt, deren "Boy Group Appealing" doch schon über 40 Jahre her ist.

Besonders die letzten beiden Songs scheint auch Sir Paul innig zu lieben, da er diese häufig bei seinen eigenen Live-Konzerten spielt. Insgesamt bin ich sowieso der Ansicht, dass die wichtigsten Songs auf diesem Album aus seiner Feder stammen.

Ich möchte aber trotzdem noch auf den letzten Song eingehen, den ich in meiner bisherigen Rezension unterschlagen habe. Tomorrow Never Knows, auf dem Album der letzte aber im Studio eigentlich der erste aufgenommene Song, hat nicht nur die absolute Besonderheit von rückwärts laufenden Tonbandschleifen, das tibetanische Totenbuch als Textvorlage und vermutlich einen John Lennon auf einen LSD Trip, der passend zu seinem Zustand auch noch beim Gesang die Stimme durch Effekte verfremden lässt, sondern wurde auch fleissig gecovert. Da sind bekannte Namen dabei wie Phil Collins, Living Colour, Billy Idol, Our Lady Peace oder die Pop Punker Motion City Soundtrack jeweils auf Studioalben, oder viele andere Interpreten auf deren Livealben. Aber egal welche Version ich mir anhöre, die Version von den Beatles ist für mich immer noch die spannendste ohne auch nur einen Hauch von verstaubt zu sein. Dieser monotone Beat lässt einen einfach nicht mehr los. Da stecken für die damalige Zeit wahnsinnig viel Technikspielereien drin, die definitiv damals auf der Bühne praktisch nicht umzusetzen gewesen sind. Es ist ein würdiger Abschluss, der meine Behauptung, die Beatles waren ihrer Zeit ein Stück voraus einfach noch mal akustisch bestätigt.

Zusammengefasst viel Rock, viel Pop, etwas Soul, einige Balladen. Vielfältiger kann eine CD eigentlich nicht mehr sein. Vor allem ist es zeitlose Musik für alle Generationen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen muss jeder haben, 27. Februar 2008
Von 
Michael Schäfer "Kaká" (Dortmund, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Revolver (Audio CD)
Das 1966er Album "Revolver" zeigt die Beatles auf dem Höhepunkt ihres Schaffens als kreative Köpfe, die im Studio herausfordernde und für Jahrzehnte richtungweisende Musik komponierten und aufnahmen. Dies kam einerseits durch den Entschluss zustande, auf die kräftezehrenden Bühnenauftritte der Vorjahre von nun an gänzlich zu verzichten, andererseits profilieren sich hier die beiden Bestandteile des erfolgreichsten Komponistenduos aller Zeiten, John Lennon und Paul McCartney, als eigenständige Künstler mit unverwechselbarer musikalischer Handschrift und einem unbeschreiblich guten Gefühl dafür, "die richtigen Töne zu treffen", wie man so schön sagt. Die Art und Weise, wie sich diese beiden Legenden auf "Revolver" ergänzen, wie sie genau die Gegenpole bilden, die den Legendenstatus ihrer Band erst ermöglichen konnten und sie musikalisch zu völlig neuen Ufern führten, ist aus der Retrospektive immer noch genauso faszinierend, wie sie es damals in der Entstehung des Albums gewesen sein muss.
Auf der einen Seite steht Paul McCartney, der mit seiner Melodieverliebtheit und seinem unvergleichlichen Gespür für prägnante Songstrukturen gut und gerne auch ein brillianter klassischer Komponist hätte werden können, was sich auch in seinen Arrangementideen, in denen Streicher und Bläser eine große Rolle einnehmen, widerspiegelt. Ob mit trauriger Melancholie wie auf "Eleanor Rigby" oder "For no one", ob schwärmerisch dahinschwelgend wie auf "Here, there and everywhere" oder von einer enormen Heiterkeit geprägt, die sich eins zu eins auf den Hörer überträgt, wie auf "Good day sunshine" oder "Got to get you into my life" - dieser Mann zieht den Hörer mit der Kraft und Schönheit seiner Melodien in seinen Bann wie kein Zweiter.
Auf der anderen Seite steht der eher in Richtung Künstlertyp tendierende John Lennon, der die Ecken und Kanten in die Musik der Beatles einbringt, der zeitweise auf eine rockige Gangart setzt und dazu noch mit neuartigen Sounds experimentiert und sowohl musikalisch als auch textlich im Ganzen eher augenzwinkernd und ironisch zu Werke geht. Herausfordernde Rocknummern wie "She said she said" oder "And your bird can sing" strahlen eine ungemeine Energie aus, während "I'm only sleeping" und vor allem das auf nur einem Akkord basierende und durch hochinnovative Klangexperimente berühmt gewordene "Tomorrow never knows" schon die spirituell-hypnotische Richtung andeuten, in die Lennon von diesem Zeitpunkt an im Zuge seines Lebenswandels immer mehr tendieren und damit für einige der genialsten Songs der Musikgeschichte sorgen sollte.
Die Tatsache, dass sich nun auch noch George Harrison vorwitzig unter die Songschreiber mischt und dabei auch noch glanzvoll reüssiert, steigert nur noch die Faszination, die "Revolver" ausmacht. Auf "Love you to" bringt er erstmals so richtig radikal seine sprichwörtliche Sitar und das damit verbundene "indische Element" in die Musik der Beatles ein, und mit "Taxman" sorgt er für einen Opener, der mit exzellentem geradlinigem Riffrock ein Bindeglied zwischen dem Rock'n'Roll der frühen Tage und der ungemeinen künstlerisch anmutenden Kreativität dieser Schaffensphase darstellt. Einziges Manko der Platte, wenn man hier davon sprechen darf, ist für mich der unglücklicherweise berühmteste Track des Albums, das vielzitierte und doch so alberne "Yellow submarine". Das geht nicht gegen den immer irgendwie sympathisch-bemitleidenswert wirkenden Drummer Ringo, der hier mal singen darf und dabei sicherlich nicht die allerglücklichste Figur macht, sondern eher gegen den Komponisten. "Yellow submarine" ist für mich einer der ganz ganz wenigen wenn nicht sogar der einzige Punkt in der Diskographie der Beatles, an dem Paul McCartney es mit der Seichtheit und Einfachheit seiner Melodieführung so weit getrieben hat, das es schon nicht mehr schön ist, sondern in diesem erhabenen und hochkreativen Albumzusammenhang einfach stört. Aber was soll man sich mit dem wenigen negativen aufhalten, wenn man so ein historisches und tolles Album vor sich hat. Flankiert von Vorgänger "Rubber soul" und Nachfogler "Sgt. Pepper" gehört es, zusammen mit Brian Wilson's "Pet Sounds" und Bob Dylan's 65/66er Folk-Rock-Trilogie, zu dem engstmöglichen Kreis des Kanons, der stellvertretenden für die Mitt-60er steht, jene Phase, in der die Rockmusik ihren kreativen Höhepunkt erreichte und die wohl richtungweisendste und beste Musik des 20. Jahrhunderts, wenn nicht sogar aller Zeiten (ich weiß, diese Quervergleiche hinken) geschrieben und aufgenommen wurde. Ein Muss für jeden.
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