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Revolutionen: Roman [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

J. M. G. Le Clézio , Uli Wittmann
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

15. Oktober 2008
»Der anspruchvollste, umfassendste und eindrucksvollste Roman Le Clézios.« Nizza in den 1950er Jahren. Der fünfzehnjährige Jean Marro besucht oft seine blinde alte Tante Catherine, die ihm Geschichten von der Insel Mauritius erzählt, dem verlorenen Paradies der Marros. Tante Catherine ist für Jean der Schlüssel zu einer lebendigen Vergangenheit, die Verbindung zu dem Bretonen Jean Eus Marro, der nach der Französischen Revolution an der Kanonade von Valmy teilnahm und später nach Mauritius auswanderte. Jeans Gegenwart ist geprägt vom Algerienkrieg, der Frankreich erschüttert. Er flüchtet nach London, um Medizin zu studieren, zieht ruhelos weiter nach Mexiko, wo er 1968 die Niederschlagung des Volksaufstands erlebt. Politische Revolutionen und private Revolten prägen sein Leben; jede Phase steht im Zeichen einer intensiven Liebesbeziehung. Ruhe findet er erst bei der Algerierin Mariam, mit der er nach Mauritius fährt. Revolutionen ist Le Clézios persönlichstes Buch. Nizza, London, Mexiko, Mauritius sind Stationen seines Lebens. Jean Marro ist sein fiktionales Alter Ego. Das Widerspiel der verschiedenen Epochen, die wechselseitige Spiegelung der Charaktere und die klare, poetische Sprache machen den Roman zu einem großen Leseerlebnis.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch (15. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462041231
  • ISBN-13: 978-3462041231
  • Originaltitel: Révolutions
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,8 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.101.291 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

»Der anspruchsvollste, umfassendste und eindrucksvollste Roman Le Clézios.« Bernard Pivot -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

J.M.G. Le Clézio, 1940 in Nizza geboren, studierte in Frankreich und England Literatur. Er veröffentlichte über 40 Bücher – Romane, Erzählungen, Essays – und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Hauptsächlich lebt er in Frankreich und New Mexiko. 2008 wurde Le Clézio mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Weitere Titel bei Kiepenheuer & Witsch:Der Goldsucher, Roman, 1987, KiWi 1106, 2008. Wüste, Roman, 1989, KiWi 1111, 2008. Onitsha, Roman, 1993, KiWi 1109, 2008. Fliehender Stern, Roman, 1996, KiWi 1108, 2008. Ein Ort fernab der Welt, Roman, 2000. Fisch aus Gold, Roman, 2003, KiWi 1107, 2008. Revolutionen, Roman, 2006, KiWi 1110, 2008. Pawana, KiWi 1115, 2009.

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Kundenrezensionen

3.7 von 5 Sternen
3.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Umbruch 3. Mai 2008
Von Polar
Format:Gebundene Ausgabe
Revolutionen können privater wie öffentlicher Natur sein, sie können ein ganzes Land verändern oder eine Diktatur heraufbeschwören. Zumeist wird alles Festgefahrene mit sich gerissen. Somit ist der Titel von Le Clézios Roman Programm. Jean Marros Familie lebt sogleich in der Gestalt des Jungen Jean in der Gegenwart wie in der Vergangenheit. Sie eint vor allem eins: die Sehnsucht. Von der Französischen Revolution bis zum Algerienkrieg zeigt Le Clezio die französische Gesellschaft in der Auseinandersetzung mit sich selbst, mitten drin als Kern eine Familie, die auswandert, wiederkehrt, erneut auf Mauritius das Glück sucht, das sie in ihrer Heimat nicht findet. Le Clezio ist ein Geschichtenerzähler, findet für seine Stationen poetische Orte. Manchmal verlaufen die Erzählstränge in diesem Roman allzu sehr nebeneinander her und werden nur davon zusammengehalten, dass der Leser weiß, dass Le Clézio eine über Jahrhunderte gespannte Familiensaga entwirft. In seinem Roman Ein fliehender Stern sind die unterschiedlichen Lebenswege zeitlich näher beieinander gelegen, was ihm größere Gestaltungsfreiheit gibt. In Revolutionen bürdet Le Clézio sich gleich mehrere Kontinente auf, die seinem eigenen Lebensweg entsprechen, so dass der Anspruch die Geschichte stellenweise belastet. Trotzdem bleibt es ein Roman von J.M.G. Le Clézio, der hier wie in vielen seiner Bücher eines versucht, den Leser mit seiner Sprache einzufangen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Esther TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Revolutionen" ist laut Kiepenheuer & Witsch der persönlichste Roman Le Clézios und gleichsam mein erster. Vorne weg, der Roman ist zerstreut! So fügt Le Clézio unterschiedliche Geschichten, die zu verschiedenen Zeitpunkten in das Geschehen eingeführt werden zu einem dichten Strang als Verbindungsglied der Hauptakteur Jean Marro, ein zerrissener Jugendlicher aus Frankreich (Nizza), der sich gezwungen sieht, mit dem Zeitgeist zu kommunizieren und sich vor allem mit dem Algerienkrieg auseinander zu setzen. Zuflucht findet er bei seiner blinde Großtante Catherine (Tante seines Vaters), die ihm die Geschichte ihrer unterbrochenen Jugend auf Mauritius und die Chronik ihrer Familie bis zurück zu Jean Eudes Marro, dem Bretonen, der 1798 nach Mauritius ausgewandert war, um dort sein Glück zu finden, Stück für Stück, Kapitel für Kapitel erzählt - im Dunkeln.

Kein klassischer Generationenroman, wie ich ihn erwartet hätte, ist dieser Roman. Zwar werden lebende und überlebte Familienmitglieder vorgestellt, keiner aber näher betrachtet (was ihnen Privatsphäre schenkt und für mich Leser Geheimes birgt) - außer den beiden erwähnten Namensvettern: dem ersten und dem letzten Jean Marro. Gemeinsam haben beide die Konfrontation mit dem Krieg, sei es die Französische Revolution oder der Algerienkrieg, die innere Unruhe, die sie von Frankreich fortzieht - in fremde Länder, zu fremden Kulturen.

Der Wechsel von Perspektiven und Erzählformen gestaltet den Roman sehr lebendig. Zumal hinterlässt er den Hauch eines romantischen Entdecker- und Abenteurerromans, zumal ist er von bedrückender Melancholie gezeichnet.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem verlorenen Glück 24. Juli 2009
Format:Taschenbuch
Als Le Clezio 2008 den Literaturnobelpreis erhielt, war das für die nicht eingeweihte deutsche Lesergemeinde eine Überraschung, und flugs wurden Übersetzungen gedruckt, damit wir auch am reichen Oevre dieses französischen Schriftstellers Jahrgang 1940 teilhaben können. Der Leseteufel brauchte noch ein Jahr, bis ihm dieser Familienroman in die Hände fiel, der als sein 'anspruchsvollster, umfassendster und eindrucksvollster' (Buchrückseite) bezeichnet wird.
Le Clezio erzählt fast impressionistisch und sehr einfühlsam von der Kindheit seines Protagonisten Jean Marro, der sich von der unwirtlichen Realität in Nizza immer wieder zu seiner alten blinden Tante Catherine flüchtet, die ihm von früher erzählt, als ihre Familie noch auf Mauritius im Glück lebte, ehe sie, bankrott, nach Frankreich zurückkehren musste. Das Kapitel ist passend mit 'eine geträumte Kindheit' überschrieben und der junge Jean zieht den Leser in seinen Bann.
Aber so geradlinig will Le Clezio nicht erzählen. Also tritt ein bretonischer Vorfahre als Ich-Erzähler hinzu, der sich 1792 den revolutionären Freiwilligen anschließt, dann aber, von der Revolution enttäuscht, mit seiner jungen Frau nach Mauritius auswandert und dort das Handelsimperium der Familie begründet. Dann begleiten wir, schon weniger bereitwillig, wieder Jean auf dem Weg zum Erwachsenwerden, der ihm dadurch erschwert wird, dass er sich treiben lässt und als einzigen Halt seine Familiensaga empfindet. Dazwischen Berichte über den Algerienkrieg, die Geschichte einer ehemaligen Sklavin, Jeans eher schale Liebesabenteuer, einen Aufenthalt in Mexiko, um sich der Einberufung zum Algerienkrieg zu entziehen.
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