Eines der grössten Denkabenteuer, die ich kenne.
Mit der Unterscheidung zwischen dem Symbolischen und dem Semiotischen thematisiert Kristeva hier das Moment des sich erst bildenden Sinns oder auch das Magma des Seins. Für viele essentielle Erfahrungen habe ich hier zum ersten Mal überzeugende Analysen und Strukturierungen gefunden, wobei auch wichtige Theorie-Genealogien zusammengeführt werden. Ausserdem geht es um ein Thema, das für mich zu den wichtigsten gehört: Sprache und Körper.
Frustrierend bleibt die Tatsache, dass die ebenso wichtigen Bücher der "boys" ("Grammatologie" von Derrida, "Anti-Ödipus" von Deleuze/Guattari, "Interpretation" von Riceur etc.) viel bekannter sind...
Es ist lange her, dass ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, aber noch immer läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn ich es in die Hand nehme... Leider finde ich jetzt das entsprechende Zitat gerade nicht, aber der Gedanke, dass das Subjekt sowas wie Einheit nur im Prozess finden kann, ist für mich immer noch wesentlich, weil der Gedanke der Einheit und Ganzheit nicht aufgegeben, aber doch maximal problematisiert und an seine Grenzen geführt wird (was naiv gesagt schlicht mit meinen Erfahrungen übereinstimmt).