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Die Revolution entlässt ihre Kinder: Jubiläumsausgabe [Taschenbuch]

Wolfgang Leonhard
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

22. April 2005
Vor 50 Jahren erstmals erschienen:einer der großen Klassiker der politischen Literatur in DeutschlandDieser bewegende und authentische Bericht liefert eine bedrückende Innenansicht des Stalinismus und wurde nach seinem Erscheinen vor 50 Jahren in kurzer Zeit ein großer Bucherfolg – alleine in Deutschland eine Million Mal verkauft sowie in zehn Sprachen übersetzt.Wolfgang Leonhard war ein Junge von 13 Jahren, als er mit seiner Mutter das nationalsozialistische Deutschland verlassen musste und in die Sowjetunion emigrierte. Dort wuchs er nach der Verhaftung seiner Mutter in einem Heim für deutsche und österreichische Emigranten auf, studierte an der Moskauer Pädagogischen Hochschule für Fremdsprachen und trat dem Komsomol bei. Er erlebte den Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges in Moskau und wurde zwangsweise nach Karaganda umgesiedelt. Ein Jahr später wurde er in die Komintern-Schule einberufen und arbeitete nach Auflösung der Komintern im Nationalkomitee Freies Deutschland mit. Leonhard gehörte zu jenen zehn Funktionären, die unter Führung von Walter Ulbricht im April 1945 nach Deutschland entsandt wurden. Er lernte nicht nur die damaligen Repräsentanten der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR persönlich kennen, sondern war auch an internen Entscheidungen der kommunistischen Partei und Administration beteiligt. Nachdem Tito den Bruch mit Moskau vollzogen hatte, flüchtete Leonhard nach Jugoslawien.Weitere biografische und bibliografische Informationen, Details zu Terminen und Vortragsthemen von Wolfgang Leonhard unter www.er-kulturmanagement.de

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Wolfgang Leonhards 1954 erstmals erschienenes Buch Die Revolution entläßt ihre Kinder, ist längst zu einem Klassiker der Kommunismusforschung avanciert. Zu Recht, denn auch nach 45 Jahren hat es nichts von seiner Aktualität und Brillanz verloren.

Wer die inneren Funktionsmechanismen des Stalinismus verstehen will, kommt an Leonhards Buch nicht vorbei. Doch was macht das Besondere seiner Arbeit aus? Der Autor genießt einen entscheidenden Vorteil bei der Analyse des Stalinismus: Die Erfahrungen eines zehnjährigen Lebens in der Sowjetunion und der vierjährigen Tätigkeit als Funktionär im zentralen Apparat der SED-Führung.

1935 nach Moskau emigriert, erlebte Leonhard die große stalinistische Säuberung der Jahre 1936 bis 1938 und wurde ab 1942 auf der Schule der Kommunistischen Internationale zum Funktionär ausgebildet. Im Mai 1945 kehrte er zusammen mit Walter Ulbricht nach Deutschland zurück. Bis zu seiner überraschenden Flucht nach Jugoslawien im März 1949 war er im Zentralkomitee der KPD/SED mit der ideologischen Schulung der Parteifunktionäre betraut. In dieser Funktion lernte Leonhard viele der damaligen Repräsentanten der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR persönlich kennen.

Es ist diese intime Kenntnis der inneren Mechanismen des Systems: Die Möglichkeit, sich in die Menschen der kommunistischen Welt hineinzudenken und die Fähigkeit, die für viele so rätselhafte ideologische Wortklauberei entziffern zu können, die sein Werk auszeichnen. Vieles, was dem Außenstehenden oft so unwahrscheinlich anmutet, erscheint dem früheren Funktionär "von drüben" wie ein offenes Buch.

Diese Kenntnisse befähigen Leonhard, die Entwicklungen in der kommunistischen Welt objektiv zu analysieren. "Gleichermaßen entfernt von primitivem Antikommunismus und den Haßgefühlen, aber auch von Schönfärberei und Illusionen", wie er 1990 anläßlich der Neuauflage von Die Revolution entläßt ihre Kinder schrieb. Es ist dieser unverfälschte Blick eines Insiders, der dem Buch jenes Maß an Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht, das es bis heute auszeichnet. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Revolution entlässt ihre Kinder
OA 1955Form Autobiografisches Sachbuch Bereich Politik
In Die Revolution entlässt ihre Kinder beschreibt Wolfgang Leonhard die Geschichte der sozialistischen Revolution in Russland, die zuerst ihre Väter »auffraß« und dann ihre Kinder in die Ratlosigkeit entließ. Durch den autobiografischen Bezug ist das Buch in erster Linie die Geschichte heranwachsender Emigrantenkinder in der Sowjetunion, die später zentrale Funktionen in Ostdeutschland übernehmen sollten.
Aufbau: Das Werk ist streng chronologisch aufgebaut und gegliedert. Jedes der neun Kapitel umfasst einen deutlich abgegrenzten Lebensabschnitt Leonhards. Obwohl aus der Erinnerung geschrieben, benutzt der Autor auch bei sehr lange zurückliegenden Ereignissen stets die direkte Rede, wodurch das Buch über weite Strecken fast wie ein Roman wirkt.
Inhalt: Leonhard schildert seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen in der Sowjetunion von dem Zeitpunkt an, als er 1935 mit seiner Mutter die finnisch-sowjetische Grenze bei Leningrad überschritt, bis zu dem Tag im Frühjahr 1949, an dem er nach seiner Flucht in Belgrad ankam. Das Buch wird dadurch zur Entwicklungsgeschichte des jungen Wolfgang Leonhard, indem es zunächst das Kind beschreibt, das in eine ihm fremde Welt kommt. Dabei zeigt es, wie selbst die Kinder der deutschen Emigranten in die politisch-ideologischen Strukturen der Sowjetunion eingebunden wurden. Andere herausragende Schilderungen befassen sich mit den stalinistischen Säuberungen und der damit einhergehenden latenten Angst, die selbst die Welt der Schulkinder dominierte. Ein weiteres Schlüsselereignis war die »Kritik und Selbstkritik«. Die Furcht vor dieser erniedrigenden Prozedur verwandelte die Studenten bald in ernste »ein jedes Wort abwägende Parteifunktionäre«. Prägend für Leonhard waren auch die Auftritte der zehnköpfigen »Gruppe Ulbricht« in Berlin, die Anfang Mai 1945 daranging, eine von Kommunisten kontrollierte Verwaltung aufzubauen. Allmählich nahmen in Leonhard die »politischen Bauchschmerzen« zu, wie die Funktionäre auf einsamen Waldspaziergängen insgeheim ihre Zweifel über die wachsende Kluft zwischen marxistischer Theorie und stalinistischer Praxis bezeichneten. Das Wiedersehen mit seiner Mutter, die zwölf Jahre in einem Arbeitslager verbracht hatte, und der »Bannfluch« des Kreml gegen die jugoslawischen Kommunisten unter Josip Tito (1892–1980) waren schließlich die letzten Auslöser für Leonhards Flucht in den Westen.
Wirkung: Obwohl das Buch in erster Linie persönliches Erleben widerspiegelt, ist es doch weit mehr als ein Erinnerungsbuch. Es bietet Einblicke in das Leben und die Geschichte der deutschen Kommunisten vor und während des Zweiten Weltkriegs in Moskau sowie in der sowjetischen Besatzungszone. Dieser bewegende und authentische Bericht wurde in kurzer Zeit ein großer Bucherfolg und alleine in Deutschland 600 000-mal verkauft sowie in zehn Fremdsprachen übersetzt. P. B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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4.9 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter "Geschichts-Thriller" 26. August 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
September 2001 - ich bin zu Besuch bei amerikanischen Freunden in New York. Hier ist nach den Anschlägen der Teufel los...
Wir sind gedrückter Stimmung und verlassen abends nicht mehr das Haus. Da fällt mir im Bücherregal "Die Revolution entlässt ihre Kinder" auf, ich beginne zu lesen und lege das Buch erst im Morgengrauen aus der Hand. Ich musste wohl bis in die Staaten reisen, um es endlich kennenzulernen.
Für Interessenten der jüngeren deutschen Geschichte, besonders der unmittelbaren Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg, aber auch für das dunkle Kapitel Stalins Säuberungen und die Machtgier von Ulbricht und Co. ist Leonhards Buch natürlich ein MUSS. Es nimmt sich wie ein Thriller, spannend ohne Effekthascherei, aber auch ohnmächtig manchmal, wenn man den Irrungen junger Menschen folgt, die auszogen, alles besser zu machen und selbst missbraucht und betrogen wurden. Wie hält eine Jugend das aus, die erst in Hitlerjugend und BDM dem falschen Propheten folgte oder als Komsomolze und Jungkommunist nun abermals betrogen, missbraucht und benutzt wird? Leonhard zeigt das mit all seinen menschlichen Schwächen. Wie sein Glauben an die Sache ins Wanken gerät, die inneren Kämpfe und Selbstzweifel machen ihn auf seinen Wegen, die schließlich bis nach Jugoslawien führen, auf eine ganz besondere Art sympathisch. Es ist ein sehr persönliches Werk, auch wenn man leider nichts über den Vater erfährt.
"Die Revolution entlässt ihre Kinder" sollte Pflichtlektüre an deutschen Schulen werden.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker 7. Mai 2003
Format:Taschenbuch
Wolfgang Leonhard war ein Insider der Macht. Er gehörte als junger mann zur "Gruppe Ulbricht", die 1945 den Auftrag erhielt, die Verwaltung in der SBZ aufzubauen. Später, nach seiner Flucht hatte er Glück, nicht verschleppt zu werden, sie es in den Fünfzigern gängige Praxis war.
"Die Revolution entlässt ihre Kinder" ist ein Klassiker der Zeitgeschichte, der Leser erhält einen genauen Einblick in das typische Leben und Lernen eines Exilanten in der Sowjetunion, den Aufstieg eines jungen Genossen in der Exil-KPD bis in die Gruppe Ulbricht und die Motive für die Flucht.
Der Blick hinter die Kulissen wird nicht durch einen öden Schreibstiel erkauft, vielmehr ist Leonhards Buch sehr gut lesbar. Allein die Darstellung seiner abenteuerlichen Flucht ist den Kaufpreis wert!
Für jeden an der Zeitgeschichte interessierten ist dieser Klassiker ein Muss!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Shaun TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Im Herbst 1955 erschienen, wurde dieses von 1935 bis 1949 handelnde Buch des 1921 in Wien geborenen Leonhard rasch ein politischer Bestseller und eines der wichtigsten Bücher überhaupt zum "real existierenden Sozialismus" von Sowjetunion und sich bildender DDR.

Mit 13 Jahren verläßt er mit seiner in der Illegalität arbeitenden kommunistischen Mutter 1935 Nazideutschland und emigriert über Schweden in die Sowjetunion Stalins. Während seine Mutter von dem "Volkskommissariat für innere Angelegenheiten" oder NKWD (das war eine sowjetische Behörde, die als Träger der Geheimpolizei gefürchtet war und unter diesem Namen von 1934 bis 1946 bestand, dann ins MWD (Ministerium für innere Angelegenheiten) überführt und 1954 zum KGB umgewandelt wurde) verhaftet wird und 12 Jahre in Arbeitslagern verbringt, muß Leonhard sich in Moskau allein durchschlagen in einem Heim für deutsche und österreichische Emigrantenkinder, studiert Fremdsprachen auf der Hochschule und wird Komsomolze. Nach dem Kriegsbeginn mit Hitlerdeutschland wird er zwangsumgesiedelt nach Karaganda. Weitere Stationen seines Aufstiegs in der Funktionärslaufbahn sind die Komintern-Schule und, nach deren Auflösung, die Mitarbeit im "Nationalkomitee freies Deutschland". Als Mitglied der "Gruppe Ullbricht" gelangt er in die sowjetisch bestimmte Besatzungszone Ostdeutschlands, genauer nach Ostberlin, um am Aufbau der künftigen DDR mitzuhelfen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartiges Stück Zeitgeschichte 15. Juli 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Für alle, die sich mit den Begriffen Sozialismus, Kommunismus und Stalinismus auseinandersetzen ist dieses Buch ein Muß. In einer einzigartig lebendigen Art und Weise beschreibt Leonhard seine Leben in der Sowjetunion nach der Flucht aus Deutschland, seine Ausbildung zum linientreuen Funktionär an der KOMINTERN - Schule und seinen Einsatz als Funktionär in der "Gruppe Ulbricht".
Wolfgng Leonhard schildert die langsame Wandlung vom linientreuen Funktionär und Parteigenossen zu einem Funktionär mit schweren "politischen Bauchschmerzen", der schließlich ganz mit dem System bricht.
Ich hatte das Glück im Jahr 2003 selbst an einem Vortrag von Wolfgang Leonhardt zum 17. Juni 1953 teilzunehmen: So lebendig und spannend seine Schreibweise ist, so belebend und ausdrucksstark ist auch seine Sprache!
Wolfgang Leonhard ist einer der Wenigen, die "wirkich was zu sagen haben".
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5.0 von 5 Sternen Die Revolution entläßt ihre kinder
Sehr gut dargestelltes Bild über die Verwirrungen und Verirrungen des nationalsozialismus bis hin zum Kommunismus. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Heinz Stein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Revolution entlässt ihre Kinder
Das Buch wurde als Paperback sehr preiswert erstanden. Die Gebrauchsspuren sind normal. Über den Inhalt muss man nichts sagen. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von F. Hentschel veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Hörbuch: "Die Revolution entlässt Ihre Kinder" - Leonhard...
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Vor 10 Monaten von Jan & Gab veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Revolution entlässt ihre Kinder: absolut lesenswert für...
Wolfgang Leonhard erzählt aus eigenem Erleben von seiner Flucht aus dem Nazireich, seinen Jahren in der Sowjetunion, dem Terror in der Stalinära und seinem Aufsteigen in... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Grosabär veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen persönliche Einblicke in den Stalinismus
Wolfgang Leonhard beschreibt Leben und Politik der Sowjetunion und der DDR aus der "Innenansicht". Damals selbst ein Kommunist, setzt er sich mit der Situation kritisch auseinander... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Cecile veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Beschreiben - Verstehen - Lernen
Am Anfang beschreibt Wolfgang Leonhard sein Leben und man liest zwischen den Zeilen mit, was da gerade wirklich passiert. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von thezapp veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen spannend, lesenswert, erlebte Zeitgeschichte
Wolfgang Leonhard ist der Sohn einer deutschen Kommunistin, die auf der Flucht vor den Nazi erst nach Schweden und 1935 in die Sowjetunion flieht. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Alexander Schwarz veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Einmal Revolution und zurück...
Wolfgang Leonhard erzählt von seinem Leben. Als Kind flüchtet er mit seiner Mutter vor den Nationalsozialisten in die Sowjetunion und wächst als linientreuer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Mai 2011 von MiHe1984
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