Vorab: Ich las das englische Original "Cold Vengeance" und musste kopfschüttelnd feststellen, wie der Titel eingedeutscht wurde: "Revenge".
Langsam wird es lachhaft - und man muss ich schon wundern, dass Lincoln und Child sich trauen, so eine krude Story mit dem ausgelutschten Nazithema zu veröffentlichen.
Eine Verschwörung und ein Feind mussten her, und nachdem es die Chinesen und die Russen einfach nicht mehr bringen, kam man auf die guten alten Nazis, die auch so gute alte germanische Namen haben wie "Wolfgang Sturm", "Klaus Falkoner" "Ruger" oder auch "Eberstark" - und natürlich sprechen sie mit starkem "guttural europäischem (?!) Akzent" und der böse blonde Nazi-Klaus hat auch ein "repellent mole" (ekliges Muttermal") unter seinem blauen Auge.
Pendergast wird in die Brust geschossen, geht im Moor unter, kann sich aber retten, selbst verbinden und 4 Meilen zum nächsten Ort schleppen - so eine Brustverletzung mit Lungendurchschuss ist ja kein Drama. Dies ist auch kein Spoiler, da dies auf den ersten 20 Seiten passiert und ja wohl klar ist, dass Pendergast quasi unfähig ist zu sterben - und schon einen Monat nach der fast tödlichen Verletzung schon wieder gegen eine Horde Nazis erfolgreich kämpfen kann.
Die ganze Story dreht sich im Kreise, endlose Beschreibungen von Tätigkeiten, viel Leerlauf durch Protagonisten, die sinnlos Seiten füllen ohne dass es die Geschichte nur im geringsten vorantreibt (Corrie, bekannt aus "Still Life with Crows" und ein Reporter, Ned) - und am Ende ist man nicht schlauer wie am Anfang des Thrillers.
Das Buch ist eigentlich ein einziger Lückenfüller, der natürlich viel Geld für unser Autorenpaar bringt; uns, den Lesern aber null Gewinn.
81 Kapitel auf 356 Seiten (im amerikanischen Original), in großer Schrift, mit vielen halbleeren Seiten.
Die Geschichte hat ein Open End (eigentlich mehrere, da sie mit einem Cliffhanger endet und man nicht weiß ob mehrere Protagonisten überleben) - und so muss man den nächsten Band kaufen um zu erfahren, ob Pendergast dann vielleicht gar gegen Aliens kämpft um seine Helen zurückzubekommen.
Fazit: Ich war ein großer Fan von Preston & Child, aber was diese seit einiger Zeit abliefern, macht einen nur noch sprachlos. Nach Gideon Crew dachte ich, es geht nicht schlimmer - aber dieses Buch ist einfach überflüssig, da null Inhalt.
"Verlucht", wie - in gut recherchiertem Deutsch unser blonder Nazi Klaus Falkoner im amerikanischen Original flucht.
Für mich persönlich: Vergeudete Zeit und rausgeschmissenes Geld. Nur gebraucht kaufen!