Der Airbus A380, das größte Passagierflugzeug der Welt, wird von Revell in zwei Versionen angeboten. Dieses (einfachere) Modell ist ein ganz normales Modell des Jungfernfluges. Im anderen Modell ist eine Seite des Flugzeugs "aufgeschnitten", was einen Blick ins Innere erlaubt. Hier sind wesentlich mehr Teile zu verbauen, als im hier besprochenen Bausatz.
Der Bausatz A380 New Livery hat auch jede Menge Teile, die sich aber zum größten Teil vielfach wiederholen. Insgesamt wollen so zum Beispiel 22 Räder identisch verarbeitet werden. Auch sonst wiederholen sich durch den sehr symmetrischen Aufbau des Fliegers viele Teile, wodurch die Abwechslung etwas auf der Strecke bleibt.
Der Schwierigkeitsgrad wird zwar mit "4" angegeben, allerdings kann man durch die vielen gleichen Teile eher von einem Schwierigkeitsgrad "3" ausgehen.
Kern des Bausatzes sind die beiden riesigen Flugzeughälften und die großen Flügen. Den Lackbedarf darf man auch mit sparsamer Airbrush nicht unterschätzen. Die Passgenauigkeit der Teile ist nur befriedigend. Gerade bei den großen beiden Flugzeughälften fehlt es am letzten Feinschliff der Genauigkeit, weshalb bei meinem Modell jetzt beim Cockpit eine kleine Lücke klafft - hier wäre Spachteln notwendig! Schade, denn so verliert das Modell unnötig an der Optik.
Die Detailliertheit des Modells ist nur an den Rädern und Turbinen hoch. Hier werden bereits ca. 2/3 der Teile des Bausatzes verbraucht. Der Rest des Modells ist dann mehr oder weniger schon fertig und muss nur noch lackiert werden.
Beim Zusammenbau ergeben sich wie erwähnt bei der Zusammensetzung der Flugzeughälften kleinere Schwierigkeiten. Auch die Radaufhängung aus Plastik ist insgesamt etwas leiwändisch, wodurch diese leicht (an den Klebestellen) wieder zerstört werden. Kein Wunder, lastet doch auf den etwa 0,5 mm dicken Plastikteilen das Gewicht des riesigen Rumpfes.
Sehr gut gelöst hingegen ist die Verbindung der Flügel mit dem Rumpf. Diese sind hervorragend aufeinander abgestimmt, wodurch die Flügel bereits ohne Kleber fest im Rumpf verankert sind. Etwas Kleber braucht man dann doch, um die Flügel auch ohne Spalt am Rumpf verankern zu können, aber dennoch ist diese Steckverbindung wesentlich besser, als noch bei anderen von mir gebauten Flugzeugen von Revell.
Sehr viel Arbeit geht bei diesem Modell bei der Pinselbemalung von Kleinstteilen (wie den 22 Radfelgen) und bei der Anbringung der unzähligen Decals drauf (über ein Din A 4 - Bogen voller Decals!)
Der Zusammenbau und die Airbrush-Lackierung gehen dagegen recht schnell von der Hand.
Die Anleitung lässt einem die Wahl, ob man die Fahrwerke anbringt, oder ob man das Flugzeug "im Flug" darstellt, bei dem die Fahrwerksklappen geschlossen sind. Ohne Räder ist das Modell jedoch nochmals undetaillierter und auch wesentlich schneller gebaut.
Fast schon frech sind die Farbangaben von Revell, in denen unzähnlige verschiedene Grautöne gekauft werden sollten, die man dann größtenteils kaum braucht, bzw. einfach mit etwas schwarz oder weiß selber mischen könnte.
Insgesamt war mir das Modell mit über 20 Stunden Bauzeit etwas zu unausgewogen. Viele gleiche Teile, die nur an den Fahrwerken und Turbinen detailliert sind, extrem viele Decals und insgesamt dann auch ein zwar beeindruckend großes, aber recht detailarmes Modell (es ist halt einfach ein 50 cm langer weißer Rumpf...)
Sicherlich kein schlechter Kauf, aber ich würde im Nachhinein wohl doch eher zum schwierigeren Modell mit dem "aufgeschnittenen" Rumpf greifen.