AUDIOSLAVE waren das - viel zu kurze - Bandprojekt bestehend aus Gitarrist TOM MORELLO, Bassist TIM COMMERFORD, Schlagzeuger BRAD WILK (alle Ex-RAGE AGAINST THE MACHINE) und Sänger CHRIS CORNELL (Ex-SOUNDGARDEN). REVELATIONS war das dritte (zählt man die Live-Veröffentlichung Live In Cuba nicht mit) und - wie man mittlerweile weis - letzte Werk der Band.
Dabei besticht REVELATIONS im Gegensatz zu den anderen Werken durch die extrem funkige Ausrichtung der Rockmusik, die am ehesten mit einigen Aufnahmen von RAGE AGAINST THE MACHINE bei ihrer Tribute-CD RENEGADES (zum Beispiel RENEGADES OF FUNK) zu vergleichen sind. Generell wird die Härte bei REVELATIONS eine Stufe zurückgefahren, dafür dominieren bei allen 12 Songs die Melodien und Harmonien.
Mit REVELATIONS verabschieden sich AUDIOSLAVE jedoch von der ganz harten Rockmusik und bewegen sich (sicherlich für einige Fans zu weit) von der auf den ersten beiden Alben eingeschlagenen Musikrichtung weg. Wenn man das Debütalbum zum Vergleich heranzieht könnte man auf die Idee kommen, dass hier zwei verschiedene Bands den Namen AUDIOSLAVE verwenden, wenn da eben nicht doch einige Parallelen wären, so natürlich die Stimme, die immer unverkennbar CHRIS CORNELL ist, aber auch von der Konstruktion der Songs her sind es typische RAGE AGAINST THE MACHINE Riffs, Basslinien und Schlagzeug-Grooves, nur eben ohne die Gitarrenwände und mit mehr Funk. Wer auf funkige Rockmusik steht sollte sich REVELATIONS mit offenen Ohren anhören, er wird einige exzellente Songs finden. Nun soll das nicht bedeute, dass hier keine Rockriffs vorkommen (wie zum Beispiel bei SOUND OF A GUN), aber die Stücke funktionieren mehr über die Dynamik, den Wechsel von leisen und lauten Passagen, als nur über Riff-Walzen, die alles überrollen, was sich ihnen in den Weg stellt (wie das häufig bei RAGE AGAINST THE MACHINE der Fall war - und sehr gut funktioniert hat).
Von der musikalischen Brillanz ist den Musikern sowieso nichts abhanden gekommen. Und so ist es besonders begrüßenswert, dass auf REVELATIONS die vier Instrumente (schließlich ist die Stimme ja auch ein Instrument, dass der eine besser und andere schlechter beherrschen) wirklich gleichberechtigt nebeneinander stehen. CHRIS CORNELLs Gesang hätte für meinen Geschmack ein wenig lauter sein dürfen, aber es ist einfach beeindruckend, was TIM COMMERFORD teilweise auf seinem Bass abzieht. Da merkt man, dass er in seiner Freizeit am liebsten Jazz hört, COMMERFORD ist ein vollkommen unterschätzter Bassist, der den Songs viel Leben und Drive verleiht.
Zugleich merkt man aber unterschwellig der Musik auch schon an, dass es sich hier um einen Abgesang handelt. Deswegen sind die Songs nicht schlecht, im Gegenteil, der Titelsong, ONE AND THE SAME, SOUND OF A GUN, BROKEN CITY, SOMEDAYS und JEWEL OF THE SUMMERTIME sind sogar verdammt gute Songs, aber im Vergleich zu den ersten beiden überragenden Alben kann REVELATIONS eben nicht ganz mithalten. Daher war die Entscheidung, die Band aufzulösen wahrscheinlich die richtige. Immerhin haben sie drei überdurchschnittliche (und dabei zwei ganz hervorragende) Alben lang Musikgeschichte gemacht - und sehr viel Spaß. Dafür gebührt Ihnen ein Danke.