Vor sieben Jahren gab es einen kleinen Ruck durch die europäische Musikszene: The King alias James Brown, seines Zeichens Briefträger aus Irland, wurde mit seiner Geburt eine Gabe zuteil: Er ist nicht nur teilweise äußerlich, sondern vor allem stimmlich dem echten King of Rock'n'Roll täuschend ähnlich.
Tatsächlich gab ihm EMI Deutschland einen Vertrag über zwei Alben und das hier ein unbekannter Sänger aus Irland mit seinen Kumpels sich hemmungslos durch die Rock-Geschichte covert, fasziniert wie polarisiert gleichermaßen. Die zentrale Frage ist: Wie hätte es geklungen wenn Elivs Nirvana's "Come As You Are" oder den Led Zeppeling-Knaller "Whole Lotta Love" zum besten gibt? Oder wie wäre es mit Marley's "No Woman No Cry" "Sweet Home Alabama"? Oder doch lieber "The House is rockin'" von Stevie Ray Vaughan. Überhaupt, wo wir gerade bei rocken sind: Genau das tut der Elvis reloaded und das sogar sehr gut. Exzellente Band und ausgefeilte , teilweise geänderte Arrangements.
Vor kurzem trat der King in Münster beim Eurocityfest auf und verstand es, mit der energiegeladenen Show sogar die 15/16 jährigen um mich herum bei "Whole lotta love" oder "Crazy little thing called love" zum rocken zu bringen. Okay, wer so eine junge Generation mit Gassenhauern begeistern kann, die doppelt so alt sind wie die Jungs selber, der verdient gute Noten. Die Songauswahl auf "Return To Splendor" wirkt ein bißchen ausgewählter als auf "Gravelands" und macht etwas mehr Druck.
Alles in allem ein gelungenes Album, das den Fuß permanent zum Wippen auffordert. Zwar wird eine dritte Auflage des Projekts nicht viel bringen, aber, so hat James Brown ja immer angekündigt, hätte er keine Probleme in Dublin wieder Post auszutragen.