„Return to Paradise“ ist der Live-Mitschnitt von Styx’ legendärer Reunion-Tour 1996. Nach einer vorherigen Wiedervereinigung 1990, bei der aber Tommy Shaw (damals bei den Damn Yankees) durch Glen Burtnik ersetzt wurde, kamen die Fans damals endlich in den Genuss, eine der beliebtesten US-Rockbands endlich wieder im klassischen Lineup auf der Bühne zu sehen. Mit einer Ausnahme: Drummer John Panozzo war bei der Reunion 1995 wegen starker gesundheitlicher Probleme nach Alkoholproblemen nicht dabei – 1996 starb er. Todd Sucherman war fortan der neue hinter dem Styx-Schlagzeug. Das aufgenommene Konzert am letzten Abend der Tour ist eine Galavorstellung und glänzt mit allem, was den besonderen Reiz der Band ausmacht. Styx spielen eine Setlist voller Klassiker und bestechen mit großem Können bei gleichzeitiger charmanter Lockerheit. Zur Liveshow gehören solche zeitlosen Hymnen wie „Rockin’ the Paradise“, „Grand Illusion“ oder auch das episch angehauchte „Come Sail Away“, die der Band das Prädikat „Pomp Rock“ beschert haben, wie auch die wunderschöne, majestätisch romantische Dennis DeYoung-Powerballade „Lady“ mit dessen unnachahmlichem Intro am Klavier mit Gänsehautgarantie. Ein Ohrwurm reiht sich an den nächsten, und jeder versprüht seinen ganz eigenen Charme – der mitreißende Drive von „Too Much Time on my Hands“, die zauberhafte Melodien, die sich durch „Lorelei“ ziehen und auch die Tommy Shaw-Balladen „Crystal Ball“, „Fooling Yourself“ und „Boat on the River“, dem in Deutschland wohl bekanntesten Song der Band, der in einer hübschen Akustikversion dargeboten wird, natürlich mit Tommy Shaw an der Mandoline, begleitet von Dennis DeYoung am Akkordeon. Eine unnachahmliche Stärke der Band kommt sogar bei der doch recht kitschigen Ballade „Babe“ voll zu Geltung: der beeindruckende Chorgesang der sich hervorragend ergänzenden Sänger: Dennis DeYoungs tragende Stimme, darunter James Young und ganz oben die klare Stimme Tommy Shaws, der Backing Vocals aus einer anderen Welt zelebriert, bestes Beispiel: seine irre hohen und astrein vorgetragenen Gesangslinien in „Come Sail Away“. Styx-Fans dürfen sich diese Konzertaufnahme nicht entgehen lassen – „Return to Paradise“ ist sozusagen eine Live-„Best Of“ der Band auf einem ihrer wohl zuvor kaum noch erwarteten Karrierehöhepunkte, bevor später eine Krankheit Dennis DeYoung außer Gefecht setzte und die Band mit Lawrence Gowan einen Nachfolger holte, bevor DeYoung die Chance hatte, wieder dabei zu sein und fortan die ‚neuen’ Styx und Dennis DeYoung nur noch über Anwälte kommunizierten und u.a. über Namensrechte für ihre Musik stritten. Ein weiterer Kaufanreiz für Fans sind drei neue Studiosongs, welche die Spieldauer der Doppel-CD auf insgesamt rund 110 Minuten bringen. „On My Way“ ist ein cooler, bluesiger Tommy Shaw-Song, die Ballade „Paradise“ ein Stück von Dennis DeYoungs Musicalprojekt „Hunchback of Notre Dame“ und der Akustik-Song „Dear John“ erinnert an den verstorbenen John Panozzo.