eine zwiespältige sache.
einerseits enthält diese sammlung keinen einzigen schlechten song.
andererseits entsteht hier niemals das gefühl, das werk EINER band zu hören - die songs wirken wie ein heilloses durcheinander. wir bekommen einen guten eindruck von der enormen stilsitischen freiheit, die sich anthrax immer gegönnt haben: thrash, speed, hiphop, punk, pop, rock, alternative, ja sogar funk und soul - all das hat spuren in ihrem metalsound hinterlassen.
wir bekommen allerdings keinen eindruck, dass diese stilvielfalt ergebnis einer entwicklung ist, logik hat, gefühlt und gelebt wurde. wesentlich besser wäre hier ein doppelalbum gewesen (das außerdem mehr als nur einen flüchtigen blick auf die erste ära, die mit joey belladonna, wirft) - und zwar mit chronologisch geordneten songs.
die üblichen verdächtigen sind dabei (also "bring the noize" mit public enemy, der proto-nu-metal-track "i'm the man", die thrash-klagehymne "indians", das trust-cover "antisocial", die grandiose noiserock-attacke "only"...). nicht ganz so "logische", für mehr farbe sorgende tracks fehlen.
die höhepunkte sind ausgerechnet die drei neuen beiträge. nämlich einmal die ministry-remixe von zwei "sound of white noise"-stücken - großartig hat al jourgensen das wieder gemacht, die lieder nageln und stampfen und knurren und bellen - und wollen nicht spielen, sondern beißen. am allerbesten jedoch ist die coverversion von "ball of confusion" - neu eingesungen im brüderlichen duett von exsänger joey belladonna und dem danmaligen sänger john bush, deren stimmen bizarrer weise großartig harmonieren. anthrax lassen es grooven - die wahrscheinlich ungewöhnlichste version dieses soulfunk-jahrhundert-gassenhauers.