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Gang of Four Audio CD
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Produktinformation

  • Audio CD (27. September 2005)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Format: Import, Doppel-CD
  • Label: V2 Japan
  • ASIN: B000AHQFIO
  • Weitere Ausgaben: Audio CD
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

1. To Hell with Poverty
2. Damaged Goods
3. Naturals Not in It
4. Not Great Men
5. Why Theory?
6. Anthrax
7. Paralysed
8. What We All Want
9. Ether
10. Hed Send in the Army
11. Capital
12. I Love a Man in a Uniform
13. At Home Hes a Tourist
14. We Live as We Dream, Alone
15. To Hell with Poverty - Go Home Productions Remix
16. Natural's Not in It - Ladytron Remodel
17. I Love a Man in a Uniform - Yeah Yeah Yeahs Remix
18. Ether - Into the Ether Tony Kanal Remix
19. At Home Hes a Tourist - The Others Remix
20. Not Great Men - Phones Extended Version
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R. Siegl
Format:Audio CD
Eine ziemlich unnötige Idee, nach rund 25 Jahren die eigenen Songs wieder aufzunehmen, ohne auch nur einen einzigen neuen anzufügen - sollte man meinen. Gang of Four (für alle Spätgeborenen: Gemeinsam mit den schottischen Bands Josef K. und Ornange Juice die Blaupause für alle Kaiser Chiefs, Franz Ferdinands und Maximo Parks dieser Zeit) haben genau das getan und schon nach dem ersten Hören habe ich dieses Album geliebt. Es klingt einfach so, als hätte sich die Band schon damals ein anständiges Studio leisten können.
Das ist keine "Altherrenmusik", sondern die Vier gehen mit der gleichen Aggressivität zur Sache wie damals. Schon die ersten 30 Sekunden ("To hell with poverty") sagen alles: Zuerst die scharfe Gitarre wie in den 70ern, an der sich Franz Ferdinand und Konsorten noch immer die Zähne ausbeissen, doch dann setzt der Rhythmus ein und er kommt einfach viel druckvoller als früher. Der Bass klingt wesentlich satter und schlägt die Brücke zwischen Bootsy Collins und Jean-Jaques Burnel von den Stranglers, die Drums kommen bei den früheren Songs erstmals richtig mit Volumen rüber und halten die Songs besser zusammen. Die Musik wird dadurch noch tanzbarer, ohne die Schärfe zu verlieren.
Noch ein paar Sätze zum Remix-Bonusalbum: Viele Tracks sind durchaus interessant und lassen sich hören, ohne dass einem die Zornesröte hochsteigt. Drei Ausnahmen sind darunter: The Others schaffen, woran die BBC vor dem "Top of the Pops"-Auftritt noch gescheitert ist - sie haben das Wort "Rubbers" aus "At home he's a tourist" einfach gestrichen. Faultline wiederum nehmen "Anthrax" alle Schärfe, sodass dieser Milzbrand wie eine mittlere Erkältung wirkt, und Hot Hot Heat verstümmeln "Damaged Goods" derart, dass dieser Vorgang im Strafrecht unter Sachbeschädigung fällt.
Aber insgesamt fällt "Return the gift" unter die Songzeile: Please give me evenings and weekends, denn dieses Album verdient viel ungestörte Zeit.
P.S.: Ich will jetzt von Wire die Neueinspielung von "Chairs Missing" hören, von XTC "The Black Sea", von Iggy + Stooges "Raw Power" .......
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Natürlich wird man ob der Ankündigung eines neuen Gang Of Four Albums mit neu eingespieltem "alten" Material erst mal skeptisch. Andererseits braucht man bei Gang of Four natürlich keine Angst zu haben, dass sie einfach nur so ein Abzockerprodukt auf den Markt bringen werden, nur um die schnelle Mark zu machen.
Doch was wird das künstlerisch, musikalisch bringen? Wie wird das klingen?
Wie gesagt, ich war skeptisch.

Doch nun sitze ich hier und höre dieses Album schon zum dritten Mal in Folge und bin total begeistert, denn es funktioniert. Zunächst muss man festhalten: die Auswahl der Songs ist phänomenal. Sie sind thematisch gesehen praktisch allesamt aktuell wie nie (man höre sich nur einmal "To Hell With Poverty" vor dem Hintergrund von Hartz IV an) und musikalisch ist da nicht das kleinste Stäubchen auszumachen. Die Band spielt wie damals. Diese unglaubliche Rhythmusarbeit, die es einem schwer macht die Füße ruhig zu halten, dieser herrliche Gitarrensound - das klingt 100%ig und macht unglaublich Spaß! Alleine der Gesang wirkt etwas gesetzter, seriöser, was jedoch meist nur an eher gesprochenen Textstellen auffällt, wie bei "Paralysed" etwa.

Ich habe einmal gelesen, dass die Herren Gill/King mit dem Sound des ersten Gang Of Four Albums ENTERTAINMENT nie zufrieden waren, lustigerweise, denn gerade der typische Sound dieses Werkes wies vielen Bands damals die Richtung. Gang Of Four selbst gingen einen anderen Weg und ebneten dem Postpunk den Weg. Auf diesem aktuellen Album können die Herren King & Gill nun ihre Vorstellungen vom perfekten Sound nachgehen. "Anthrax" oder "At Home He's A Tourist" profitieren tatsächlich von der satten Produktion. So klingen alle Songs irgendwo zwischen SOLID GOLD und SONGS OF THE FREE und das kommt auch Songs wie "I Love A Man In A Uniform" zugute.

Für mich waren und sind Gang Of Four neben WIRE musikalisch und ideologisch unerreicht. Dass Gang Of Four sich nun zurückmelden und diese Musik nun auf diesem Weg auch einem jüngeren Publikum zugänglich werden kann, ist wichtig, und ich hoffe, dass das auch funktioniert. Es lohnt sich - sowohl für alte Fans als auch für neue!

Please send me evenings and weekends!

Ach ja: die Bonus CD mit Remixen habe ich bis heute nicht einmal gehört - ich weiß nicht, wozu ich die brauchen könnte.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Operation geglückt! 9. Mai 2011
Format:Audio CD
Legendäre Band wagt sich 25 Jahre später an Neueinspielungen mittlerweile in Stein gemeißelter Klassiker. Gefährliches Unterfangen, das vor allem von dogmatischen Erste-Stunde-Fans allzu gern als Sakrileg und Legendenverstümmelung gebrandmarkt wird. Der Sorte Menschen, die von Popmusikern ein Ausmaß an Konsequenz, Rückgratigkeit und Askese erwarten, zu dem sie selber nie genötigt waren, geschweige in der Lage gewesen wären. Bela B. sagte auf der letzten Ärzte-Platte: "Wir leben ein Leben für euch mit.", und er wird gewußt haben, was er damit meinte.
"Entertainment!", GO4s Erste aus dem Jahre 1979, ist so eine dieser unantastbaren, meinetwegen Genre definierenden Klassikerplatten. Sie steht in dieser Kategorie wohl auf einer Stufe mit der 1. CLASH oder "Closer" von JOY DIVISION. Solche Platten macht man nur einmal, und das ist logisch, denn die Zeiten werden nie wieder so sein, wie sie erst gestern, letztes Jahr oder 1979 waren; und je länger man eine Band ist, desto mehr fließt die Selbstwahrnehmung der Musiker in die Arbeit an ihrem Projekt ein, man entwickelt sich, man erweitert sein Spektrum, und vielleicht verliert man in den Augen kritischer Betrachter an Kontur. "Entertainment!"-Songs bilden den Löwenanteil der Neueinspielungen auf "Return The Gift". Die kühle, knochige (um nicht zu sagen: dünne) Stringenz der ursprünglichen Produktion wurde nicht reproduziert. Das wäre auch nicht nötig gewesen, denn es gibt sie ja schon. Statt dessen setzte Andrew Gill bei seiner meinen Augen fantastischen Produktionsarbeit auf eine gute Portion mehr Saftig- und Fleischigkeit sowie Diversifizierung im Detail. Natürlich klingt das heutzutage fetter als damals, aber die Arrangements des Materials sind nunmal so verdammt reduziert, daß allein dadurch der unverwechselbare GO4-Vibe erhalten bleibt. Mit offensichtlichen Overdubs wurde extrem sparsam umgegangen, und die wenigen, die's dann doch gibt, sitzen an den richtigen Stellen. Jon King singt nicht schlechter als damals (stellenweise sogar eher besser, z.B. bei "To Hell With Poverty!"), und Gill hat seine zigarettengepflegte Stimme bei "Paralysed" so detailversessen abgebildet gekriegt, daß man jeden Tropfen Raucherschleim am Zäpfchen gut hören kann. Ich muß immer wieder sagen, daß die hier versammelten Neubearbeitungen den alten Originalen ohne Ausnahme das Wasser reichen können. Ich gestehe, einige finde ich sogar besser. "He'd Send In The Army" z.B. - wie Steve-Albini-mäßig Gills Stratocaster im Intro zerrt und fräst, das ist einfach total SCHARF. Dagegen klingt die Version auf "Solid Gold" wie ein Demo, was auch für Jon Kings fachgerechte Zerlegung irgendeines Küchengerätes (früher Kühlschränke, letztens in Hamburg war's eine Mikrowelle) gilt. Steve Albini im übrigen ist natürlich total Andy Gill-beeinflußt, nur um das noch in die korrekte Reihenfolge zu bringen. "Solid Gold" hat den zweitgrößten Anteil am Repertoire von "Return The Gift", das voodoo-repetitive "What We All Want", schon immer eins meiner Lieblingsstücke, ist auch dabei. Hier ziehe ich allerdings immer noch die Live-Version mit Busta Cherry Jones' brutalem Schnapp-Slap-Baß vor (zu finden auf der "Another Day, Another Dollar"-EP). Und auch bei "Damaged Goods" , "Anthrax" und "At Home He's A Tourist" halte ich mich an frühere Originale, wenn auch nur knapp. Erfreulich und angemessen finde ich abschließend die Hinzuziehung von 2 "Songs Of The Free"-Tracks, die in Sound und Arrangement eher dem Geist von "Entertainment!" angeglichen wurden. "I Love A Man In Uniform" und "We Live As We Dream, Alone" klingen daher deutlich abgespeckter und lebendiger als auf der leider schon etwas 80er-verhunzten Original-LP. Von "Hard" gibt's gerechterweise gar nichts.

Geile Platte und: Operation geglückt, Patient sieht irgendwie moderner aus, ohne an Substanz verloren zu haben. Die 2. CD mit Remixen habe ich mir nie angehört. Interessiert mich einfach nicht. Sie hätten von mir aus ruhig noch eine weitere CD mit Neueinspielungen machen können. Aber man kann nicht alles haben. 6 bis 7 von 5 Sternen.
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