Hier ist es also, das coolste Album des Sommers - vielleicht sogar des Jahres: "Return To Cookie Mountain" von TV On The Radio. Elf kleine Werke, jedes für sich so toll, wie eine gute Nachricht im Glückskeks. Und jedes erstaunt den Hörer, vergleichbar mit dem Öffnen des gelben Plastikdöschens im Überraschungsei.
Schon der Opener ist eine Wucht und an Coolness nicht mehr zu überbieten. Ein Rhythmus, den sich die Band von Massive Attack ausgeliehen haben muss, dazu knochentrockene Samples: Fertig ist "I was a lover". Weiter geht's zu "Hours", das ebenfalls Reminiszenzen an den TripHop nicht verleugnen kann. Ein Bass als tragendes Instrument - und dieses verhuschte Piano im Hintergrund. Toll! Ein berühmter Gastsänger veredelt "Province". David Bowie adelt die Band, indem er sie unterstützt. Der Song könnte glatt von den bösen Geschwistern von Arcade Fire stammen. Genau wie der Knaller des Albums, "Wolf like me". TV On The Radio legen hier ein Tempo an den Tag, bei dem man kaum noch mitkommt. Der nächste Indie-Party-Song? Hoffentlich. Einen schwitzenden Blues im Indie-Art-Rock-Format gibt es mit "Blues from down here". Beinahe wohltuend das letzte Highlight auf dem Album: "Tonight" ist eine hypnotische, beinahe siebenminütige Ballade.
Ansonsten gibt es noch Durchgeknalltes ("Playhouses"), Mantras ("Method"), Hässliches ("Let the devil in"), Quatsch ("Dirtywhirl") oder zu langes ("Wash the day"). Ein Album, auf das man sich einlassen muss. Das ein paar Hördurchgänge braucht, damit man eine Struktur, ja, gar Songs identifizieren kann. Aber dann macht es verdammt viel Spaß.