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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es ist höchste Zeit, 12. März 2009
"Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird."
Wer hat das gesagt? Keine Geringere als Doris Lessing im Jahr 2001. Arne Hoffmann führt dieses Zitat sozusagen als Zeugenaussage der anderen Seite in seinem Buch an, denn wenn Männer so etwas äußern, werden sie von "starken" Frauen schon mal vor einem Millionenpublikum als "Jammerlappen" oder "hysterisch" verhöhnt.
Hoffmann beschreibt in seinem Buch, wie in diesem Land und in den anderen westlichen Gesellschaften das Männliche zunehmend herabgewürdigt wird. Es ist eine kollektive Stimmung entstanden, die sich massiv zuungunsten von Jungs und Männern auswirkt. Durch die jahrzehntelange, einseitige Förderung von Mädchen bis heute und die Vernachlässigung der Jungs ist eine Schieflage mit dramatischen Auswirkungen eingetreten, die nur sehr zögernd öffentlich benannt werden. Hoffmann benennt sie und führt dafür viele Belege an. Die aufwühlendsten sind vielleicht die Stimmen der Betroffenen selbst: junge Männer, die von ihrer Ausgrenzung, ihrer Verzweiflung und ihrer Resignation sprechen.
Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Jungen. In der Pubertät bringen sich 12-mal mehr Jungen um als Mädchen! Eine der Hauptursachen ist sicher das Versagensgefühl in der Schule. Selbst das Bundesbildungsministerium räumt inzwischen ein, dass Jungen bei gleicher Leistung in der Schule oft schlechtere Noten bekommen. Sie werden - in der Grundschule fast ausschließlich von weiblichem Personal - dafür abgestraft, dass sie sich verhalten wie Jungen und nicht wie Mädchen: eher wild als brav, eher aufmüpfig als angepasst. Auf der anderen Seite gelten Mädchen mit diesen Eigenschaften als stark und vorbildhaft.
All das in "Rettet unsere Söhne" zu lesen, macht wütend, aber man muss nicht in dieser Wut steckenbleiben. Hoffmann zeigt am Ende des Buches, wie gehandelt werden kann und muss, damit diese für Männer wie für Frauen unselige Entwicklung gestoppt wird. Ein gutes, wichtiges Buch, das ich jedem Mann und jeder Frau empfehlen kann.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die selbstgemachte Jungenkrise, 28. März 2009
Wer aus eigener Erfahrung schockiert oder nur verwundert ist über das Rechts- und Gleichstellungsverständnis der Feministenlobby oder sich die zunehmenden Gewaltausbrüche vorwiegend junger Männer und Jungs nicht erklären kann, sollte dieses Buch lesen. Hoffmann beschreibt darin, wie in diesem Land eine auf einseitige Mädchenförderung "eingenordete" Gesellschaft langsam aber sicher eine bedrohliche Schieflage erzeugt, die uns allen eines Tages auf die Füße fallen wird.
Hoffmann benennt akribisch Fakten und Quellen und belegt, warum in einer auf "Normalmaß" nach feministischer Interpretation geprägten Ordnung inzwischen tatsächlich die Mädchen positiver auffallen, nachdem der Unterricht auf deren Stärken - die eher entwickelte Sprach- und Lesekompetenz - ausgerichtet wurde. In Grundschulen, in denen 4 Noten für Deutsch vergeben werden und nur eine einzige in Mathe (die klassische Jungs-Domäne), in denen z.B. Punkte für das schicke Bekleben von Hefteinbänden mit Klebebildchen vergeben werden, die dann anstelle des Inhalts zu 50% in die Gesamtwertung eingehen, Bändchengymnastik im Sportunterricht gelehrt wird, anstatt dem Bewegungsdrang der Jungen Rechnung zu tragen, muss man sich über "schlaue Mädchen - blöde Jungs" nicht wundern.
Nachdem dann solcherlei "gepushte" Alpha-Mädchen auf die Arbeitsmärkte drängen, wird jedoch eines klar werden: Es wird nichts nützen, den Notenspiegel durch Überbewertung der Einzel-Kompetenz "Sprachverständnis" oder anderer Spezialdomänen zu manipulieren. Bildung ist heute weit über das Stadium Lesen-und-Schreiben-Lernen hinaus. In der heutigen Wirtschaft und Technik kommt es auf physikalisches Grundverständnis und höhere Mathematik an - selbst im Finanzwesen! Es kommt auf abrufbereites Wissen an und darauf, Zusammenhänge BEGRIFFEN und abrufbereit zu haben, nicht auf eine Gute-Noten-Sammlung. Quoten-Professorinnen werden uns der Weltformel genauso wenig näherbringen, wie Heerscharen von Ingenieurinnen (geworben beim Girls-Day) die technische Entwicklung voranbringen werden.
Das eigentlich Traurige ist: Der nächste Einstein verkümmert inzwischen als Underachiever!
Es ist das Prinzip "Überholen ohne einzuholen", das hier inzwischen kultiviert wird - von einer radikalen Bewegung, die man anderwo als extremistisch einstufen würde. Hoffmann belegt in erschütternder Weise, wie überwiegend weibliches Lehrpersonal nach der "Emma"-Devise - wenn wir wollen, dass es unsere Töchter leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen - unsere Jungs kontinuierlich aufs Abstellgleis drängt.
Die Strategie Wenn-ich-dich-nicht-erreichen-kann-ziehe-ich-dich-herunter ist z.B. aus dem Sport bekannt und gebrandmarkt. Wo sich jemand durch unfaire Methoden versucht, Startvorteile zu verschaffen oder der ewigen Konkurrentin gar mit der Eisenstange das Knie zerschmettert wird, wird das zurecht als armselig empfunden und entsprechend sanktioniert. Kleinen Jungen Schuldkomplexe einzureden, ihr Geschlecht wäre an Kriegen und allem Schlechten überhaupt in der Welt schuld oder sie anderweitig zu verhöhnen, fällt nicht nur in die gleiche Kategorie, sondern birgt ein Gefahrenpotential, das uns Hoffmann eindringlich ins Bewusstsein rückt. Welcher soziale Sprengstoff darin liegt, wenn man Jungen vernachlässigt, Männer permanent klein macht, stigmatisiert, entwürdigt und ausgrenzt, das kann man bei genauerem Hinsehen bereits in den Nachrichten verfolgen. Wenn eine ideologisierte Scheidungsindustrie diesen Jungs dann auch noch kaltschnäuzig den Vater entsorgt und schließlich auch noch zu Hause über das ewig "Böse Geschlecht" geklagt wird, dann sind die Weichen in die kleine persönliche und die große gesellschaftliche Krise gestellt. Die betroffenen Jungen verweigern sich in der Schule, werden krmiminell, begehen Selbstmord oder laufen Amok. Diese durch eine systematische Instrumentalisierung u.a. des Rechtssystems verursachte Schieflage ist dem gesellschaftlichen Frieden ganz gewiss nicht dienlich!
All das so kompakt und eindringlich lesen zu müssen, macht wütend. Aber diese Wut ist notwendig, wenn wir wollen, dass unsere Jungs - vielleicht mithilfe Hoffmanns 10-Punkte Programm - die Kurve kriegen und unsere Gesellschaft nicht kollabiert. Hoffmann diskriminiert nicht und ideologisiert nicht, verzichtet aber dankenswerterweise auf jegliche
"Political correctness".
Ein gutes und überfälliges Buch, das nicht nur Männern sondern auch jeder Frau zu empfehlen ist.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wichtiger Beitrag, 6. März 2009
Bücher von der Couleur wie es uns Arne Hoffmann hier vorlegt wollen sich absetzen von der Vielzahl solcher Jungenbücher, die eher als verlängerter Arm einer feministischen Ideologie einzustufen sind. Dies ist Hoffmann gelungen. Es ist eine saubere Arbeit in der wichtige Aspekte gesellschaftlicher Missstände die das Leben unserer Söhne nicht nur erschweren sondern allzu oft zur Hölle machen präzise zusammengestellt werden. Es lässt sich sehr gut lesen. Viele der vorgestellten misslichen Verhältnisse werden immer wieder durch interessante Darstellungen Betroffener untermauert. Da man den vielen manchmal schon unerträglichen Befunden leider nach wie vor zustimmen muss die uns Hoffmann hier in seinem Buch deutlich aufzeigt, bleibt nicht viel mehr zu sagen das hier eine gelungene und wichtige Publikation vorliegt die jeden ansprechen sollte.
Einen kleinen Wehrmutstropfen empfand ich aber schon. Dieser zeigt sich exemplarisch vor allem in Punkt 7 im 10 Punkte Sofortprogramm am Ende. Dort wird die Forderung aufgestellt, dass es auch für unauffällige Jungen Jungenarbeit geben muss. Hier wird, vermutlich unter dem Deckmantel der Prävention, ein Raum eröffnet, der allzu oft nur das Kontrollbedüfniss und Eigeninteresse mancher Erwachsenen befriedigt, als das hier das Emanzipationsbestreben von Jungen befördert würde. Mir in diesem Zusammenhang auch unverständlich, dass ausgerechnet dass Projekt Majuze als Beispiel anempfohlen wird, dass durch seine offenbar gestalttherapeutische Auslegung einen ausgesprochen intensiv invasiven Charakter dokumentiert. Ich bin mir sicher dass Hoffmann das so nicht verstanden wissen will, aber es besteht nach meiner Meinung hier die Gefahr, dass die gut eingeübte Defizitparadigmen unter denen unsere Söhne schwer zu leiden haben, perpetuiert werden? Durch eine solche pädagogische Rationalisierung wurde bereits der Weg zu Ritalin und Kriminalisierung geebnet.
Ich meine Jungen gehören nicht per se in Therapieräume oder Settings in dem ihr So-Sein ver(jungen)arbeitet wird. Kurzum, wir sollten nicht noch mehr Sonderpädagogik für Jungen generieren. Vielmehr sollten wir uns um die äußeren Umstände bemühen, in denen sie ihr So-Sein und ihre Autonomie wie unsere Töchter entwickeln dürfen. Dies ist freilich der beschwerlichere Weg, weil er nicht so ökonomisch dafür aber umso menschlicher ist. Unseren Söhnen steht solch eine Normalität wieder zu. Unsere Töchter gehen übrigens bei Alltagsproblemen auch nicht in Scharen in irgendwelche Beratungsbüros. Sie profitieren schlicht und ergreifend von einer positiven Haltung in der Gesellschaft. Das wünsche ich mir auch wieder für unsere Söhne.
Für Punkt 7 hätte ich mir daher eher den Apell gewünscht, endlich wieder Würde und Respekt vor dem genialen Entwicklungspotential von Jungen entgegenzubringen, anstatt Jungenarbeit für alle einzufordern. So kommt das Junge-Sein endlich wieder dahin zurück wo es hingehört. Nämlich als eine wichtige und zukunftsweisende menschliche Entäußerungsform des menschlichen Daseins in die Mitte unseres Lebens.
Insgesamt aber liefert Hoffmann hier eine präzise und leider auch erschreckende Analyse die systematisch aufzeigt, wie durch eine krude politische Programmatik ein Arrangement aufgespannt wird, indem unsere Söhne regelmäßig zum Scheitern verurteilt sind. Es ist eine wichtige Arbeit für die fraglos 5 Sterne mehr als gerechtfertigt sind.
P.S. Zum neuerliche Amoklauf in BW. Schafft endlich die Wehrplicht ab. Nur dies hat den nachhaltigen Symbolcharakter dafür, dass Waffen kein Mittel für Problemlösung ist. Wer rigoros einseitig nur unsere Söhne pflichtmäßig zu den Waffen greifen lässt oder sie Ersatzdienst (verkappter Militärdienst) leisten lässt, sendet vorsätzlich die falschen Signale in unsere Gesellschaft. Eine zutiefst richtige Forderung die Hoffmann im Punkt 5 seines 10 Punkte Sofortprogramms aufstellt.
In diesem Zusammenhang; mein tiefstes Beileid und Mitgefühl allen die jetzt so schrecklich leiden und gelitten haben. Das gilt auch für die sog. Täterseite. Auch diese Familie hat unter schrecklichen Umständen Sohn und Bruder verloren. Ich bin doch sehr betroffen darüber, dass sich eine Situation zugespitzt hat, in der für Tim K. offenbar keine andere Handlungsoption mehr möglich war.
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