Das Buch fing sehr einleuchtend und sachlich an. Der Autor stellte kurz seine eigene Familiensituation dar, mit dem Hinweis später genauer darauf einzugehen. Dann folgte ein kurzer (leider zu kurzer) Ausflug zur Entwicklung der Familie, dem Familiensinn und der Bedeutung von Kindern in den einzelnen Phasen. So weit, so gut. Was dann kam war ein großes Durcheinander: Statistische Zahlen sollten Argumente stützen, diese Argumente hatten aber nichts mit den Zahlen gemein, abgelöst von kleinen Ausflügen in sein Privatleben, dargestellt als Beispiele von Maren, Björn, Clemens und Norma. Zwischenzeitige Rundumschläge inbegriffen.
Ein Beispiel: Herr Bessin zitiert eine Statistik, in der die meisten Frauen bei Ihrer Schwangerschaft verheiratet sind, gefolgt von einem seitenlangen Essay, dass das Modell der Alleinerziehenden, was sich Frauen aus egoistischen Gründen selbst schaffen, funktionsgestörte Patchworkfamilien begünstigt.
Zum Ende wird es dann doch noch mal etwas sachlicher und im Kapitel "Was ist zu tun" steckt sicherlich der eine oder andere interessante Denkansatz, von daher sehr schade, dass der Mittelteil des Buches so unüberlegt geschrieben wurde.