Wer einen einigermaßen kompakten Überblick über die Geschichte des Euros, seine Stellung im Konstrukt der europäischen Einigung und die verbundenen Chancen und Risiken sucht, ist mit diesem Buch gut bedient. Martin Hüfner ist Volkswirt und das merkt man dem Test auch an. Mein eigenes VWL-Studium liegt ein paar Jährchen zurück, geschadet hat es bei der Lektüre definitiv nicht. Ich könnte mir also vorstellen, dass jemand, der weniger Hintergrundwissen hat, an der einen oder anderen Stelle am Rande der Überforderung steht.
Hüfners Buch ist alles in allem ein Plädoyer für die Europäische Union, er mahnt allerdings auch einiges an, was in der Vergangenheit - zum Teil aufgrund der hohen Geschwindigkeit - falsch angegangen wurde und das man mit zukünftigen Neueintritten nicht wiederholen sollte. Er betont die Wichtigkeit der politischen und wirtschaftlichen Harmonisierung, bei allen lokalen, regionalen oder nationalen Interessen und Besonderheiten.
Dass nationale Alleingänge, ein Rein und Raus von Staaten aus dem Euro und andere kolportierte Ideen nicht zielführend sind, muss einem nicht erst mit diesem Buch klar werden, die eigenen Gedanken erhalten aber definitiv eine Stütze und mehr Fundament.
An manchen Stellen ist der Text sehr trocken, daher ein Stern Abzug.