Ein Buch für alle die über Prostitution schimpfen - Aber auch für die 5 % Männer die noch nie im "Puff" waren. Erst recht aber für die, die schon dort waren und sich nie wirklich wohl gefühlt haben.
Beschrieben wird im Buch die Arbeit in einem "alternativen" Bordell. Von Frauen die Ihren Freiern auf gleicher Augenhöhe gegenüberstehen. Die Frauen erklären dem Leser, daß Prostitution nichts mit Ausbeutung zu tun haben muss. Das es meist doch so ist, liegt an einer scheinheiligen und am Ziel vorbeigehenden Gesetzgebung.
Sie erzählen von ihren Vorlieben (nicht "sextechnisch" sondern im Bezug auf den Typus der Freier !!!) und ihrem Verhältnis zu den Männern die sie besuchen. Sie erzählen, daß Freier durchaus zärtlich und verschmust sein können und dann überaus dankbar sind dieses auch sein zu dürfen.
Es geht aber auch um den Umgang unserer Gesellschaft mit Sex - Nicht nur den gewerblichen. Die Autorinnen wünschen sich einen besseren, einen unbelasteteren Umgang mit dem Thema. Ein wenig Bonobo-Mentalität wird auch vertreten, aber das auf durchaus nachvollziehbarem intellektuellem Niveau.
Ein Buch das völlig neue Einblicke in und Sichtweisen auf ein Gewerbe bietet, über das viel geredet aber nur wenig gewußt wird. Das Buch zeigt auch auf, warum die jetzige Haltung von Justiz und Behörden gegenüber der Prostitution nur den klassischen Zuhältern nutzt und die Frauen weiterhin in der Sklaverei hält. Zwangs- und Armutsprostitution lassen sich den Autorinnen zufolge deutlich besser bekämpfen, wenn man offener und vorurteilsfreier an das Thema herangeht !