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Retter in Uniform: Handlungsspielräume im Vernichtungskrieg der Wehrmacht
 
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Retter in Uniform: Handlungsspielräume im Vernichtungskrieg der Wehrmacht [Englisch] [Gebundene Ausgabe]

Wolfram Wette
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 247 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (Januar 2003)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3596152216
  • ISBN-13: 978-3596152216
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 145.322 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es waren kaum 100 Soldaten, die sich über den Vernichtungskrieg und sein Mordprogramm hörbar empörten, die ihre Kooperation verweigerten, sich demonstrativ nicht an Exekutionen beteiligten oder gar zu Rettern von Juden und anderen politisch und rassisch Verfolgten wurden. Sie zählen zu den wenigen innerhalb der Wehrmacht, die sich ihre humane Orientierung bewahrt haben - und ihre Namen sind z.B.: Anton Schmid (nach ihm wurde im Mai 2000 die Kaserne der Bundeswehr in Rendsburg benannt), Reinholf Lofy, Karl von Bothmer, Wilm Hosenfeld,Erich Heym, Karl Laabs, Heinz Drossel und Max Liedtke. Wie die Angehörigen des Widerstandes und die Deserteure der Wehrmacht stehen die "Retter in Uniform" dafür, dass es neben dem militärischen Gehorsam auch Möglichkeiten individuell verantworteter Humanität im totalitären Staat gegeben hat - Handlungsspielräume, um "aktiven Anstand" zu praktizieren. Diese Wenigen halten Millionen von gehorsamen Befehlsempfängern den Spiegel vor.

Autorenportrait

Wolfram Wette, geboren 1940, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie, 1971 Dr. phil., 1991 Habilitation, 1971-1995 am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i. Br.; seit 1998 apl. Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br.. Mitbegründer und mehrfach Sprecher des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AHF), Mitherausgeber der Reihe "Geschichte und Frieden" und des Jahrbuchs "für Historische Friedensforschung

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einsame Retter 3. Juni 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Im Zuge meiner Doktorarbeit über die Chance die Zeit des Holocaust zu überleben, bin ich auf den Titel von Wolfram Wette gestoßen. Solche Möglichkeiten bot manchmal die musikalische Begabung eines Häftlings, gelegentlich die Malerei oder aber die Begegnung mit einer Persönlichkeit in den Reihen der Unterdrücker, die sich das Gefühl für die eigene Würde und damit auch für die Würde anderer Menschen bewahrt hat. Diese Männer in Uniform verschiedenen Ranges, wie zum Beispiel der Hauptmann i.R. Wilm Hosenfeld, stellten sich dem Bösen in großer persönlicher Einsamkeit. In einer außer Rand und Band geratenen Vernichtungsmaschinerie schenkten sie manch einem Opfer zum zweiten Mal das Leben. Ihr Heldentum übertrifft alle Großtaten auf dem Schlachtfeld. In einer modernen, demokratischen Gesellschaft sollten sie nicht nur unvergessen, sondern die wahren Vorbilder für uns bleiben. Hätte es mehr solcher Frauen und Männer gegeben, hätte sich Hilters Mordlust weniger austoben können.
Meena Sarrach MA MA Uni Birmingham UK
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dem Vergessen entrissen 24. Juli 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Insgesamt 11 Autoren schildern kurz Taten von Wehrmachtsangehörigen, die entgegen der Befehls- und Geisteslage im dritten Reich Gefangene und Verfolgte retteten. Interessant ist dabei, dass es sich in den geschilderten Fällen nicht um von langer Hand vorbereitete, sondern um spontane Einzelaktionen handelte, die keine ideologische Basis hatten, sondern von einem individuellen Humanitätsempfinden geprägt waren, das auch im totalitären dritten Reich mit all seinen Repressionsdrohungen nicht unterdrückt werden konnte. Die Anmerkung des Herausgebers, es habe sich bei den deutschen Militärangehörigen nur um ca. 100 Personen gehandelt, die sich unmenschlichen Befehlen unter Gefahr für das eigene Leben widersetzten, muß allerdings richtig gelesen und gewürdigt werden. Es wird nämlich betont, dass das militärgerichtsnotorische Fälle betrifft. Wie die- allerdings bisher nur spärliche- seriöse Literatur zu dieser Thematik ausweist, gab es sicher zahlreiche ähnlich gelagerte Taten, die nie gerichtsnotorisch wurden und es ebenso wie die hier geschilderten Episoden verdienen, dem Vergessen entrissen zu werden. Hinter ihnen verbergen sich oft namenlose Helden, für die es keine Heldenliteratur im Sinne der zahlreich verfügbaren Memoirenliteratur ehemaliger Militärgrößen der Wehrmacht gibt.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wolfram Wette (Hrsg.),
Retter in Uniform.
Handlungsspielräume im Vernichtungskrieg der Wehrmacht
(Ffm. 2002, Fi TB 15 221)
¤ 13,90

Es waren kaum 100 Soldaten, die sich über den Vernichtungskrieg und sein Mordprogramm tatkräftig empörten und so zu Rettern von Juden und anderen politisch und rassisch Verfolgten wurden. Wie die Angehörigen des Widerstandes und die Deserteure der Wehrmacht stehen die "Retter in Uniform" dafür, dass es neben dem militärischen Gehorsam auch Auflehnung und "aktiven Anstand" gab. Zehn dieser Gerechten werden in Fallstudien vorgestellt. Der bekannteste dieser Helden der Menschlichkeit ist Feldwebel Anton Schmid, der Judenretter in Wilna. Schmid wurde im Januar 1942 verhaftet. Vor seiner Hinrichtung am 13. April 1942 schrieb er an seine Frau und seine Tochter: „Ich habe nur als Mensch gehandelt. Aber seid sicher, daß wir uns wiedersehen in einer besseren Welt bei unserem lieben Gott." Nach dem Krieg erlebte Frau Schmid eine schlimme Zeit; die Nachbarn schlugen ihre Fenster ein, und ihr toter Ehemann wurde als Landesverräter beschimpft. Erstmalige Anerkennung erfuhr Schmid in Hannah Arendt Buch „Eichmann in Jerusalem". Hier wird berichtet, wie Feldwebel Schmid der jüdischen Untergrundbewegung in Wilna mit gefälschten Papieren und Wehrmachtsfahrzeugen geholfen hatte. Am geschichtsträchtigen 8. Mai 2000 wurde die Kaserne der Bundeswehr in Rendsburg nach Feldwebel Anton Schmid benannt.

Seit Polanski Film „Der Pianist" ist auch der Name des Hauptmann Wilm Hosenfeld einer interessierten Öffentlichkeit bekannt. Zerlumpt, mit allerletzter Kraft schleppte sich der jüdische Klaviervirtuose Spzilman in eine leere, zerstörte Villa in Warschau. Dort entdeckte ihn der Offizier Wilm Hosenfeld. Der verfolgte Jude wagte eine Frage: „Sind Sie Deutscher?" - „Ja! Ich schäme mich dafür...." Hosenfeld versteckte den Verfolgten, gab ihm Nahrung und Kleidung. Hosenfelds humane Orientierung wurzelte in einer unverstellten christlichen Gläubigkeit. So versteckte und rettete er weitere Verfolgte. Von einem sowjetischen Kriegsgericht freilich wurde der Wehrmachtsoffizier Hosenfeld zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Seelisch und körperlich gebrochen starb er im August 1952 in einem Lager bei Stalingrad.

Unmittelbar nach dem Kinobesuch verfasste ich eine Eingabe an den Bundesminister der Verteidigung Struck mit der Anregung, eine Kaserne der Bundeswehr nach Hauptmann Hosenfeld zu benennen. Antwort des Führungsstabes der Streitkräfte vom 9. Januar 2003: „Die Traditionswürdigkeit von Wilhelm Hosenfeld wird hier nicht bestritten. Inwieweit dies jedoch zu einer Kasernenbenennung führen wird, ist von dem Verfahren abhängig, über das Sie ja bereits mehrfach unterrichtet wurden." Und die Lehre aus dieser Geschichte? Das vorrangige Interesse der Traditionspfleger auf der Hardthöhe ist von der Bürokratie bestimmt. Es geht ihnen zuvörderst um Hinweise, Verfahren und Vorschriften, nicht um Erinnerungsarbeit und politische Kultur.

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