Wer Krebs hat und nicht bereit ist, sich brav damit abzufinden und sich blindlings dem vollen Programm der schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten anzuvertrauen bzw. auszuliefern, wird auch dieses Buch mit Gewinn lesen - wenn man die nötige Distanz wahrt.
Denn dieses Buch stammt aus dem Jahr 1994 und hat damit schon einige Jahre auf dem (Buch)Rücken.
Klaus-Ulrich Hoffmann ist ein mutiger Querdenker, der auf der Suche nach den Ursachen der tödlichen Krankheit nicht davor zurückschreckt, alle möglichen und unmöglichen Faktoren ernsthaft zu diskutieren, auch solche, die ihm leicht den Ruf eines Spinners einbringen könnten (z.B. Erdstrahlen).
Dass er dabei mitunter übers Ziel hinausschießt, mindert nicht den Wert seiner Arbeit:
Denn Hoffmann erkannte bereits in 1994, dass Krebs sowohl etwas mit der "Übersäuerung" des Körpers durch hohen Fleischkonsum zu tun haben muss als auch mit einer "Käsebrotdiät":
Unabhängig von Campbell (der in den 80er Jahren das Gleiche in Rattenexperimenten feststellte, vgl. The China Study) beobachtete Hoffmann nämlich einen Rückgang des Krebsbefalls bei solchen Patienten, die sich motivieren ließen, auf Käse zu verzichten bzw. einen Rückfall bei jenen, die in dem Bewusstsein, "geheilt" zu sein, zu ihren alten Ernährungsgewohnheiten zurückkehrten.
Wenn Sie Krebs haben: Ziehen Sie daraus Ihre Konsequenzen! Denn spätere Forschungen bestätigen Hoffmanns Theorie (z.B. Jane Plant, Das Leben in deiner Hand): Das könnte in der Tat der langersehnte Durchbruch in der Krebsforschung sein.
Das war's aber auch mit dem Positiven zu diesem Buch: Denn Hoffmann interpretiert seine Beobachtungen, ganz im Stil seiner Zeit, mit "denaturiertem Eiweiß" und entwickelt demzufolge eine höchst merkwürdige Diät ohne Brot, ohne Tofu, dafür mit rohem Rindfleisch (nie was von BSE gehört? In 1994?) und Massen von rohem Gemüse: Das ist glücklicherweise überholt - Sie müssen das nicht essen.
Wer diese Diät auch nur kurz probiert hat, versteht sofort, warum sich Hoffmanns Erfolge in Grenzen hielten: Probieren Sie's lieber mit Jane Plant ("Das Leben in deiner Hand, s.o.").