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Retrum
 
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Retrum [Broschiert]

Francesc Miralles , Esther Fischer
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 345 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1 (Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785570384
  • ISBN-13: 978-3785570388
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 14 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 168.671 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nach dem Tod seines Zwillingsbruders ist Christian zum Einzelgänger geworden. Am liebsten verbringt er seine Zeit auf dem Friedhof. So lernt er Alexia, Robert und Lorena kennen. Sie nennen sich Retrum und übernachten regelmäßig auf Friedhöfen, um mit Toten in Kontakt zu treten. Christian ist von Alexia völlig fasziniert und schließt sich der Clique an. Doch er weiß nicht, dass er damit das Tor zu einer Welt voller dunkler Schatten und düsterer Offenbarungen öffnet. Denn was als Spaß beginnt, wird zur tödlichen Gefahr ...

Der Verlag über das Buch

Klappenbroschur mit Spotlack.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SaraSalamander TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
INHALT

Ausnahmsweise schreibe ich doch eine Inhaltsangabe. Denn die Vorgabe des Verlages bzw hier bei Amazon klingt einerseits sehr nach Thriller (was es nicht ist) und verrät für meinen Geschmack auch zuviel vom Inhalt. Daher hier eine etwas andere Variante:

Christian verliert bei einem tragischen Unfall seinen älteren Bruder. Die Familie zerbricht, und nun lebt Christian bei seinem Vater. Eingeengt von der sorgenden Kontrolle des Vaters, erschöpft von der unverarbeiteten Trauer, todessehnsüchtig und des Lebens überdrüssig, und doch ein Jugendlicher mit Hoffnung und Lebenswille. Und da trifft er auf die Gruppe RETRUM, bestehend aus zwei Mädchen und einem Jungen, freundet sich mit ihnen an und wird nun zum Mitglied des "Ordens der Blassen". Sie treffen sich nachts auf dem Friedhof, tragen dunkle Gewänder. Tagsüber verbindet sie nur wenig. Doch Christian verliebt sich in eines der beiden Mädchen. Und dann ist da noch seine attraktive Klassenkameradin. Bei einem Urlaub mit RETRUM passiert etwas Schreckliches, das Christians Leben für immer verändern wird ...

GENRE

Das Buch wird als Thriller vermarktet, was ich nicht nachvollziehen kann. Ja, nach der Hälfte geschieht etwas, das den Begriff Thriller an sich rechtfertigt. Doch zum einen ist da das halbe Buch bereits eher gemächlich vergangen, und zum anderen bleibt der Erzählstil dennoch ruhig, fließend, erzählend statt spannend und thrillergerecht. Für einen Bildungsroman ist die erzählte Zeit wohl zu kurz, ansonsten fände ich diesen Begriff recht geeignet hierfür. Es wird sehr viel über Christian, seine Erlebnisse und die daraus resultierende Entwicklung erzählt. Der Junge muss seine Identität finden und sich klar werden, was er eigentlich möchte und was ihn vorantreibt. Er erkennt, dass Liebe nicht immer einfach ist und wie er mit Trauer umgehen kann ohne den Tod herbeizusehnen. RETRUM beleuchtet eine wichtige Episode seines Lebens, die ihn verändert und prägt.

CHARAKTERE

Leider finde ich die Charaktere alle etwas flach. Sogar der Protagonist bleibt an vielen Stellen undurchsichtig. Es stört mich nicht, wenn ein Charakter anders handelt als mein Logikempfinden dies verlangt, doch ich wünsche mir, dass der Autor mir dies nachvollziehbar beschreiben kann. Was hier leider nicht der Fall ist. Einige Male habe ich nur mit dem Kopf geschüttelt und mich gefragt, weshalb der Autor wichtige Punkte bei den Entscheidungen unbeachtet ließ. Warum die wichtigsten Dinge völlig außer Acht gelassen wurden.

Die Nebencharaktere bleiben weitgehend undeutlich. Sogar Alexia und Alba, die zwei Mädchen, die in seinem Leben eine große Rolle spielen, nehmen im Buch nur unbedeutende Nebenschauplätze ein. Man erfährt kaum etwas über sie, sie bleiben durchgehend blass. Von Christians Vater und den beiden anderen Mitgliedern Retrums sowie einem befreundetem Maler ganz zu schweigen (dessen Rolle am Ende ich zudem ziemlich "aus dem Hut gezogen" fand).

Schade, denn gerne hätte ich mehr über die Personen erfahren, mich in ihre Welt ziehen lassen und mit Christian gelitten. So jedoch hat mich das Schicksal der Einzelnen, ja nicht einmal ein tragischer Tod, sonderlich berührt.

ERZÄHLWEISE, AUFBAU

Die Erzählung beginnt sehr ruhig, angenehm fließend. Das Buch liest sich sehr flüssig. Auch, wenn bis zur Hälfte keine Spannung auftritt, ist man trotzdem schnell im Buch drin und verfolgt gerne das Erleben von Christian. Es muss nicht actionreich sein, auch gut erzählte Worte wissen zu überzeugen. Nachdem es dann im zweiten Teil bezüglich der Handlung an Spannung zunimmt, bleibt die Erzählweise dennoch ebenso ruhig. In meinen Augen zieht es sich ab diesem Moment sogar: denn mir war vom ersten Moment an klar, wer bzw was dahinterstecken muss, es deutete alles darauf hin. Dennoch dauerte es noch knapp eine CD, bis dann die "Auflösung" erfolgte und alles andere als überraschend war. Warum jedoch die Polizei nichts dazu beigetragen hatte und diese simple Tatsache nicht erkannt hatte, und warum trotz der gefährlichen Bedrohung Christian nicht mehr mit der Polizei zu tun hatte, das verstehe ich nicht.

Es zieht sich gegen Ende, denn man weiß, wer der Täter ist und was dahintersteckt. Doch Christian kommt nicht dahinter, bis er dann mit der Nase daraufgestoßen wird auf eine Weise, wo ich mir erneut dachte "na, das hätte man aber auch früher sagen können". Der Anfang der dritten CD fiel mir recht schwer, bis es gegen Ende dann wieder anzog und in zwei, drei Tracks dann abrupt beendet war. Zack, Ende, Aus, und jetzt ist es vorbei, man könnte zwar noch ein paar Sachen ergänzen zum Schluss, es abrunden, aber da kam nichts mehr.

HÖRBUCH

Ein weiteres Problem: das Hörbuch scheint mir sehr abgehackt. Ob dies an den Kürzungen liegt, um es auf 3 CDs zu bringen, oder ob der Autor tatsächlich so große Zeitsprünge macht, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber immer wieder habe ich einen Track zurückgespult, weil ich dachte, dass ich irgend etwas Wichtiges verpasst hätte. Da arbeitet Christian noch in den Sommerferien, um Geld für seinen Urlaub zu verdienen, und wenige Sekunden später ist er schon fröhlich im Ausland auf einem Friedhof. Er findet seine Klassenkameradin nett und mehr nicht, und zack auf einmal ist sie attraktiv und anziehend. Da trifft er Retrum, trifft sie nach vielen Monaten wieder und die Zeit dazwischen wird einfach verschluckt. Mag sein, dass der Autor die entsprechenden Szenen als unwichtig erachtet, aber man sollte sie dennoch erwähnen, damit er Leser sich nicht so überrumpelt fühlt. Und falls es am Hörbuch liegt, hätte man etwas geschickter kürzen müssen oder in den sauren Apfel beißen und 4 CDs daraus machen.

Das Booklet beinhaltet eine Tracklist der Lieder, die Alexia für Christian auf Kassette aufgenommen hat. Tolle Idee. Leider der einzige Bonus. Ich freue mich immer über ausführliche Booklets mit ein wenig Hintergrundinfo. Nun gut, aber das ist kein Bewertungskriterium für die Qualität des Buches an sich.

Was ich positiv hervorheben möchte ist der Sprecher Robert Köhler. Es war das erste Mal, dass ich ihn hörte, und er hat mich schon von Beginn an überzeugt. Er passt hervorragend zur Rolle des melancholischen Protagonisten. Und auch sonst hat er eine äußerst angenehme Stimme, eine sehr gute Betonung. Seine Sprachmelodie, der Rhythmus, die Stimme, das fließt angenehm ins Ohr und schmeichelt besonders den weiblichen Hörern. Sehr gerne möchte ich mehr von ihm hören!

FAZIT

Die Geschichte hätte Potential zu mehr. Die Handlung ist im Kern spannend, und Christians Erleben trifft den Nerv vieler Jugendlicher und junger Erwachsener. Ich finde es sehr gut, dass hier auch eher ernste Themen aufgegriffen werden. Der Sprecher macht das Buch zu einem Genuss, auch wenn die Handlung stellenweise ein wenig krankt. Schlecht ist das Buch auf keinen Fall. Aber wirklich gut ist dann doch etwas anderes. Nettes Mittelmaß, keine Top-Empfehlung, aber davon abraten möchte ich auch nicht. Am besten einfach mal reinhören und sich eine eigene Meinung bilden :-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Mueller VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Ende 2011 wurde in einem meiner Lieblingsbücherforen eine Vorableserunde zu dem im Januar im Loewe-Verlag erschienenen Jugendthriller "Retrum" eine Vorableserunde ausgeschrieben.

Den Klappentext fand ich interessant. Daher bewarb ich mich. Die Buchglücksfee meinte es gut mit mir und ich gehörte zu den 20 glücklichen Gewinnern eines Rezensionsexemplares. Wenige Tage nach Kenntnis meines Buchgewinnes, traf "Retrum" bei mir ein und ich durfte es noch vor Erscheinen lesen.

Schon rein optisch macht das Buch ordentlich was her. Das düstere Cover mit einer Friedhofs-Silhouette und die schwarz eingefärbten Buchschnitte wirken gruselig-interessant und das Kreuzsymbol statt des "t" im Titel hat etwas Mystisches. Auch den vorn auf dem Buch aufgeklebten QR-Code habe ich ausprobiert. Ja, ich habe es geschafft, mir auf mein Smartphone ein App runter zu laden, den QR-Code zu fotografieren und wurde dann sogar zu dem Song zum Buch weitergeleitet ;o)

Von dem spanischen Autor Francesc Miralles

hatte ich bislang noch nichts gehört oder gelesen. So recherchierte ich ein bisschen im Netz und erfuhr, dass der 1968 in Barcelona geborene Schriftsteller, Journalist und Übersetzer ein großer Fan düsterer und unheimlicher Schauplätze ist. Die Inspiration zu "Retrum" bekam er durch den Song "When We Were Dead" seiner Band Nikosia. Die Musik ist nämlich Francescs große Leidenschaft. Außerdem gäbe es in Retrum Parallelen zu seiner Jugend.

In Spanien wurden seine Romane für Jugendliche und Erwachsene inzwischen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Im Internet präsentiert er sich unter francescmiralles.com. Allerdings muss man, um dort nachlesen zu können, des Spanischen mächtig sein. (Quellen: Buch, Loewe-Verlagsseite, List-Verlagsseite, Google Übersetzung der spanischen Wikipedia-Seite)

Retrum

Christian fühlt sich schuldig am Tod seines Zwillingsbruders und ist vom lebenslustigen Teenager zum Einzelgänger mutiert, den Friedhöfe magisch anziehen. Auch die Beziehung der Eltern hat die Tragödie zerstört. Die Mutter hat die Familie verlassen und Christian lebt nun eher schlecht als recht mit dem Vater zusammen.

Eines Tages lernt Christian drei Jugendliche kennen, die sich ebenfalls von Friedhöfen angezogen fühlen, die Besuche dort aber wesentlich exzessiver und ritueller betreiben, als er es bislang tut. Obwohl das Kennenlernen nicht ganz komplikationslos verläuft, ist er von Anfang an von ihnen fasziniert, insbesondere von dem Mädchen Alexia. Schnell wird die Gruppe zu seinem Lebensinhalt. Das wiederum ängstigt nicht nur seinen Vater, sondern auch seine Klassenkameradin Alba, die in ihn verliebt ist.

Von Beginn an ließ sich die in der ICH-Perspektive verfasste Geschichte durch den klaren, einfachen Schreibstil und die sehr kurz gehaltenen Kapitel flüssig lesen. Dem Autor gelingt durch die teils andersartigen Protagonisten sowie das anschauliche Einflechten der Friedhofsschauplätze der Aufbau einer gruselig angehauchten Atmosphäre und damit auch das Schaffen einer durchgehenden Grundspannung. Thrillerstimmung will sich bei mir jedoch nicht einstellen.

Retrum ist für mich eher ein Jugendroman, der in eine den meisten Menschen eher unbekannte und dadurch meist vorverurteilte Szene hinein schnuppert. Schnell wird mir als Leser, der altersmäßig nicht unbedingt zur Zielgruppe gehört, deutlich, dass die Rituale der "Blassen" zwar ungewöhnlich, aber eigentlich harmlos sind.

Ich versuche mich in sie hinein zu versetzen und sehe Jugendliche in der Selbstfindungsphase, die anders sein wollen als der Rest der Welt und sich dadurch in ihrem Aussehen und Verhalten abgrenzen. Jugendliche, die sich aus verschiedenen Gründen auch mit dem von der Gesellschaft oft tabuisierten und eigentlich trotzdem allgegenwärtigem Thema Tod auseinandersetzen. Ich sehe aber auch Jugendliche, die sich trotz ihrer ungewöhnlichen Treffpunkte bilden, sich mit toten Dichtern und Persönlichkeiten aus der Geschichte beschäftigen und die nicht auf Zerstörung aus sind.

Wie in jeder Gesellschaft, treffen auch in "Retrum" unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Vorstellungen und Gefühlen aufeinander. Eskalierte Gefühle führen dann zu einem schrecklichen Ereignis. Den Bezug zum Titel des Buches können jugendliche Filmliebhaber sicher schnell nachvollziehen. Ich selbst brauchte dazu die in der Geschichte gegebene Erklärung.

Für den Leser wirken viele Reaktionen der jugendlichen Protagonisten unausgereift und unüberlegt. Wenn ich persönlich aber meine Pubertät rekapituliere, dann muss ich zugeben, dass ich in dieser Zeit adaptierbare Denkweisen an den Tag legte und sogar vollkommen von deren Richtigkeit überzeugt war. Dass auch Erwachsene von Fehlreaktionen auf Situationen und Ängste nicht gefeit sind, wird ebenfalls aufgezeigt. Wenn dies den jugendlichen Lesern genauso auffällt und sie zum Nachdenken anregt, dann ist meiner Meinung nach ein großer Lerneffekt erreicht. Die mysteriöse Geschichte, die durchaus spannende Wendungen aufweist, ist dabei eine gelungene Verpackung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von I. Ostwald VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Sun was hiding into the clouds
Black birds flew over the graveyard
I was feeling half dead inside
Without knowing you were half alive
(Seite 8)

Zum Inhalt:
Seit dem tragischen Tod seines Zwillingsbruders Julián ist Christians Familie zerbrochen. Nachdem seine Mutter wegen des erlebten Unglücks nach Amerika zu ihrer Schwester floh, sitzt sein Vater den ganzen Tag vor dem Fernseher, um den Schmerz zu betäuben. Christian hingegen funktioniert einfach nur noch, indem er seinen Vater und sich versorgt, in der Schule das Nötigste tut, und ansonsten in eine ganz eigene Welt flieht. Eine Welt voller dunkler Gedanken, in der er sich mit klassischer Musik, englischen Schauerromanen und Gedichten beschäftigt und innere Einkehr auf dem örtlichen Friedhof findet, wo er Stunden verbringt. Einzig seine Klassenkameradin Alba dringt manchmal zu ihm durch, wenn er es zulässt. Doch dann lernt Christian drei Jugendliche auf dem Friedhof kennen, Alexia, Robert und Lorena, die sich selbst "Die Blassen" nennen. Dunkel gewandet und weiß geschminkt verbringen sie gerne die Nächte auf den Friedhöfen in der Umgebung, um den Toten nahe zu sein. Selbst in seiner Trauer gefangen, fühlt sich Christian direkt zu der Gruppe hingezogen, vor allem zu der faszinierenden und schönen Alexia. Aber das Spiel mit dem Tod ist gefährlich...

Sprache, Stil, Figuren:
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Christian in der Vergangenheitsform erzählt. In einem gemächlichen Erzähltempo entfaltet sich dessen Leben vor den Augen des Lesers, seine Vergangenheit, die ihm zu dem gemacht hat, was er ist, seine Gegenwart zwischen Stagnation und Sehnsucht, aber auch die Zukunft, die manchmal in Form eines Kommentars aufblitzt. Wie schon der Genre-Stempel "Thriller" auf dem Cover des Buches machen diese Andeutungen neugierig auf die kommenden dramatischen Ereignisse, doch man muss einige Geduld aufbringen, bis wirklich etwas passiert.

"Fasziniert betrachtete ich die Schönheit des Friedhofs im Morgenlicht. Die Statuen schienen wie Wesen, die jeden Augenblick zum Leben erwachen konnten. Die Marmorfigur der jungen Frau, die auf dem Grabstein neben mir stand, sah sogar nicht mehr ganz so traurig aus." (Seite 88)

Das Buch ist in 5 Teile untergliedert, die jeweils recht kurz gehaltene Kapitel umfassen, welche stets mit einem stimmungsvollen Zitat passend zur Thematik begonnen werden. Der Stil ist oftmals sehr poetisch, die Zitate, Gedichte und Songtexte sorgen für eine träumerische Stimmung. Die Spannung kommt deshalb zu Beginn zu kurz, es sei denn, man gruselt sich schon bei reinen Friedhofsbeschreibungen oder dem Anblick geschminkter Gothics.

Deshalb zweifelte ich ungefähr die Hälfte des Buches, ob es wirklich ein Thriller ist. Dafür lag einfach zu wenig Spannung und Bedrohung in der Luft. Als es dann endlich losgeht, weist die Geschichte einige Lücken und offene Fragen auf, die die spätere Auflösung irgendwie unglaubwürdig machen. Auch die Entwicklung der Charaktere ist recht schwach. Man erfährt kaum etwas über Christians Mitmenschen, da er eine passive Art im Umgang mit ihnen hat und alles wie gegeben hinnimmt, sodass sie ziemlich blass bleiben. Das ist sehr schade, hätte ich gerne zum Beispiel gerne mehr von dem Künstler Gerard gelesen und auch andere Seiten an der verführerischen Alexia, der selbstlosen Alba und den beiden Blassen Lorena und Robert entdeckt.

Fazit:
Retrum ist ein nachdenkliches, poetisch geschriebenes Jugendbuch über das Erwachsenwerden, dem Umgang mit großen Verlusten und der ersten Liebe. Die Thriller-Elemente waren jedoch für meinen Geschmack zu wenig und tauchten erst in der zweiten Hälfte des Buches auf. Wegen inhaltlicher Schwächen konnte mich zudem die Auflösung nicht recht überzeugen, sodass ich nur bedingt eine Empfehlung aussprechen kann. Freunde leiser Töne mit einem Faible für Gothic und abgedrehte Wendungen kommen aber sicher auf ihre Kosten.

Ausstattung:
Mit Retrum wird deutlich - die Thriller vom Loewe Verlag werden derzeit passend zueinander produziert, genauso wie bei Saeculum handelt es sich um ein Klappenbroschur aus Naturpapier mit einem schwarzen Schnitt. Das Cover ist düster mit einem Scherenschnitt von einer Friedhofslandschaft gestaltet, die wie auf einem alten zerknitterten Papier gedruckt scheint, das dunkel und ausgefranst in die schwarzen Buchkanten übergeht. Der Schriftzug Retrum ist in einem Dunkellila gehalten, hat in seinem Zentrum ein antikes Kreuz stehen und wurde zusätzlich lackiert. Im Innenteil haben die Seiten ebenfalls einen schwarzen, besprenkelten Rand, die Kapitelüberschriften wurden in der gleichen Schrift wie Retrum gesetzt, und die Absätze werden von kleinen Kreuzen getrennt.

Auf der Retrum-Fanseite des Verlags kann man einige Extras wie eine Playliste mit Songs, die im Buch erwähnt werden, und die verwendeten Zitate entdecken. Ein QR-Code auf dem Buchcover hält außerdem als besonderes Schmankerl das Retrum-Lied (siehe Zitat oben) bereit.
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