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Retrodesign: stylelab [Gebundene Ausgabe]

Achim Böhmer , Sara Hausmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

27. März 2009
Retro ist Trend. Gestalter von heute interpretieren die Siebziger und kreieren einen neuen "summer of love". Sie entdecken historische Stilelemente und kombinieren sie zu überraschenden neuen Lösungen. Sara Hausmann und Achim bieten nicht nur eindrucksvolle Gegenüberstellungen ähnlicher Denkansätze aus verschiedenen Jahrzehnten und Jahrhunderten, sie erarbeiten auch die visuelle Grammatik der Stile und geben Gestaltern von heute ein Labaratorium der Stile, ein Handwerkszeug des Retrodesigns an die Hand. Für Grafik- und Industriedesigner, Architekten und Modeschöpfer.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
  • Verlag: Schmidt (Hermann), Mainz; Auflage: 1., Erstauflage (27. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3874397262
  • ISBN-13: 978-3874397261
  • Größe und/oder Gewicht: 29,6 x 26 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 648.856 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Überspitzt gesagt, ist alles Retrodesign, denn nicht an Vergangenes anzuknüpfen geht gar nicht. Nur dass wir uns in unserer innovationsbesessenen Zeit, in der "alt" fast schon ein Schimpfwort ist, darüber oft nicht im Klaren sind. In diesem Buch legen Achim Böhmer und Sara Hausmann die stilistischen Wurzeln aktueller Arbeiten bloß, indem sie auf opulenten Doppelseiten Vergangenem - von Barock über Jugendstil oder Dada bis hin zu Pop-Art - seine Neuinterpretation gegenüberstellen. Was im ersten Teil des Buches auf rein visueller Ebene für Aha-Erlebnisse sorgt, wird im zweiten Teil analytisch vertieft. Hier findet man die präzise Beschreibung der verschiedenen Stilrichtungen sowie eine spannende Stilgeschichte, die von der Renaissance bis in die Gegenwart reicht. Dies ist ein Wissen, das jeder Gestalter haben sollte. Denn nur wer sich darüber bewusst ist, weiß auch, wohin er geht. -- Page, Juni 2009

Autorenkommentar

Aus: Art Magazin, 22.04.2009 "RETRODESIGN IST ZUKUNFT" Man kennt dieses Déjà-vue beim Anblick von Blümchentapeten und Neonleggins - alles schon mal mitgemacht, alles ganz vertraut. Revivals und Retro sind ein wichtiger Bestandteil des Designs und unserer Wahrnehmung, doch das Image leidet. Achim Böhmer und Sara Hausmann, beide selbst Grafikdesigner, wollen mit ihrem neu erschienenen Buch "Retrodesign" zeigen, dass Retro mehr ist als bloßes Kopieren. // SARAH OMAR In Gegenüberstellungen von Klassikern der Designpioniere und inspirierten Nachahmern möchte das Buch mit Vorurteilen aufräumen und Streifzüge bis in die Renaissance sollen das jeweils Stilbildende aus den Bereichen Grafik, Produktdesign und Architektur herausfiltern. art sprach mit den beiden Autoren über die Aktualität und Zukunft von Retrodesign - und die Möglichkeit, etwas ganz Neues zu kreieren.

Blickt man zurück auf die letzten 20 Jahre, hat man das Gefühl, im Schnelldurchlauf noch mal alle Jahrzehnte seit den Fünfzigern wiedergekäut zu haben. Ist das Thema Retro nicht langsam überholt? Warum veröffentlichen Sie gerade jetzt ein Buch darüber? Achim Böhmer: "Wir glauben, dass Design eine ständige Transformation bestimmter Charakteristika und Stile ist. Und gutes Retrodesign tut genau dies. Man sieht heute sehr viele Designer, die bestimmte Stilzitate nutzen und vor allem verschiedene Ausdrucksformen miteinander vermischen. Das Buch möchte ein Verständnis für diese Zitate vermitteln und helfen, sie einzuordnen. Denn jeder Stil ist ja auch inhaltlich aufgeladen. Die schweren, roten Schriften des Konstruktivismus etwa wollten eine ganz klare politische Botschaft vermitteln. Möchte ich als Designer einen ähnlichen Ausdruck kreieren, kann mich das eben in das Design dieser Zeit zurückführen." Sarah Hausmann: "In bestimmten Bereichen, wie dem Corporate Design, wird Retro gerade auf der inhaltlichen Ebene wichtig: Ein neu gegründetes Schweizer Unternehmen knüpft zum Beispiel an das Grafikdesign der "Schweizer Schule" der Vierziger an, um so Tradition zu suggerieren. Böhmer: Der Begriff Retrodesign wird oft falsch verstanden und zu eng gefasst. Manche Designer stehen Retro sehr ablehnend gegenüber. Das ist uns besonders bei den deutschen Designern, mit denen wir gesprochen haben, aufgefallen. International ist man tendenziell offener, bestimmte Retrocharakteristika gezielt einzusetzen, um etwas Neues zu entwickeln. Es schränkt einen ein, wenn man so tut, als hätte es nie andere Designer gegeben, von denen man sich beeinflussen lassen könnte. Wir wollten den Begriff mit unserem Titel neu aufladen."

Inwiefern spielt Nostalgie dabei eine Rolle? Böhmer: "Das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt, Nostalgie ist ein sehr hoher emotionaler Wert. Aber es gibt auch noch eine andere Seite. Geht man zum Beispiel bis in die Renaissance zurück, merkt man plötzlich, wie modern dieser Stil sein kann. Nostalgisch wird man beim Anblick dieser Designs nicht, man ist sich des Ursprungs meist gar nicht mehr bewusst."

Es fällt auf, dass es seit den Sechzigern eine Verdichtung der Revivals gab. Liegt das an einer zunehmenden Sprachlosigkeit? War alles schon mal da? Hausmann: "Menschen haben schon immer alte Designs wieder aufleben lassen. Schon die Renaissance war ein Revival der Antike. Mit Beginn der Moderne kam es nur zu einer Pause, da man radikal mit Traditionen brechen wollte. Seit Ende der Sechziger gab es dann wieder einen Dogmenwechsel, die Postmoderne hat die ablehnende Haltung der Vorgängerjahrzehnte sogar karikiert. Kennzeichnend für unsere Zeit ist nicht mehr nur das Auflebenlassen bestimmter Zeiten und Stilepochen, sondern die Vermischung unterschiedlicher Stile - so entstehen ganz neue Sprachen."

Das Ende des 19. Jahrhunderts stand ganz im Zeichen des "Neo", knapp hundert Jahre später ist alles "retro". Auch im Historismus gab es Stilmixe, wobei der damit verbundene Begriff Eklektizismus eher negativ belegt war. Inwiefern hebt sich unser heutiges Retrodesign davon ab? Hausmann: "Beim Historismus spielte Nostalgie eine viel größere Rolle. Das Problem war damals, dass Objekte, die eine große, handwerkliche Tradition hatten, plötzlich auf sehr billige Weise produziert wurden und als Massenware den Markt überschwemmten. Das war ein Aspekt des Negativimages. Heute kann man bestimmte Formen vergangener Epochen aber durch neue Techniken viel perfekter umsetzen und so das Original auch weiterentwickeln. Das steigert sich bis hin zur Durchdringung von Kunst und Design, das heißt es entstehen Gegenstände, die wie Kunstwerke viele Tausend Euro kosten, weil sie so anspruchsvoll hergestellt sind. Die Produktion ist dann hinsichtlich der Qualität mit der des Barock vergleichbar." Böhmer: "Hinzu kommt, dass man früher dachte, die Dinge seien irgendwie verfälscht, weil oft kein klarer Stil mehr erkennbar war. Heute kommt dem eine andere Bedeutung zu, das heißt, es ist sogar wichtig geworden, Dinge zu kombinieren. Durch Eklektizismus kann also auch innovatives Design entstehen."

Welche Produkte und Stilmerkmale unserer Zeit taugen für ein späteres Retrodesign? Hausmann: "Es gibt viele kristalline Formen und geometrische Muster, die wiederum an das Raster der Siebziger erinnern, zum Beispiel die Stühle von Konstantin Grcic. Diese bilden zur Zeit eine prägnante Designströmung, die zu einem späteren Zeitpunkt als Retrodesign wiedererkannt werden kann - auch wenn sich die Arbeiten im Moment im Avantgardebereich bewegt und man im Alltag noch nicht so viel davon mitbekommt." Böhmer: "Vieles, gerade aus dem Bereich Grafikdesign, nimmt man aber auch unbewusst, vor allem über die Werbung, wahr. Bei den populären Produkten ist natürlich der iPod sehr markant..." Hausmann: "...obwohl es sehr starke Parallelen zwischen den Apple-Produkten und dem Design der Braun-Produkte der sechziger Jahre gibt."

Kann es etwas komplett Neues denn noch geben, wenn man scheinbar in alle Produkte ein "Retro" reindenken kann? Böhmer: "Das Neue ist vor allem im technischen Fortschritt begründet, aber generell kann man schon sagen, dass auch die innovativsten Produkte und Designs immer die Gene anderer Stile in sich tragen. Das zeigt doch, wie eingeschränkt man Retro im Allgemeinen wahrnimmt." Und eine ganz neue Form? Ist die etwas für die Zukunft? Böhmer: "Wir befinden uns in einer Zeit, in der neue Formen durch die Simulation des Künstlichen entstehen. Der Stuhl "Bone Chaise" von Joris Laarmann ist ein gutes Beispiel für eine neue Art der virtuellen Ästhetik: Man weiß hier nicht genau, ob das Objekt auf der Abbildung eine echte Fotografie oder ein Rendering ist. Das Produkt wirkt wie eine Simulation, die Welt kommt aus dem Computer."

Und trotzdem ist der Stuhl von Laarmann in dem Buch "Retrodesign" vertreten, in Gegenüberstellung zu "La Chaise" von Charles und Ray Eames ... Böhmer: "Ganz genau. Retrodesign ist eben auch Zukunft."


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur ein Trend 5. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Buch, das endlich die Augen öffnet! Nach über 12 Jahren als Designer bei Puma kommt dieses Buch genau zum richtigen Zeitpunkt. Es fasst, aus meiner Sicht, die wichtigsten Designströmungen der letzten Jahre sehr visuell und begreiflich zusammen. Es wird klar, das Retro kein Trend ist, sondern eine Jugendbewegung die einen freien und spielerischen Umgang mit der Vergangenheit pflegt. Retro ist klar und mit vielen tollen Bezügen dargestellt. Die Welt des Produktdesigns, der Grafik und des Interieurdesigns sind in der Vielzahl und umfänglich dargestellt. Selbst die Architektur wird hervorgehoben. Einzig die Mode kommt ein wenig kurz und durch die Puma-Brille gesehen, fehlt leider mein oder unser Beitrag in dieser Welt. Neben allem Positiven stelle ich fest, dass die Kunst gar nicht erwähnt wird. Stellen Sie sich doch einfach mein Bild Feuerbach 2008 neben dem Original Ricordo di Tivoli (von Anselm Feuerbach) auf einer Doppelseite vor, dann wäre es auch an dieser Stelle komplett. Ich halte das Buch für stilbildend und augenöffnend. Ein Muss für jeden Kunstunterricht. Nach dem Motto: Von 'den Alten' lernen! Einen großen Dank an die Autoren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W.H.
Format:Gebundene Ausgabe
Länge: 0:44 Minuten
In diesem opulent ausgestatteten Buch steckt eine unglaubliche Arbeitsleistung. Hunderte von Beispielen früheren und heutigen Designs sind zusammen- und gegenübergestellt, der Betrachter verliert sich in prachtvoll dargestellten Kunstwerken, Ornamenten, Schrifttypen usw. Er muss aufpassen, dass er auch die "weiteren Bücher" im Buch findet, denn es schließen sich analytische, lexikalische und histographische Kapitel an, die den Bildteil theoretisch untermauern. Ein Muss für jeden Design- und Kunstinteressierten. Ein Kompliment auch für den Verlag Hermann Schmidt.
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5.0 von 5 Sternen Auch für den Laien ein Wunderbuch 18. August 2010
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Vorneweg. Ich bin kein Fachmann, weder für die bildenden Künste oders Kreative. Aber ein Liebhaber schönen Designs, guter Typologie, liebevoll gestalteter Schriften und des haptischen Genusses, der sich aus edlem Papier ergibt.

Für mich ist es ein enzyklopädisches Bilderbuch, eine indexierte Anthologie, ein Lehrbuch das einen exemplarischen Zugang zu den Stilen des Designs mit ihren historischen Wurzeln erlaubt ohne in der Tiefe mit langatmigen Stildiskussionen oder Abgrenzungskämpfen sich zu verlieren. Vermutlich sind zu jedem Kapitel tausend erklärende Seiten und hunderte Beispiele mehr möglich, aber nach der Durchsicht hat man
- sich an der Gestaltung des Buches gefreut
- die Texte mit Genuss gelesen
- was kapiert
- und einen Eindruck, wie man der Komplexizität des Designs und seiner Stilrichtungen besser zu Leibe rücken kann.

Ich habe es zum 'nur mal Kucken' bestellt, mit der festen Absicht, es zurückzusenden. Und dann aber keine Sekunde gezögert und nicht mehr hergegeben.
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