Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn das nicht Satirefutter genug ist für einen hochtourig laufenden Gagproduzenten wie Tommy Jaud. Vollidiot hieß die mehr als erfolgreiche Zauberformel von der Suche des kleinen Mannes nach dem großen Glück. Nun also "Das Zweitbuch", Variationen desselben Themas. Als Lachsalvenlieferant für den kleinen Hunger zwischendurch eignet sich Pitschi, begnadeter Biertrinker, Fettnapftreter und Störenfried bürgerlichen Wohlbehagens allemal.
Allein die Flop-Idee, Arnes "Junggesellenabschied" mit einer aufblasbaren Puppe zu krönen, macht Pitschi Greulich drastisch klar, wie weichgekocht die ehemaligen Saufkumpane inzwischen sind. Und immer sind die Weiber als Spaßbremsen mit ihrem Gemäkel und ihren Versorgungsansprüchen dran schuld, wenn Männerfreundschaften in die Binsen gehen (siehe "Kiesweg" und "Eigenheim"). Schließlich gerät die Hochzeitsfeier durch Pitschis alkoholgesättigte Festrede in heftigste Schieflage (zuvor schickte bereits ein künstlicher Bulle Pitschis Spaßbeitrag den Pfarrer für unbestimmte Zeit ins Nirwana). Jetzt brodelts in Bamberg-Strullendorf. Doch warum hat Dauerfreundin Biene bei dem feierlichen Akt so merkwürdig feuchte Augen bekommen? Pitschi schwant Übles. Zu allem Unglück steht auch noch der jährliche "Malle"-Urlaub vor der Tür. Pitschi trifft eine einsame Entscheidung.
Fränkische Seppelpeter-Deppen, Alk, Malle, Kondome, Arschgeweihe, blonde Dummchen, exotische Strapsträgerinnen, gute Freunde. Es grenzte an ein Wunder, wenn aus diesen schlichten Ingredienzen ein gestandener "Sat1-Wochenshow"-Autor und "Ladykracher"-Produzent wie Tommy Jaud keine Funken schlüge. Aber ein Feuer wird noch lange nicht daraus! Ravi Unger
Aus dem Redaktionsbüro "imh-service.de"
Wie bereits bei seinem Erstlingswerk liest auch „Resturlaub" der Schauspieler und Komiker Christoph Maria Herbst (Stromberg) und versteht es gekonnt, die verschiedenen Figuren stimmlich zu charakterisieren. Dabei wirkt dies nie übertrieben, selbst wenn in der Geschichte beispielsweise die Freundin des Protagonisten Peter „Pitschi“ Greulich zu Wort kommt. Peter ist 37 Jahre alt und steckt bereits in einer „Midlife Crisis": Ist seine Freundin, mit der er bereits zehn Jahre zusammen ist, wirklich die Frau seines Lebens? Können der Job bei der fränkischen Bierbrauerei und der alljährliche Urlaub auf Mallorca mit seinen Freunden schon alles gewesen sein? Und warum drängen ihn alle zum Heiraten und zur Gründung einer Familie? Auf dem Flughafen trifft er spontan kurz vor dem Abflug die Entscheidung, sein bisheriges Leben zu ändern.
Die Geschichte ist unterhaltsam und freilich nicht ganz neu, doch durch Christoph Maria Herbsts gelungene fränkische Dialektaussprache sowie seine stimmliche Interpretation der Charaktere, die dem Zuhörer auch noch Raum für eigene, weitere Vorstellungen lässt, ist das Hörbuch recht kurzweilig und amüsant. - Juliane Sesse und Björn Akstinat / www.imh-service.de
