"Restlicht" (KiWi 1079, 2008) ist die Romanpremiere von Jochen Rausch, einem Kölner Medienprofi. Sommer 1975 - Peter Blum und Astrid ter Möhlen, beide um die 18 Jahre alt, erleben ihre erste Liebe in einer Kleinstadt an der Grenze zur Sowjetzone. Doch dann verschwindet Astrid spurlos. Die Polizei sucht nicht allzu intensiv, da sie davon ausgeht, daß Astrid schlicht und einfach von zu Hause ausgerissen ist, nachdem sie zuvor eine Auseinandersetzung mit ihrem Vater hatte. Peter Blum und Hans ter Möhlen, der Vater, suchen Astrid monatelang vergeblich. Danach kehrt Peter Blum seiner Familie und Deutschland den Rücken, geht in die USA, ändert seinen Namen auf Bloom, wird dort ein gesuchter Fotograf, heiratet Kathleen, hat mir ihr einen Sohn Jake und lebt dennoch mit der Vorstellung, daß Astrid seine einzige große Liebe ist/war. Erst nach 30 Jahren, 2005, kehrt er - nachdem sein Vater im Sterben liegt - wieder nach Deutschland zurück, in ein ganz anderes Deutschland, in dem es keine Zonengrenze mehr gab. Seine Mutter und seine Schwester sind ihm fremd, sein Vater stirbt bald. Kein Grund mehr für ihn in Deutschland zu bleiben. Doch dann liest er in einer Zeitung, das in einem Kanalrohr die skelettierte Leiche einer jungen Frau gefunden wurde, die 1975 ermordet wurde. Es war - wie sich bald herausstellt - nicht Astrid. Doch das ist für ihn Anlaß, herauszufinden was damals geschah. Und es gelingt ihm auch. Erzählt wird die Geschichte kapitelweise abwechselnd "was jetzt geschieht" und "was damals geschah", wobei die Historie aus der Sicht verschiedener involvierter Personen wiedergegeben wird. Ein spannender, wenngleich etwas düsterer Roman über Träume und Sehnsüchte, die nie Erfüllung gefunden haben.