(Review aus dem Jahre 2007)
Wie viele andere "Berufene" erhielt auch ich die Feuertaufe ins "Metal-Age" mit solch essentiellen Einstiegsdrogen a la "Fast As A Shark". Jeder Metal Infiszierte sollte irgendwann in Kontakt mit jenen messerscharfen Riffs, rasenden Doublebass- Attacken und den ätzend- herben Vokals gekommen sein, hoffe ich zumindest. Anfangs etwas geblendet vom kultigen Jodler- Intro inklusive Urschrei (eine der Gründe weshalb man die Diamantnadel wieder und wieder für's erste zurückfischte), war diese heillos explosive Speed Metal- Offenbarung retrospektive ebenso die Initialzündung, oder besser: das fortan weit geöffnete Tor für Horden von Bands, denen es nicht schnell genug sein konnte. Der Thrash Metal (Boom) schrieb dann ja bekanntlich seine eigenen Geschichte.
Zwar ist, wenn man so will, "Fast As A Shark" der wahrscheinlich bekannteste Track von Solingen's stolzen Jüngern, aber die Scheibe bietet im wesentlichen waschechten Teutonen Stahl, geprägt von eingängigen Songstrukturen und dies zumeist Tempo- "dosierter" als erwähnter Durchprescher. Mit einem Udo Dirkschneider als Frontmann, Kauzstil und ähnlich lautende Charakteristika wurden und werden für dessen Organmalträtierung verbraten, hatte die Kapelle aus der weltberühmten Messermetropole schon lange zuvor ein personifiziertes Markenzeichen, das exakt von hier an, abgesehen vom weißblonden Kurzhaarschnitt und der Einführung von Camouflage nimmer wegzudenken gewesen wäre. Und wenn man trotz 25 Jahre Alterungsprozess dieses Langspielers derart eruptive Kracher wie den powervollen Titeltrack, das herrlich stampfende "Shake Your Heads", das hymnisch gekleidete "Neon Knights" vernimmt, wird einem auf's neue bewusst, welch brillante Songschreiber und Musiker dazumal am Werk waren. Am deutlichsten lässt dies aber der Auskehrschwung "Princess Of The Dawn" erkennen ' eine schier magnetisch anziehende Killernummer, dessen "spoken" Refrainfolgen sich in jeden Gott verdammten Gehörgang reinfräsen, ohne Gnade. Eine der wichtigsten Accept Nummern & Metalparty Highlights überhaupt!
Jede weitere Diskussion überflüssig: dieser Alltime-Klassiker aus Germany lebt und atmet vor Urkraft, Selbstbewusstsein und unersättlichem Hunger und ist ein ' gelinde gesagt ' Futternapf voller Banger-Leckerlis! Da kann selbst dieses Vierteljahrhundert auf'm Buckel nix dran ändern, denn selbst die durch und durch stählerne Produktion von "Restless And Wild" - übrigens das bis dato vierte Album von Accept - sprüht heute noch vor schwermetallischer Energie und Leidenschaft. Echte Deutsche Wertarbeit in Reinkultur sozusagen.