Die Story des Films klingt nicht sonderlich inspiriert und im Grunde hat man sie in dieser oder ähnlicher Variante x-fach erlebt. Und doch gelingt es dem Regisseur, seinem Werk etwas Eigenes zu verleihen. Vor allem aber verzichtet er auf schnelle Schnitte und überschäumende Spezialeffekte, ohne dass darunter die Spannung leiden würde. Mehr noch - gerade die leisen Töne sind es, die Atmosphäre vermitteln und die wohldosierten Schockeffekte umso wirkungsvoller erscheinen lassen.
Ebenfalls gelungen ist, dass der Film nicht nach amerikanischer Machart aussehen soll. Man hat es mit einem dänischen Werk zu tun, und dies sieht man auch. Zu keiner Zeit wirkt der Streifen wie ein Abklatsch aus Hollywood.
Die Charaktere sind gut gezeichnet, die Story jedoch ist ein wenig holprig. Der Spannungsbogen wird nicht konsequent aufgebaut. Dies kann gut sein, will man dem Zuschauer ein Auf und Ab zumuten. Bei manchen Filmen wirkt es jedoch, als sei der Regisseur zu unerfahren gewesen. Bei Restless Souls kann einen ebenfalls dieser Verdacht beschleichen, auch wenn man gerade noch die Absichten erkennen kann.
Störender als der schlecht aufgebaute Spannungsbogen wirkt letztlich die sofortige Bereitschaft der Hauptpersonen, das Übersinnliche zu akzeptieren. Selbst Skeptiker werden ohne Not vom Paulus zum Saulus. Das ist überflüssig, denn es hilft der Geschichte nicht. Im Gegenteil wurde dadurch Potenzial verschenkt.
Technisch ist der Film durchaus gut, Bild und Ton können überzeugen. Die mitgelieferten Extras sind zudem üppig und bieten einen echten Nutzen.
Fazit: Atmosphärischer Horror aus Dänemark mit Mängeln, die den Spaß insgesamt betrachtet nur wenig beeinflussen. Für Freunde von Geisterhaus-Geschichten eine klare Empfehlung.