Leider wurde hier einiges Potential 'verfeuert' - nicht nur, dass der Film durch sein Cover zumindest Action-Anteile suggeriert, die de facto in keinster Weise im Film enthalten sind (wenn man Pistolen-Schießübungen an einem Schießstand nicht dazu zählt...). Darüber hinaus wird der Film bisweilen als Actionfilm geführt, was bei Genrefans mit zunehmendem Filmverlauf zu immer länger werdenden Gesichtern führen dürfte. De facto handelt es sich nämlich um ein Drama, besser noch ein Kammerspiel über Gesellschaft, Zivilcourage, Stagnation und Veränderung, das als Solches allerdings sauber inszeniert ist.
Hat man das akzeptiert, so wird der Filmgenuss nur noch von der wirklich dürftigen deutschen Synchronisation getrübt. In vielen Teilen wirkt der Vortrag der Sprecher wirklich "heruntergebetet". Ohne diesen Umstand wäre meine Bewertung bestimmt noch besser ausgefallen.
Wer also ein gutes Drama über subversiven Rassismus in der Gesellschaft sehen will und entweder bereit ist, sich bei den Aussagen der Akteure rein auf deren Inhalte zu konzentrieren oder die englische Tonspur einzuschalten, kann guten Gewissens zugreifen. Das ist sicher eine große Einschränkung - dennoch fand ich, der Film verdient einen besseren Bewertungsdurchschnitt, weswegen ich ihm hier auch 'ein Wenig unter die Arme greifen' will.