Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bunt und schwelgerisch - wie ein Film, 31. Januar 2008
Es gibt nicht viele Alben in letzter Zeit, die mich so bewegt haben. Ein unfassbares Debüt. "Rest Now Weary Head You Will Get Well Soon" ist echt ein kleines Wunder - Wunder-bar und wunder-voll süß, frisch, ambitioniert, neu und ehrlich - Musik, die tief berührt, wenn man sich darauf einlässt. Herzschmerz, Weltschmerz, üppig und strotzend vor Musik und reich an Lyrik -- Hier ist ein Genie mit Herzblut am Werk!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kitsch is coming home. , 29. März 2008
Kitsch ist ein plakatives Spiel mit Erwartungen. Große Gefühle, aber keine große Kunst. Tatsächlich? In den 80ern änderte die Kunst ihre Sicht auf den Kitsch. Seither verwischen die Grenzen: Kunst zitiert Kitsch und ist damit erfolgreich. Bestenfalls funktioniert Kunst wie bei GET WELL SOON auf vielen Ebenen, deren eine, der Kitsch, kaum mehr als eine Folie ist. Die ironische Distanz zum Kitsch erhebt die Musik zur Kunst, ist vielmehr ein Zitat von Kitsch, dem kurz vor der Unerträglichkeit ein Zwischenboden eingezogen wurde.
Damit ist klar: Kitsch bedeutet heute nicht mehr nur Flucht vor der Realität, sie ist auch ein Spiel mit der Realität. Auch wir Hörer sind heute in der Lage, uns aufzuspalten. Wir wissen aus kritischer Distanz, dass wir Kitsch hören und sind doch nicht länger peinlich berührt. Müssen wir auch nicht.
Mit diesen Tatsachen sollte man sich auseinandersetzen, bevor man GET WELL SOON hört. Das Album ist für mich die große Überraschung des Frühlings: ein Album voller Melancholie, Dramatik und Bombast mit dem rechten Gespür für Tempo und Ausstattung. Auch wenn mit Streichern, Bläsern und Chor operiert wird, hält Konstantin Gropper immer Maß. Konstantin Gropper? Klingt irgendwie deutsch. Und richtig, nächste Überraschung: GET WELL SOON ist offenbar ein deutsches Projekt. Was soll ich sagen - ausgerechnet das Wort Kitsch entstand um 1870 in München und ist einer der erfolgreichsten deutschen Sprachexporte, nicht nur ins Englische, und wird heute in aller Welt verstanden.
Was ich mit der Kunst und ihrem Zitat von Kitsch meine, kann man am deutlichsten auf "Christmas In Adventure Parks" hören. Dort sind nur schwer erträgliche Textzeilen zu finden wie "In Alaska there's no refridgerator needed" und "Save our souls with your golden heart", und dazu wird Gropper von antiquiertem Chor und Glockenspiel begleitet. Doch dass Gropper das Ganze mit einem Augenzwinkern verstanden wissen will, merkt man, wenn er nach einem Klampfen-Intro mit Lagerfeuer-Atmosphäre ein Räuspern und Nasehochziehen einbaut. Augenzwinkern, wohlgemerkt, nicht Ulk oder Verballhornung. In diese Kerbe schlägt z. B. auch "Witches! Witches! Rest Now In The Fire", wo zu einer Melodie, die James Last zur Ehre gereichen würde, davon die Rede ist, dass es die Adressatin des Textes verdient habe, vom Mob als Hexe verbrannt zu werden.
Wer diese Ambivalenz, diese Gratwanderung ebenfalls hervorragend beherrscht, ist Neil Hannon mit seiner Divine Comedy. Nirgends werden die Parallelen zum frühen Hannon so deutlich wie auf "People Magazin Front Cover", wo Gropper händeklatschend und mit diskretem Größenwahn darüber schwadroniert, wie er mit "a new industry" reich und berühmt wird und schließlich halb China aufkauft. Dabei kann sich seine Stimme nicht recht entscheiden, klingt teilweise wie Hannon und dann wieder wie Muse, auch nicht eben Gefühlsroboter vor dem Herrn. Auch die altenglischen Muster auf Cover und Booklet weisen in Richtung Insel, wo diese Art von Kunst weite Verbreitung und Anhängerschaft findet und mit Belle & Sebastian weitere prominente Vertreter hat.
GET WELL SOON bietet gut produzierten und englisch inspirierten Bombastpop, den man nicht bierernst nehmen sollte. Ein Album mit großartigen musikalischen Ideen, das sich lohnt. "I tried my very best to make this music loveable" steht auf der CD-Hülle. Das ist gelungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fünf Sterne Deluxe für ein atmospherisch dichtes Album, 8. Februar 2008
"Rest Now Weary Head You Will Get Well Soon" ist ein echtes kleines Wunder, das schier aus allen Nähten platzen möchte vor lauter Referenzen.
Hier wir der Weltschmerz in einer Art präsentiert, dass es einem beim zuhören schon fast körperlich wehtut. Das ambitionierte Songwriting ist bunt und schwelgerisch, welches man am besten genießt, wenn man sich die Kopfhörer aufsetzt, auf den Teppich legt, die Augen schließt und sich einfach fallen lässt. Dieses atomspherisch dichte Album strotz nur vor lauter, guter Geschichten, so dass ich auch überhaupt keinen Song herausheben möchte.
Hier liegt uns das erstes Meisterwerk 2008 vor !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|