Mit dem Gebrauch des Wortes Ressourcen scheint die Therapie im leichten Gewand leichtfüßiger und nicht mehr so schwermütig daherzukommen. „Jede und jeder macht es und hat es auch schon immer gemacht.“ „Ressourcenorientiert ist immer gut – kann ja nicht schaden.“ Doch die Herausgeber und ihre Ko-Autoren denken, dass die immer wieder zu belebende oder belebte Diskussion um Ressourcen mehr als nur eine Modeerscheinung sei. Doch scheint es allerdings neu zu sein, „dass sich das „Zauberwort Ressourcen“ in der psychosozialen Welt einen Platz verschafft hat, an dem man nicht mehr so leicht vorbeikommt.“ Ressourcenaktivierung benennt die Arbeitsgruppe um K. Grawe den wichtigsten Wirkfaktor therapeutischer Arbeit. Die Herausgeber führen im Kapitel Ausgangspunkte ausführlich an, was für die Herausgabe dieses Buches spricht. Zugleich bringen sie ihre Freude dahingehend zum Ausdruck, dass viele aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern dazu beitrugen, am aktuellen Stand der therapeutischen Ressourcenarbeit mitzuarbeiten. Manches und vieles bekomme ich als Leseangebot vorgestellt, mit dem ich mich intensiv auseinandersetzte und auch noch immer auseinandersetze, um den Reichtum des Gelesenen für meine eigene Haltung und für meine Arbeit in der Praxis zu nutzen. Mit: „Manches“ und „Vieles“ lesen zu können, verbinde ich auch die reichhaltige Mischung von Beiträgen von Kollegen aus Wissenschaft und Praxis, von den Geschichten über Therapie und Ressourcen sowie die bereitgestellten Informationen zu Studien- und Forschungsergebnissen. Ich bin der Meinung, dass diese Publikation keiner Empfehlung von außen bedarf, weil dieses „Lese-Buch“ sich von innen her mit seiner Substanz, Qualität und im Reichtum an vermittelten Theoriearbeiten und Erfahrungsqualitäten selbst empfiehlt. Mein Zauberwort heißt, ich entnehme ein „Ideensaatgut“, also Werkzeuge, die sich für die ressourcenorientierte Arbeit mit Menschen nutzen lassen. Ich erlaubte mir, dieses Buch so Seitenzahl mäßig zu zergliedern, dass mehrere „Bodybooks“ entstanden, die ich auf Wochen aufgeteilt mit mir herumtrage und bei den verschiedensten Gelegenheiten mich neu einlese.
Diese Veröffentlichung eröffnet Beginnern wie Professionellen vielfältige Möglichkeiten, sich erfahrungsbezogen und handlungsorientiert mit dem Thema Ressourcen und mit der Erfolgsarbeit mit Ressourcen auseinanderzusetzen und einen Zugang zu einem Themenschwerpunkt zu finden, der in dieser Art „auf gebautem Angebot“ von mir bisher nicht gefunden wurde. Herausgeber und Ko-Autoren stellen das aktuelle Konzept von ressourcen-therapeutischer Arbeit vor, denen es zugleich gelingt, den Bogen von der Praxis zur Theorie – und wieder zurück - begehbar zu schlagen. Viele Autoren führen anschaulich in die ressourcen-methodischen Vorbedingungen, Standpunkte, Abläufe und Ergebnisse ein. Den besonderen Schwerpunkt bilden zahlreiche Anregungen für die Umsetzung im ressourcenbezogenen Arbeitsfeld und Vorschläge für eine Fülle von selbst zu erprobenden Aktivitäten. Namhafte Vertreterinnen und Vertreter der Ressourcen-Psychologie und Ressourcen-Therapie liefern aus ihrer fachbezogenen Perspektive einen Gegenentwurf zur Mainstream-Therapie, die sich immer noch weitgehend als therapeutenbezogen versteht.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Ressourcen: Ausgangspunkte
Geschichten von Ressourcen und Veränderungen
Der Blick in die Wissenschaft – theoretische Perspektiven
Facetten der therapeutischen Arbeit mit Ressourcen
Keiner baut ein Haus allein – Kooperation zwischen Selbsthilfe –
Initiativen und Professionellem im gesundheitlichen Versorgungssystem
Arbeit mit Ressourcen auf der sozialen Ebene
Arbeit mit Ressourcen auf der systemischen Ebene – der Ansatz
der systemischen Therapie
Ressourcenorientierte Kunsttherapie
Geschichten aus der Praxis – Ressourcenarbeiterinnen erzählen
Zirkus Giovanni im Camisiusheim – Spaß und Erfolg haben
Ressourcenorientierte Gruppentherapie für Kinder suchtkranker Eltern
Ressourcenorientierte Arbeit in der Jugendhilfe
Ressourcenorientierte Therapie mit Frauen
Ressourcenwerkstatt – gewusst wie und wo
Die Initionalzündung – oder wie ein gelöster Blick die Lebensgeister
weder wecken kann
Die Trumpfkarten – ein Werkzeug, um Klientinnen auf dem Weg zu
ihren Zielen zu unterstützen
Internet-Ressourcen
Die Therapeutinnen – die eigenen Ressourcen fördern und bewahren
Ressourcenorientierte Therapieausbildung: das Bamberger Modell
Selbstsorge von Therapeutinnen
Der Blick über den Tellerrand – Ressourcen im gesellschaftlichen Kontext
Epilog: Ressourcen – zum Stand der Dinge in Forschung und Praxis
Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge