Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Muse und "The Resistance" ist ein Muss!, 21. September 2009
Das 5. Album von Muse "The Resistance" ist wieder für Menschen, die nach Edel- Glamrock suchen und die ihn hier auch definitiv finden werden.
"The Resistance" beginnt sehr groovig mit dem Opener "Uprising", der allerdings die größte Schwachstelle des neuen Album darstellt und sich im Vergleich mit "Take a Bow" aus dem Vorgängeralbum, den Vergleich gefallen lassen muss, welcher Opener der schlechtere ist.
Danach folgt sofort der Übersong / das Highlight der CD "The Resistance". Man sollte ja mit Superlativen aufpassen, aber für mich stellt dieses Lied für mich sogar das Single- Highlight (keine Auskopplung bisher) im Jahr 2009 dar.
"Undisclosed desires" macht ebenfalls Freude und fischt dabei in Depeche-Mode Gewässern. Weiterhin wird mit "United States Of Eurasia" wieder klar auf Glamrock gesetzt, mit dem Muse ein Denkmal für die alte Liebe Queen setzt.
Die Nachfolgenden zwei Lieder bieten dann leider nicht viel Nährwert, weshalb ich diese Lieder nur mit 3,5 Sternen bewerte. Mit "MK Ultra" und dem Zweiteiler "I Belong To You / Mon Coeur S'Ouvre A Ta Voix" ist Muse wieder ein großer Wurf gelungen. "MK Ultra" gehört zu den lauteren Stücken des Albums und stiehlt dem Zweiteiler nur Hauchdünn die Show - geil! Danach kommt es sogar noch besser: Mit "Exogenesis: Symphony Part 1 - 3" rocken Muse dann endgültig alles weg. Der Hörer wird entzückt mit 15 Minuten kunstvollen Pathos wie nur die Engländer ihn hinbekommen. Nach den Vorgängern "Absolution" und "Black Holes And Revelation" ist "The Resistance" ein weiterer Schritt der Band, sich vom Alternative Rock wieder ein wenig zu entfernen oder anders: Muse machen opernhafte Musik für Menschen, die keine Opern mögen.
Setliste + Bewertung:
1. Uprising 3 Sterne
2. Resistance 6 Sterne
3. Undisclosed Desires 4,5 Sterne
4. United States Of Eurasia / Collateral Damage 4 Sterne
5. Guiding Light 3,5 Sterne
6. Unnatural Selection 3,5 Sterne
7. MK Ultra 5 Sterne
8. I Belong To You / Mon Coeur S'Ouvre A Ta Voix 5 Sterne
9. Exogenesis: Symphony Part 1: Overture 5 Sterne
10. Exogenesis: Symphony Part 2: Cross-Pollination 5 Sterne
11. Exogenesis: Symphony Part 3: Redemption 5 Sterne
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schreihälse..., 18. September 2009
...wie auf der Absolution oder Origin-Scheibe sind die Jungs nicht mehr. Das mag hier den ein oder anderen stören. Geschmack ist eben Geschmack und über den lässt sich ( auch wenn es hier oftmals versucht wird ) eben nicht streiten.
Sicher, ich war auch etwas verstört über die Queen-Sounds. Aber mal ehrlich: wenn einer das Zeug dazu hat, eine sauber und aufwendige Hommage an Freddie und seine Truppe zu liefern, na dann doch wohl MUSE. Genius M.B. trifft im Klang-Olymp auf ein ebensolches Genie F.M. - is doch eigentlich ganz geil !
Ein weiteres Wunder ist es, Matthews Stimme mal in anderen Tonlagen zu hören, nämlich nicht auf der höchstmöglichen. Finde ich durchaus gut. Die hohen Stimmlagen werden außerdem auf der "Exogenesis Symphony" rausgehauen, dass es einem die Rübe - im positiven Sinne - zum platzen bringt.
Wer den sogenannten Original-Hammer-Sound wie zu "alten" Zeiten sucht, findet ihn mit "MK Ultra" auf jeden Fall im Gepäck.
Es ist also meiner Meinung nach genug alter Stil vorhanden, ohne aber die Weiterentwicklung und das..... naja "Erwachsenwerden" der Band zu bremsen. Hier wird kein Alternativ-Rock der Jugend gemacht, sondern richtige Musik. Schön das es sowas überhaupt noch gibt.
Um zu den Superlativen zu kommen und meine Huldigung abzuschließen:
Matthew Bellamy steht für mich in einer Reihe der absolten Multi-Instrumental begabten Meistern, wie ich sie nur von Mike Oldfield [sic!] und Dave Grohl kenne. WAS FÜR KOMPOSITIONEN !
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66 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erhabenheit: Muse erfinden sich neu, 12. September 2009
MUSE: The Resistance
Was für eine Entwicklung! Was für eine enorme Wegstrecke haben Muse in den 10 Jahren, die seit dem Erscheinen ihres ersten Albums "Showbiz" vergangen sind, zurückgelegt! Auf "The Resistance" scheint nichts mehr an die Songs von früher zu erinnern! Die drei Briten haben sich auf ihrem neuesten, enorm komplexen Album in jeglicher Hinsicht neu erfunden.
"The Resistance" ist in jeglicher Hinsicht bombastisch, es bietet in sämtlichen Bereichen ,mehr`, ohne dabei je ,zuviel` zu sein. Bisweilen erinnern einzelne Momente des Albums an eine Reihe bekannter Künstler oder Bands, deren Spannweite von Queen über Maroon 5, Depeche Mode, U2, System of a down und Meat Loaf bis hin zu Andrew Lloyd Webber, Filmkomponisten wie Howard Shore, John Barry oder Hans Zimmer und klassischen Komponisten wie Chopin und Rachmaninov reicht, aber all diese scheinbar bekannten Klänge sind bei genauem Hören nie mehr als geschickt aufgenommene Musikzitate, die Muse ohne jede Scheu mit außergewöhnlicher Kreativität und viel Witz zu etwas absolut Eigenem (und bisweilen Eigentümlichem) gestalten. Sicher ist das fünfte Studioalbum von Muse nicht leicht in seiner ausufernden Komplexität zu begreifen und zweifellos wird es vielen Fans der ersten Stunde schwerfallen, sich damit anzufreunden - zu unvorstellbar scheint es, dass dies dieselbe Band ist, die Songs wie "Citizen erased" oder "Stockholm syndrome" geschaffen hat -; aber wer im Rückblick alte Songs wie "Megalomania", "Blackout" oder auch "Map of the problematique" hört, wird erkennen, dass es Vorboten für ein Album wie "The Resistance" schon immer in der Musik von Muse gegeben hat. Und es ist ein Merkmal großer Kunst und Künstler, dass sie sich stets weiterentwickeln, ohne sich dabei je untreu zu werden. Die diffuse Wut, mit denen die früheren Songs getränkt waren, scheint beim ersten Hören milder geworden zu sein, aber dies scheint nur so: Der frühere, meist richtungslose Zorn hat sich weiterentwickelt zu konkreten (politischen) Anklagen und sehr direkten Aussagen - auch und vor allem zur Macht der Liebe im Widerstand gegen herrschende politische Verhältnisse. Zu diesem Thema, das bereits in "Invincible" (Black Holes & Revelations, 2006) angeklungen war und das eine neue Dimension und neue Farben in die Songtexte einbringt, wurde M. Bellamy laut eigenen Aussagen von George Orwells "1984" inspiriert, einem Roman, der in mehreren Songs Spuren hinterlassen hat, allen voran in "United States of Eurasia".
Es sind neben ihrer großen Innovationskraft in erster Linie ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Genauigkeit, die die Mitglieder von Muse auszeichnen: Schwierige Oktavläufe in den an Chopin und Rachmaninov gemahnenden Klavierparts sowie Gitarrenriffs, die ihresgleichen suchen, zeugen von Bellamys außergewöhnlichem Talent und Können; der Bass ist in weiten Teilen zu einem vollgültigen zweiten Melodieinstrument entwickelt, das Schlagzeug ist intensiv und häufig vorherrschend wie selten, und über allem spannt sich in anspruchsvollen, großangelegten Melodien mit weiten Sprüngen Bellamys gereifte, ungemein kraftvolle Stimme, die die Songs zusammenhält. Mit dem gelenkigen und erstaunlich leichtfüßigen Wechsel sowohl in der Dynamik der Songs (schnell / langsam; laut / leise) als auch in ihrer Thematik (Politisches Statement / Liebe) und besonders in der von ihnen gebotenen Perspektive (Ernst / Komik) fordern Muse dabei viel von ihrem Publikum: "The Resistance" verlangt sowohl Zeit als auch eine gehörige Portion Mut zum tiefen Eindringen in das äußerst komplexe Klang- und Textgebilde, aber für denjenigen, der sich vorurteilsfrei auf die Reise durch die elf Songs mitnehmen lässt, wird das Bündel roter Fäden, das sich durch das gesamte Album zieht, immer deutlicher und greifbarer werden.
Bei all seiner beinahe grotesken Skurrilität und Absurdität ist "The Resistance" durchaus eine der am ernstesten zu nehmenden musikalischen Neuerscheinungen dieses Jahres, nicht zuletzt auch, weil es selbst genau das vollzieht, wozu der Text von "Unnatural Selection" aufruft, nämlich "counterbalance this commotion": Scheint "The Resistance" anfangs überladen, so wird immer deutlicher, dass es in seiner schwierigen Komplexität stets perfekt und genau austariert ist. Muse, wandelbar und facettenreich wie das Albumcover, beweisen soviel Mut, sich mit gewagten experimentellen Innovationen und ihrer uneingeschränkten theatralischen Opulenz an der Grenze zur Lächerlichkeit zu bewegen (und - warum auch nicht? - diese bisweilen zu überschreiten), dass sie damit schon wieder über jede Lächerlichkeit erhaben sind. Kompromisslos, verspielt, intelligent, stilvoll und mit hohen Ansprüchen an die Fähigkeiten der Musiker sowie an die des Publikums ist "The Resistance" ein großartiges, absolut unvergleichliches Meisterwerk, das aber ohne Zweifel sowohl bei manchen Fans als auch Kritikern auf Widerstand stoßen wird.
Der Perfektionismus von Muse, der nicht nur beim genauen Songwriting und bei dem hohen Niveau der musikalischen Umsetzung zu spüren ist, sondern auch in der brillanten Aufnahmequalität und der genau überlegten Gestaltung des Booklets, wird nicht zuletzt auch auf der "Making of"-DVD auf sehr sympathische Weise porträtiert: Neben interessanten und sehr informativen Einblicken in die konkrete Entstehung und Aufnahme des Albums, bei der die musikalische Klasse der drei Briten deutlich wird - wahrhaft handgemachte Musik! -, beweist die DVD mit augenzwinkernden Detailszenen ganz nebenbei auch noch, dass Muse trotz beinahe uneingeschränkter Möglichkeiten im eigenen Studio durchaus geerdet sind und bei allem Erfolg und Ruhm nie die ursprüngliche, pure und zutiefst authentische Freude am gemeinsamen Musikmachen verlieren.
Uprising: Genialer Opener mit mitreißenden Rhythmen und engagiertem Text; ungewöhnlich für Muse ist der sehr direkte Einstieg ins Album; die erste Zeile - "paranoia is in bloom" - enthält die Stimmung des gesamten Albums und der monotone Refrain ist geradezu prädestiniert, von Tausenden Menschen mitgesungen zu werden ("They will not force us / they will stop degrading us / they will not control us / and we will be victorious")
Resistance: Sehr eingängig, treibende beats, wundervolle Melodie, harmonischer Wechsel von Gegensätzen (laut-leise, schnell-langsam), Refrain mit befreiender Aufwärtsbewegung; die Erwähnung der "thought police" verweist auf Orwells "1984" und auf den Themenbereich von Kontrolle und einem Widerstand, dessen Wurzeln in der Liebe liegen ("love is our resistance")
Undisclosed desires: Stilistisch am ehesten vielleicht zu vergleichen mit "Map of the problematique" und "Supermassive Black hole"; der einzige Song, der bis auf den Gesang nahezu ganz aus Samples besteht und nicht zuletzt schon allein daher an Depeche Mode der 90er erinnert, ein Vergleich der jedoch nicht lange standhält; durchaus gelungenes Experiment, clubtauglicher Sound
United States of Eurasia (+ Collateral Damage): Schon der Titel ist ein expliziter Verweis auf Orwells Roman "1984", auf den der Song (wie das gesamte Album) in vielerlei Hinsicht verweist; eine langsame, melancholische Ballade mit Klavierbegleitung geht über zu einer Stimmexplosion à la Freddie Mercury ("comic relief"), der arabische Klänge folgen, bevor das Lied mit dem wiederholten "Eura-sia -sia -sia -sia" Refrain vollends ins Absurde gleitet - bevor es durch die Einfügung eines Auszugs von Chopins Nocturne Nr. 2 (Opus 9, E Moll) wieder die Brücke zum Anfang schlägt und erneut die melancholische Dimension des Songs wachruft - die dann ihrerseits mit dem Geräusch eines startenden Düsenjets radikal abgebrochen wird... ein Meisterwerk, wie es aufgrund der Verbindung verschiedenster, scheinbar sogar gegensätzlicher Elemente nur Bellamy schreiben (und singen!) kann; großartiger, überaus poetischer Text, der durchgängig auf 2 Ebenen lesbar ist (Politik / Liebe)
Guiding light: Erinnert ein wenig an U2 der 90er, unterlegt mit 80er Synth-Effekten; beeindruckend: Bellamy als Verkörperung von Freddie Mercury UND Brian May; beinahe musicalartig und vielleicht gerade deshalb am wenigsten überzeugend von allen Tracks auf der CD: lyrisch und musikalisch zu wenig innovativ, um ganz ernst genommen zu werden, für eine ironische Sicht-(Hör-)weise aber liefert der Song nicht genug Hinweise
Unnatural selection: Zweifellos einer der ganz großen Höhepunkte des Albums (der stürmische Jubel der Fans bei den ersten Live-Aufführungen am Seaside-Rendezvous-Festival in Teignmouth am 4. und 5. September 2009 war bezeichnend, zumal die meisten Fans den Song dort zum ersten Mal hörten): Der Anfang mit Kirchenorgel und meditativem Gesang geht schnell über zu enorm dichten Rhythmen und einem aggressiven Riff (das eingefleischte Fans vielleicht ein wenig an den Anfang des sehr frühen Muse-Songs "Futurism" erinnert); grandioser Refrain, sowohl in Bezug auf den (kryptischen, und dabei vielsagenden) Text als auch auf die Musik; der langsame Teil ("slow motion") ist ein Kunstgriff, der dem ganzen Song Relief verleiht und seine Wirkung, gefördert durch das wiederholte "I want the truth", mit aggressivem Nachdruck hervorhebt
MK Ultra: Schnell, energiegeladen, aggressiv; Gitarrenriff mit Wahnsinns-Arpeggios; Bellamys Stimme in all ihren Facetten; der Refrain wirkt geradezu unheimlich durch die zuerst leise, dann laut mehrmals wiederholten Worte "They are breaking through"
I Belong to you (+ mon coeur s'ouvre à ta voix): Vor Ironie sprühendes, selbstparodistisches Meisterwerk, das zeigt, bis zu welchem Grad Muse das lustvolle Spiel mit musikalischen Zitaten treiben: hochkomisch, intelligent, verspielt; mag es auch ein wenig an "This love" von Maroon 5 erinnern, so gehen Muse doch über ein bloßes musikalisches Zitat weit hinaus - indem sie nämlich alles zitieren, was ihnen unter die Finger kommt, und dabei machen sie...
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