Vielleicht muss man es einem Fachbuch nicht direkt von der Schwere und Dicke her ansehen, dass es fachlich fundiert ist. Bei diesem Band reicht schon die dünne, kompakte Fassung mit kleiner Schrift (manchmal aber zu klein) - und dennoch liegt hier das fundierte Fachwissen auf aktuellem Forschungsstand (zahlreiche Literaturquellen aus 2009!) vor.
Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff und Dipl.Soz.päd. Maike Rönnau-Böse schaffen es, in einer (berufs-)alltagstauglichen Fachsprache das Wesentliche zum Thema Resilienz herauszuarbeiten. Sie benutzen einen dynamischen Resilienzbegriff, welcher die Fähigkeit der Menschen in den Mittelpunkt rückt, "Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen" (S. 10). Sie zeigen die Wechselwirkung von Risiko- und Schutzfaktoren auf und machen deutlich, wie Prävention und Präventionsprogramme wirken (können). Dazu stellen sie unterschiedliche Konzepte gegenüber und vermeiden es auch nicht, sie entsprechend ihrer Bedeutung für die Resilienzförderung zu bewerten. Gut ist es, dass diese Programme hinsichtlich ihrer Zielgruppe bw. Alter unterschieden werden sowie die einzelnen Basisquellen der Konzepte dargestellt werden.
Insbesondere bei den Schutzfaktoren sind die graphischen Darstellungen eine gute Hilfestellung.
Das dreiseitige Glossar wird insbesondere Studierende bei der Begriffsklärung unterstützen wie auch das Stichwortverzeichnis das rasche Finden besonderer Punkte erleichtert. Und die über 10seitige Literatursammlung ermöglicht es, weiterführende Informationen wirklich interessengeleitet zu finden. Nur bei den vielseitigen Leseproben im Anhang fragt man sich, ob diese für ein Fachbuch nicht überflüssig sind.
Alles in allem aber ein kompaktes, zielführendes Buch, um vor allem bei Präventionsprojekten fundierte Informationen zu bekommen, damit auch wirklich "Prävention" da drauf steht, wo sie auch tatsächlich begründet zu finden ist. Der Resilienzblick mag wirklich die Sicht erweitern, damit man nicht nur auf Risikolagen schaut, sondern auch die Wirksamkeit diverser Schutzbedingungen und Unterstützungspersonen betrachtet. Die Kinder und Jugendlichen und ihre Eltern werden sich hierüber zusammen mit den beteiligten Fachpersonen sehr freuen können!